So arbeitet die Straßenmeisterei Rosenheim

Was macht der Winterdienst, wenn eigentlich kein Winter da ist?

Die Herren der Straßen: v.l.: Hauptstraßenmeister Martin Rabe und Betriebsdienstleiter Axel Reinicke
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Die Herren der Straßen: v.l.: Hauptstraßenmeister Martin Rabe und Betriebsdienstleiter Axel Reinicke

Rosenheim/Landkreis - Aktuell zeigt sich der Winter im Landkreis ja eher von seiner schüchternen Seite. Die Straßen sind frei, kein Schnee in Sicht. Was macht der Winterdienst eigentlich, wenn die großen Schneemengen ausbleiben? 

Es ist frühlingshaft grün am Rosenheimer Innzipfel, der Heimat der Straßenmeisterei Rosenheim und mit ihr auch Heimat von drei eigenen Winterfahrzeugen und einer Salzhalle. Trotz des schneefreien Wetters rückt der Winterdienst auch heute aus. Am 11. Februar 2020 ist Gunnar Haberl seit 3 Uhr in der Früh mit seinem dreiachsigen Winterdienstfahrzeug unterwegs. Und das, obwohl kein Krümel Schnee auf den Straßen liegt. "Hier in der Salzhalle wird das Fahrzeug befüllt." 

Gunnar Haberl belädt in der Salzhalle das 3-achsige Winterdienstfahrzeug mit Streusalz 

Einsatz zur Präventivstreuung

Die Winterdienst-Einsatzkräfte in Rosenheim rücken auch trotz des milden Winters oft aus. Sie führen je nach Wetterlage, also vor allem wenn Temperaturen um den Gefrierpunkt angesagt sind, Präventivstreuungen auf den Straßen im Landkreis durch. Bei den Präventivstreuungen wird vornehmlich Sole in Kombination mit Salz gestreut. 

Die Straßenmeisterei Rosenheim hat insgesamt 320 Streckenkilometer Staats- und Bundesstraßen zu betreuen. Das passiert mit den drei eigenen Streufahrzeugen und vier von externen Unternehmen. Außerdem stehen der Straßenmeisterei Rosenheim 12 Räumfahrzeuge zur Verfügung. Wenn kein Schnee angesagt ist, sind die Einsatzkräfte dennoch auf Späherfahrten unterwegs. Koordiniert wird alles von den Winterdiensteinsatzleitern. Die haben 24 Stunden das Wetter im Blick

Genaue Vorgaben zum Streuen vom Ministerium

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Arbeitsbeginn für die Einsatzleiter ist nämlich schon um 2.30 Uhr. Spätestens um 3.30 Uhr sind alle Fahrzeuge draußen. "Ab einer Temperatur von drei Grad schicken wir die Fahrzeuge raus", sagt Winterdiensteinsatzleiter Georg Hofmann. Laut Vorgabe des Ministeriums dürfen die Arbeiter für das Streuen der 320 Streckenkilometer nicht länger als zwei Stunden und für das Räumen nicht länger als drei Stunden brauchen. Um spätestens sechs Uhr müssen alle Straßen bedient sein und das dann bis 22 Uhr Abends, außer auf exponierten Straßen wie Autobahnzubringern, dort ist der Winterdienst 24 Stunden im Einsatz. Dieses Jahr hatten die Rosenheimer bisher jedoch nur zwei Räumeinsätze in Sachrang.

Winterdiensteinsatzleiter Georg Hofmann überprüft am PC das Streckennetz

Vom PC aus kann der Einsatzleiter alle Fahrzeuge und Straßen in Echtzeit überwachen. Auf der Strecke installierte Kameras und Messgeräte geben ihm die notwendigen Infos, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. "Von hier aus haben wir den Landkreis komplett im Blick", sagt Hofmann.

Schneechaos verlangte viel ab

Vor gut einem Jahr sah die Lage noch ganz anders aus. Der Schnee lag meterhoch: Die heftigen Schneefälle im Januar 2019 brachten tausende Rettungskräfte und freiwillige Helfer an ihre Belastungsgrenze. Auch die Mitarbeiter der Rosenheimer Straßenmeisterei waren mehr als gefordert. "Das war eine interessante Lage", sagt Hauptstraßenmeister Martin Rabe im Gespräch mit rosenheim24.de. "Aber es war alles machbar, wir mussten allerdings weitere Fahrzeuge anmieten. Ohne wäre es nicht gegangen", erzählt Rabe. Unterstützung bekamen die Männer damals auch vom Landkreis und sogar aus Aschaffenburg und Krumbach kamen Kollegen, um zu helfen. Auch dieses Jahr sind die Rosenheimer und andere Landkreise wieder gut auf den Ernstfall vorbereitet

Schneechaos in Aschau und Sachrang

 © Josef Reisner
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Salz und Sole

Das Winterdienstfahrzeug kann 5.000 Liter Sole und vier Kubik Trockensalz fassen

In Rosenheim wird vor allem Sole gestreut. Bei diesem Feuchtsalzstreuverfahren kombiniert man die Vorteile von Trockensalz und Salzlösung miteinander und erreicht so eine schnellere Wirkung und geringere Wehverluste bei gleichzeitiger Verwendung geringerer Salzmengen und höherer Wirksamkeit. Das trockene Auftausalz wird vor dem Streuen mit einer Salzlösung angefeuchtet.

Insgesamt 1.200 Tonnen Salz hat die Straßenmeisterei Rosenheim im Winter 2019/20 verbraucht. Zum Vergleich: Vergangenen Winter waren es zum selben Zeitpunkt bereits zwei Tonnen mehr. 

jb

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