Kommunalwahl 2020

OB-Wahl in Rosenheim: Franz Opperer (Grüne) will Tradition mit Offenheit für Neues verbinden

Franz Opperer (Grüne)

Am 15. März wählen die Rosenheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Wir haben die Kandidaten mit Themen wie Klimawandel, Brenner-Nordzulauf, Stadtentwicklung, ÖPNV, Mietpreise oder Eisstadion konfrontiert. Zum Abschluss spricht Grünen-Kandidat Franz Opperer über sein Herzensanliegen.

Das Herzensanliegen von Franz Opperer: Tradition mit Blick nach vorne

Als Oberbürgermeister werde ich mich für eine hohe Aufenthaltsqualität und eine fußläufige Nahversorgung in der Innenstadt und den Stadtteilen einsetzen. Der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Stadt, attraktive Aus- und Weiterbildungsangebote sowie ein vielfältiges Einkaufs- und Freizeitangebot stehen auf meiner Agenda ganz oben.


Ich sorge dafür, dass für die Jüngsten ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stehen und Kinder und Jugendliche selbstbestimmt und ohne Konsumzwang Spiel- und Freizeitangebote nutzen können. Rosenheim soll weiterhin eine Stadt bleiben, in der alle Generationen und alle gesellschaftlichen Schichten eine Heimat finden.

Der oft strapazierte Begriff „Heimat“ bedeutet für mich ein solidarisches, gerechtes und respektvolles Miteinander, die Freude an gemeinsamen Festen und Traditionen, sowie die Offenheit gegenüber Neuem.


+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller OB-Kandidaten und Stadtratslisten in Rosenheim.
Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März, das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl in Rosenheim. +++

Die Ideen des Grünen-Kandidaten für bezahlbaren Wohnraum

Die Stadt braucht einen Vorrat an Bauland, um genossenschaftliches Bauen zu fördern oder um privaten Bauherrengemeinschaften zur Schaffung ihres Eigenheims zu verhelfen. Bei der Ausweisung von Bauland entstehen Wertsteigerungen, an denen die Gesellschaft zu mehr als den momentanen 35 Prozent beteiligt werden muss. Das sogenannte „Rosenheimer Modell“ greift hier zu wenig.

Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen können oft nur in öffentlich geförderten Wohnungen die Mieten bezahlen. Flächen, die im Besitz der Stadt sind, werden künftig nur mit Erbpachtverträgen zur Nutzung vergeben. Das entzieht Bauflächen der Grundstücksspekulation und beruhigt den überhitzten Immobilienmarkt.

Alternative Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser schaffen neben günstigem Wohnraum auch soziales Miteinander. Weitere Möglichkeiten zur Schaffung von günstigem Wohnraum sind die Aufstockung ebenerdiger Gewerbebauten und das Überbauen von Parkflächen in Stelzenbauweise. Die Neuausrichtung hin zu einer ökologisch orientierten Stadtplanung beinhaltet zum Beispiel eine fußläufige Nahversorgung, einen niedrigeren Stellplatzschlüssel, eine Anbindung an den ÖPNV, Carsharing-Angebote oder Quartiersgaragen.

Franz Opperer zu den Themen Sport und Kultur in Rosenheim

Die Lebensqualität in Rosenheim ist hoch. Die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind vielfältig und hochwertig. Viel Geld ist in den Neubau und den Erhalt der städtischen Sportstätten geflossen und die Vereine leisten auch ihren unverzichtbaren Beitrag dazu.

Das Rosenheimer Eisstadion ist in die Jahre gekommen und es braucht einen zweistelligen Millionenbetrag, um die veraltete Technik zu erneuern, damit es weiterhin für den Eissport genutzt werden kann. So wünschenswert die Erweiterung um eine zweite Eisfläche ist, aber der verantwortungsbewusste Umgang mit den städtischen Finanzen lässt sie derzeit nicht zu.

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Hohe Investitionen ins Kuko, Neubau des Lehrschwimmbeckens am Nörreut, Sanierung und Erweiterung des Karolinengymnasiums, um nur einige Baustellen zu nennen, belasten den Haushalt. Hinzu kommt das dringend sanierungsbedürftige Mittertor, ein Wahrzeichen der Stadt. Der Verkauf oder die Schließung großer heimischer Unternehmen lassen eingeplante Gewerbesteuereinnahmen schrumpfen.

Derart große Investitionen, wie den Bau einer zweiten Eisfläche auf Pump, lehne ich aus Verantwortung gegenüber dem finanziellen Handlungsspielraum kommender Generationen ab. Es sei denn, wir finden einen privaten Investor.

Der OB-Kandidat der Grünen zum Thema Stadtentwicklung in Rosenheim

Rosenheim mit seiner kompakten Innenstadt und seinen zum Teil noch dörflich geprägten Stadtteilen ist die zweitkleinste kreisfreie Stadt in Bayern. Sowohl dieser Mangel an verfügbarer Fläche, der Druck auf den Immobilienmarkt durch die Nähe zu München, als auch die Verantwortung für den umweltschonenden Umgang mit Grün- und Naturflächen verlangen eine behutsame, intelligente Stadtplanung.

Die Nachverdichtung bereits genutzter Flächen oder die Umnutzung ehemaliger Gewerbeflächen wie am Mühlbachbogen oder am Bahngelände Nord sind der Neuausweisung von Bauflächen auf der grünen Wiese grundsätzlich vorzuziehen.

