Kommunalwahl 2020

OB-Wahl in Rosenheim: Robert Metzger (SPD) will Bürger bei Stadtentwicklung stärker einbinden

Robert Metzger (SPD)

Am 15. März wählen die Rosenheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Wir haben die Kandidaten mit Themen wie Klimawandel, Brenner-Nordzulauf, Stadtentwicklung, ÖPNV, Mietpreise oder Eisstadion konfrontiert. Zum Abschluss spricht SPD-Kandidat Robert Metzger über sein Herzensanliegen.

Das Herzensanliegen von Robert Metzger: Bürger machen Stadtentwicklung

Mein Thema für Rosenheim ist die Bürgerbeteiligung. In der Vergangenheit wurde vielfach über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg entschieden. „Die machen ja eh, was sie wollen“, heißt es oft. Es darf einen daher nicht wundern oder gar überraschen, dass viele Bürgerinnen und Bürger von der Politik enttäuscht sind.


Bürgerbeteiligung braucht Zeit. Man muss sich mit den unterschiedlichsten Interessen und Meinungen auseinandersetzen. In der Konsequenz haben die Rosenheimer Stadträte vor allem die Aufgabe und Pflicht, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Ich möchte deshalb, dass die Bürgerinnen und Bürger stärker bei Projekten, die Einfluss auf die Stadtentwicklung haben, beteiligt werden.

Zudem muss das Stadtentwicklungskonzept 2025 weitergeführt werden. Ich will, dass die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig die Entwicklungen ihrer Stadt mitgestalten können, wie zum Beispiel bei der Entwicklung von Nahversorgungseinrichtungen. Wichtig ist mir dabei, dass alle gesellschaftlichen Bevölkerungsschichten in diesem Stadtentwicklungsprozess mitmachen, und diese Beteiligungsangebote dauerhaft bestehen.


+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller OB-Kandidaten und Stadtratslisten in Rosenheim.
Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März, das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl in Rosenheim. +++

Die Ideen des SPD-Kandidaten für bezahlbaren Wohnraum

Rosenheims Bevölkerungszahl wächst stark. Waren es 2008 noch 60 500 Einwohner, sind es aktuell 64 000. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Wohnungen im sozialen Wohnungsbau deutlich verringert. In den letzten Jahren sind fast 800 Wohnungen aus der sozialen Bindung herausgefallen. Gebaut hat die Gemeinnützige Rosenheimer Wohnbaugesellschaft (GRWS) seit 2014 nur 65 zusätzliche Wohnungen.

Viele junge Generationen ziehen aus Rosenheim weg, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum finden; das darf nicht sein. Deshalb müssen wir in den nächsten sechs Jahren mindestens 1000 bezahlbare Wohnungen bauen. Wo es möglich ist, soll dies vorrangig durch Nachverdichtung geschehen; neue Flächen werden aber notwendig sein. Deshalb möchte ich als Oberbürgermeister das Thema Wohnraum zur „Chefsache“ machen. Ich möchte das „Rosenheimer Modell“, mit dem die Stadt bezahlbare Flächen erwerben kann, stärker in Anspruch nehmen.

Um zu gewährleisten, dass die Wohnungen bezahlbar sind, sollen diese von der GRWS gebaut und verwaltet werden. Über die Bundes- und Landesregierungen werde ich versuchen, Förderungen oder Beteiligungen an den Kosten zu erhalten. Zur aktuellen Entwicklung einer Verlagerung der Regierung von Oberbayern nach Rosenheim sage ich klar, dass dies nur möglich ist, wenn die Landesregierung Flächen und Förderungen für bezahlbare Wohnungen und für die Erweiterung der Infrastruktur (Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen) zur Verfügung stellt.

Robert Metzger zu den Themen Sport und Kultur in Rosenheim

Rosenheim soll weiterhin Kultur-und Sportstadt bleiben, dies sind wichtige Angebote für eine Stadt in dieser Größe und trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Das Kuko ist nun schon beträchtlich in die Jahre gekommen und eine umfassende Sanierung ist unausweichlich. Insofern stehe ich auch zu den hohen Investitionen, die in den letzten Jahren getätigt wurden. Wir müssen das Kuko aber nicht nur als Kulturstätte attraktiv erhalten, es sollte auch als moderne Tagungsstätte für Firmen, Verbänden und Ausstellern aus Deutschland und Europa ausgebaut werden.

+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim. +++

In unserem Eisstadion findet eine traditionelle Sportart statt: Eishockey. Das Eisstadion wird aber vielfach auch für den Schulsport und den Breitensport genutzt und dies soll weiterhin und auch besser möglich sein. Deshalb stehe ich zu einer zweiten Eisfläche, wenn auch in verkleinerter Form. Auf ihr sollen Trainingsmöglichkeiten bestehen, soll Schulsport möglich sein. Eine weitere, gleich große Eisfläche lehne ich ab, weil es nicht Aufgabe einer Stadt ist, den Profisport finanziell zu unterstützen.

Der OB-Kandidat der SPD zum Thema Stadtentwicklung in Rosenheim

Rosenheim ist eine wachsende Stadt mit einem enormen Siedlungsdruck und es ist darauf zu achten, dass Rosenheim nicht zu einer Schlafstadt von München wird. Unsere Flächenpolitik im gewerblichen Bereich muss darauf ausgerichtet sein, was unsere heimische Wirtschaft braucht, um sich entwickeln zu können.

