Kommunalwahl 2020

OB-Wahl in Rosenheim: Ricarda Krüger (Bü-Ro) will klimaneutrale Zukunft ohne Hass und Hetze

Ricarda Krüger (Bü-Ro)

Am 15. März wählen die Rosenheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Wir haben die Kandidaten mit Themen wie Klimawandel, Brenner-Nordzulauf, Stadtentwicklung, ÖPNV, Mietpreise oder Eisstadion konfrontiert. Zum Abschluss spricht BüRo-Kandidatin Ricarda Krüger über ihr Herzensanliegen.

Das Herzensanliegen von Ricarda Krüger: Klimaneutrale Zukunft ohne rechten Hass

Rosenheim muss sich mit der Zeit bewegen. Klar können wir uns zurücklehnen, uns dem Gedanken hingeben, dass es uns gut geht und wir uns deshalb nicht bewegen müssen – oder wir schauen mal über unseren Steingartenzaun hinüber und stellen fest, dass es immer Ansätze gibt, sich zu verbessern. Wir befinden uns in einer Zeit, in der wir langsam mal wieder einen Umbruch erleben. Die Menschen gehen vermehrt weg vom reinen Konsum und Wirtschaftsgedanken, und die Natur gerät wieder in den Fokus. Deshalb bin ich sehr für eine möglichst klimaneutrale Zukunft. Ich möchte mit der Zeit gehen, auch hier nachhaltige Unternehmen fördern und den Kindern, die hier groß werden, die im Übrigen unsere größten Kritiker sind, einen nicht ganz so zerstörten Planeten hinterlassen.


Ebenfalls finde ich eine klare Positionierung gegen den zunehmenden Hass, rechte Hetze und der zunehmenden Toleranz von Rassismus sauwichtig und möchte hier deutliche Zeichen setzen.

Die einzige „dings-radikale“ Mitte sind wir von der PARTEI und niemand sonst.


Es gilt in den Bereichen Rassismus, Sexismus und Antifeminismus noch einiges an Aufklärung und Sensibilisierung zu leisten.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das P atriarchat zerstört werden muss.

+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller OB-Kandidaten und Stadtratslisten in Rosenheim.
Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März, das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl in Rosenheim. +++

Die Ideen der BüRo-Kandidatin für bezahlbaren Wohnraum

Rosenheim benötigt mindestens 1000 neue Wohnungen. Davon sollten mindestens 500 Sozialwohnungen sein. Diese sollten nicht abgegrenzt gelegen sein, sondern inklusiv und im Wechsel mit anderen Wohneinheiten zur Verfügung stehen. So werden Problemviertel vermieden.

Das Baufeld Süd zwischen Bahnhof und Enzenspergerstraße sollte für Wohnungen genutzt werden statt für Industrie.

Wohnungen sollten nachhaltig und effizient gebaut werden (Stromversorgung, Bauweise? Beispiel Passivhäuser).

Die Erlaubnis, in Parkhäusern wild campen zu dürfen, wäre auch eine Überlegung wert – Zwinker-Smiley.

Zudem könnte bei der Gestaltung der Wohnungen darauf geachtet werden, dass diese zum Beispiel auch für Wohngemeinschaften geeignet sind (Zimmeraufteilung). So gibt es mehr Möglichkeiten, auch für unsere vielen Studenten günstigen Wohnraum zu schaffen.

Auch Senioren könnte das Wohngemeinschafts-Prinzip nähergebracht werden. Wir brauchen dringend eine Mietpreisbremse und einen Mietdeckel für bestehende Mieten.

Ricarda Krüger zu den Themen Sport und Kultur in Rosenheim

Eisstadion: Da wir für eine Faulenquote sind, sollte jeder selbst entscheiden, inwieweit er sich in das Thema Sport einbringt.

Mit dem Eisstadion hat Rosenheim sicherlich eine große Einnahmequelle, die nicht vergessen werden darf. Sowohl Kuko als auch Eisstadion leisten ihren Beitrag zur Rosenheimer Kulturlandschaft und sollten gepflegt und erhalten werden. Die Sanierung des Eisstadions sollte also unbedingt in Angriff genommen werden. Ob sich das Errichten einer zweiten Eisfläche – gerade hinter einem klimatechnischen Hintergrund – lohnt, ist fraglich.

+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim. +++

In puncto Breitensport: Was in Rosenheim bis dato mehr gefördert werden könnte, sind kleinere Kulturvereine und Bühnen. Es sollte sich nicht ausschließlich auf zwei Kulturmonopole konzentriert werden: Vielfalt macht unsere Stadt lebenswert und einzigartig. Dazu gehören mehr als zwei Betriebe und die Schülerblaskapelle genau so wie das Laientheater, die unbekannte Punkband und die etablierte Oper.