Leerstehende Gewerbe- und Ladenflächen sind Alarmzeichen für einen Strukturwandel, dem eine engagierte städtische Wirtschaftsförderung mehr hätte entgegensetzen müssen. Die Empfehlungen der von der Stadt beauftragten Fachleute liegen in den Schubladen: Aktives Leerstandsmanagement, ein attraktiver Wochenmarkt mit regionalen Produkten in der Innenstadt oder dort einfach mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Ich werde ein neues Grünflächenkonzept umsetzen, mit einer deutlichen Erweiterung von Grün- und Naturflächen in der Stadt. Parks, Grünflächen und die Flüsse sind für die Freizeitgestaltung der Bürger unverzichtbar und tragen zum Erhalt der Biodiversität bei.

Das sagt Franz Opperer zum Thema Brenner-Nordzulauf

Die Vermeidung überflüssiger Transporte hat Priorität. Der benötigte Güterverkehr muss von der Straße weg auf die Schienen verlagert werden. Hierzu braucht es politischen Willen. Nur eine leistungsfähige, modern ausgestattete Eisenbahn wird diese Aufgabe künftig bewältigen können. Die hierfür notwendigen Investitionen wurden in der Vergangenheit nicht erbracht, die Bahninfrastruktur sträflich vernachlässigt.

Rosenheim darf nicht von der Verkehrsentwicklung der Bahn abgekoppelt werden. Ein leistungsfähiger Regional- und Fernverkehr ist notwendig für ein Oberzentrum mit 64 000 Einwohnern. Der Brennertunnel wird gebaut und Rosenheim liegt an der Zulaufstrecke. Eine gerechte Verteilung der anfallenden AlpenTransit-Verkehre auf alle Alpenübergänge muss vorausgesetzt und der tatsächliche Bedarf an Kapazitäten für den Brenner-Nordzulauf geklärt werden.

Güter werden nicht auf Hochgeschwindigkeitsstrecken transportiert, deshalb lehnen wir eine Neubautrasse für Tempo 230 km/h ab. Wir treten für eine Modernisierung der Bestandsstrecke auf Neubauniveau ein. Der Schutz der Bürger vor Lärm und Erschütterung hat hier höchste Priorität.

Der Schutz unserer Heimat vor überflüssigen Großprojekten ist unsere Aufgabe über Gemeindegrenzen hinweg.

Franz Opperer zum Thema Straßenverkehr in Rosenheim

Das Thema Verkehr drängt, deshalb braucht es eine intelligente, menschen- und klimafreundliche Verkehrs- und Stadtplanung für Rosenheim.

Die täglichen Staus sind lästig, verschmutzen die Luft, verursachen Lärm und kosten viel Zeit. Mit den Bürgerinnen und Bürgern Rosenheims will ich eine echte Verkehrswende einleiten, nach dem Motto: Rosenheim bewegt sich – staufrei bis 2025! Hierfür braucht es ein verlässliches, günstiges Busangebot mit hoher Taktung, auch am Abend und am Wochenende.

Park & Ride-Angebote an den Stadtgrenzen ermöglichen den Pendlern den Umstieg auf Bus oder Leihrad. Das Angebot: ein Parkschein – ein Fahrschein – ein Euro. Erst wenn sich der tägliche Stau löst, kann auch der Bus pünktlich und zuverlässig fahren.

Der Ausbau der Radwege und das Einrichten von Fahrradstraßen wird das Radfahren in Rosenheim so sicher machen, dass ich mein Ziel, den Radfahranteil von momentan mageren 18 auf 36 Prozent zu erhöhen, als Messlatte für eine erfolgreiche Amtszeit ansehe.

Die Schulwegsicherheit unserer Kinder ist mir ein zentrales Anliegen – das Elterntaxi zur Schule muss überflüssig werden.

Die Verkehrswende ist nur gemeinsam zu stemmen, das Ziel klar formuliert: Weniger Autos in der Rosenheimer Innenstadt bedeuten mehr Raum für Begegnung, mehr Aufenthaltsqualität. Weniger Autos – für alle ein Gewinn!

Steckbrief zum Oberbürgermeisterkandidaten der Grünen in Rosenheim

Rosenheim - Franz Opperer tritt für die Grünen als Oberbürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl an.

Alter: 54 Jahre.

Wohnort: Rosenheim.

Familienstand: verheiratet, zwei Töchter.

Beruf: Goldschmiedemeister, selbstständig.

Hobbys: Kunst und Kultur, Wandern, Lesen, Garteln.

Lebensmotto: „Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke das Ergebnis.“

Mit einem neuen Politikstil, zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern, will ich Herausforderungen anpacken und Rosenheim in eine lebenswertere Zukunft führen. Ich will einen Wandel hin zu mehr Schutz natürlicher Ressourcen, mehr Lebensqualität, zu einer sozialen Gesellschaft und zu einer starken ökologisch orientierten Wirtschaft als Grundlage des Wohlstands.

Greta Thunbergs Verdienst ist es, dass weltweit junge Menschen für Umwelt- und Klimaschutz aktiv werden und sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen.

Als OB werde ich mich als erstes mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden an einen Tisch setzen, um einen Verkehrsverbund nach dem Muster des MVV zu gründen, und eine echte Verkehrswende einleiten.

Der Klimawandel ist die drängendste globale Herausforderung unserer Zeit, die fatale Auswirkungen auf das Leben kommender Generationen haben wird, wenn wir nicht sofort wirksam gegensteuern.

Mit Händen und Füßen werde ich mich als OB gegen jegliche Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt wehren.

Mein Lieblingsplatz ist der Ort, an dem ich mich wohlfühle und lachen kann.

Quelle: OVB online

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