Gleichzeitig mahnen uns die Entwicklungen bei Kathrein und Danone, nicht auf die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft zu hoffen, sondern zu handeln. Eine Chance könnten die Entwicklungen um die Digitalisierung sein. Mit dem Gründerzentrum „Stellwerk 18“ bieten wir Gründern Angebote, in die Selbstständigkeit zu starten.

Für die Weiterentwicklung dieser Firmen müssen wir als Stadt den Gründern Angebote machen können, in Rosenheim zu bleiben. Dazu brauchen wir Flächen, Fachkräfte und modernste Angebote für die digitale Übertragungstechnik. Gleiches gilt für den Wohnungsbau, der ebenso zunächst einmal auf den Bedarf der Rosenheimer Bevölkerung ausgerichtet sein muss.

Die Innenstadt muss an Attraktivität gewinnen, denn der Einzelhandel kann nur bestehen, wenn wir aus dem Einkaufen ein Erlebnis machen. Insofern halte ich die Erweiterung der Fußgängerzonen in die Altstadt-Ost hinein als einen Gewinn für den Rosenheimer Einzelhandel.

Das sagt Robert Metzger zum Thema Brenner-Nordzulauf

Grundsätzlich bin ich für Verkehrsentlastung und in der Folge auch für eine Verlagerung der Güterverkehre von der Straße auf die Schiene. Deshalb stehe ich dem BBT grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings müssen dafür einige Dinge gewährleistet sein. Zuerst muss endlich der Bedarf für diese Ausbaustrecke nachgewiesen werden; dies ist immer noch nicht erfolgt.

Ob dann ein Ausbau der Bestandsstrecke – und zwar nur mit dem Lärmschutzstandard einer Neustrecke – ausreicht oder eine neue Trasse erforderlich ist, muss am Bedarf geklärt werden. Zweitens muss der Verkehr durch lenkungspolitische Maßnahmen von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Als Oberbürgermeister werde ich deshalb alle planungsrechtlichen Möglichkeiten nutzen, damit diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind. Ein nicht bedarfsgerechter Ausbau ist für mich Steuerverschwendung und mit mir nicht zu machen.

Das sagt Robert Metzger zum Thema Straßenverkehr in Rosenheim

Rosenheim erstickt im Verkehr. Jeder leistet dafür seinen Beitrag – deshalb muss jeder auch seinen Beitrag zur Verkehrsentlastung leisten. Wenn jeder von uns überlegt, ob es für alle Fahrten in Rosenheim notwendig ist, das Auto zu benutzen und auch bereit ist, alternativ mit Bus und Radl zu fahren, haben wir schon viel gewonnen. Dafür müssen wir den ÖPNV und das Radlfahren attraktiver machen.

Für den Bus heißt das, die Linien so zu planen, dass man schnell an sein Ziel kommt, verschiedentlich brauchen wir kürzere Taktzeiten und direkte Verbindungen ins Gewerbegebiet Aicherpark und in die Kastenau.

Auch die Betriebszeiten, morgens und abends sowie an Wochenenden müssen ausgeweitet werden. Der Bus muss preiswerter sein und mittelfristig kostenlos zur Verfügung stehen. Die Innenstadt muss klar vom Verkehr entlastet werden; eine generelle autofreie Innenstadt lehne ich ab. Zur Entlastung der Innenstadt halte ich ein gutes und vernetztes Busangebot aus dem Landkreis heraus für das mittel- und langfristige Ziel; Pendlerparkplätze sollten maximal ein Übergangsangebot sein, bis die Busverbindungen ein attraktives Angebot an die Pendler machen können.

Für das Radl brauchen wir sichere und damit durchgehende Radwege aus den Stadtteilen in die Innenstadt und genügend Abstellplätze für die Radl. Die Innenstadt soll für den Radverkehr besonders ausgebaut werden.

Steckbrief zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD in Rosenheim

Rosenheim - Robert Metzger tritt für die SPD als Oberbürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl an.

Alter: 55 Jahre.

Familienstand: verheiratet und erwarte mit meiner Frau im Mai die Geburt unsere Tochter.

Beruf: Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft Verdi in Rosenheim.

Hobbys: Mountainbiken, Tauchen und Skifahren.

Mein Lebensmotto: Gemeinsam kann man mehr erreichen.

Mir liegt besonders das miteinander am Herzen, Themen gemeinsam angehen, Probleme aufgreifen, gemeinsam Ideen entwickeln, Wege und Lösungen zusammen erarbeiten. Am Ende muss ein von vielen Beteiligten akzeptiertes Ergebnis stehen.

Greta Thunbergist ein Mädchen, das sich um ihre Generation sorgt und Themen aufgreift, um die wir uns kümmern müssen.

Als OB würde ich als erstes das Projekt „Bürgerbeteiligung“ angehen.

Der Klimawandel geht uns alle etwas an und darum muss jeder etwas beitragen.

Mit Händen und Füßen würde ich mich als OB gegen ein weiteres Nahversorgungszentrum wehren.

Mein Lieblingsplatz in Rosenheim ist der Riedergarten.

Quelle: OVB online

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