Die OB-Kandidatin von BüRo zum Thema Stadtentwicklung in Rosenheim

Durch die von uns geplante Verkehrswende ändert sich auch das Stadtbild stark. Einige Parkhäuser in der Innenstadt, die nicht von Anwohnern genutzt werden, könnten umfunktioniert werden, um Kulturräume, Ateliers, Proberäume und Werkstätten zu schaffen. Die Stadt sollte Platz für Menschen bieten – nicht nur für Autos. Die Dächer der Parkhäuser können für Solaranlagen und Stadtgärten genutzt werden.

Der Innspitz ist ein wunderschöner, grüner Ort in der Stadt, an dem Platz für Begegnung und ein Bierchen geschaffen ist. Doch vor allem abends und nachts ist das Stimmungsbild anders. Dem kann man nicht mit Verboten begegnen. Am Innspitz sollte für ausreichende Beleuchtung gesorgt werden und vielleicht ein kleiner mobiler Kiosk gebaut werden. Mehr Leben macht den Innspitz zur Wohlfühlstätte am Tag und mehr Licht zum sicheren Heimweg bei Nacht.

Wir fokussieren eine Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt. Das Gewerbegebiet außerhalb sollte erhalten bleiben, wie es ist. Wir fördern zukunftsfähige Unternehmen und unterstützen deren Ansiedlung, bei bereits ansässigen deren Umbau Richtung Klimaneutralität bei der Produktion nachhaltiger, zeitgemäßer Konsumgüter. Für Danone und deren Mitarbeiter können Alternativkonzepte gefunden werden.

Das sagt Ricarda Krüger zum Thema Brenner-Nordzulauf

Es sollte im Zuge des Nordzulaufs zum Brenner-Basistunnel so viel der Bestandsstrecke ausgebaut werden, wie nötig ist – alte Bahnhöfe sollten wieder reaktiviert werden. Das Schienenverkehrsnetz könnte nicht nur für Güterverkehr, sondern auch für Personenverkehr genutzt werden.

Kleinere Bahnhöfe können wieder entstehen, somit ist das Umland besser vernetzt und Personen müssen nicht auf ein Auto angewiesen sein, wenn sie in ländlicheren Gegenden wohnen.

Das sagt Ricarda Krüger zum Thema Straßenverkehr in Rosenheim

Wir wollen ein integrierte Verkehrskonzept für die Stadt und den Landkreis. Das Ziel: möglichst viele Fahrten mit dem Pkw vermeiden und auf Fahrrad, Bahn und Bus umzusteigen. Eine autofreie Innenstadt ist anzustreben. In vielen Städten funktioniert das wunderbar. Deshalb muss das Parken in der Stadt überall kostenpflichtig werden. Mit den Einnahmen schafft man einen günstigen ÖPNV mit Bahn und Bus.

Mein Fahrplan: 1. ein einheitliches Ticket auf den bestehenden Linien; 2. Linien optimieren und ein Angebot an allen Tagen bieten; 3. neue Infrastrukturen bei der Bahn schaffen. Der Halt in Pfraundorf sollte ausgebaut, in Happing und Stephanskirchen neue Haltestellen gebaut und die Strecke nach Rohrdorf wieder für den Personenverkehr geöffnet werden.

Innenstadt-Besucher sollen Parkplätze außerhalb, etwa an Bahnhöfen oder Einkaufszentren, nutzen und mit Bus und Bahn in die Stadt fahren. Touristen können über eine Gästekarte günstig mit dem ÖPNV fahren. In Rosenheim und Nachbargemeinden müssen die Fahrradwege durchgängig ausgebaut und so ertüchtigt werden, dass sie gefahrlos für E-Bikes nutzbar sind. In der Stadt muss es überall überdachte Radständer geben, an denen teure Räder abgestellt werden können. Hierfür sind auch Flächen in Parkhäusern zu reservieren.

Wir fordern natürlich auch den sofortigen Entzug des Führerscheins für Klimaleugner – Zwinker-Smiley.

Steckbrief zur Oberbürgermeisterkandidatin von BüRo in Rosenheim

Rosenheim - Ricarda Krüger tritt für das Bü-Ro als Oberbürgermeisterkandidatin zur Kommunalwahl an.

Alter: 31 Jahre.

Wohnort: Rosenheim.

Beruf: Onkologische Fachangestellte.

Hobbys: Bergsteigen, singen, Theater.

Lebensmotto: Ich bin kein „alter Hase“ – war noch nicht im Stadtrat und bin gerade deswegen eine Bereicherung für Rosenheims Kommunalpolitik. Ich bin alles andere als betriebsblind und bringe neuen Schwung und frisches Leben ins Rathaus!

Greta Thunberg kenne ich nicht persönlich. Aber die macht das schon.

Als OB würde ich als erstes alle öffentlichen Damentoiletten der Stadt mit kostenlosen Damenhygieneartikeln ausstatten.

Der Klimawandel ist für alle da. Deswegen müssen wir auch alle anpacken.

Mit Händen und Füßen würde ich mich als OB dagegen wehren, eine Marionette der rechten Parteien zu werden.

Mein Lieblingsplatzist der Innspitz in Rosenheim. Dort fehlt lediglich ein kleiner Kiosk.

Quelle: OVB online

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