Unterschriftenaktion 

Besserer Radverkehr in Rosenheim: Kommt bald ein Bürgerentscheid?

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An der Kreuzung vor der Astrid-Lindgren-Grundschule in Rosenheim unterstützt eine Schulweghelferin die Kinder beim Überqueren der Kreuzung
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Rosenheim - Sie wollen ein fahrradfreundliches Rosenheim: Die Initiative "Radentscheid" startete am Wochenende eine Unterschriftenaktion. Das Ziel ist ein Bürgerentscheid für Verbesserungen im Radvehrkehr in der Stadt.

"Für eine echte Verkehrswende - der Radentscheid Rosenheim" ist der Slogan der Initiative "Radentscheid. Die Initiatoren machen nun auch in Rosenheim mobil. Am Samstag, den 5. Oktober starteten sie auf dem Max-Josefs-Platz eine Unterschriftenaktion für einen Bürgerentscheid. In München wurden bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt und dem Rathaus übergeben. Um einen Bügerentscheid in Rosenheim herbeizuführen, der den Stadtrat verpflichtet, die Ziele des Radentscheids umzusetzen, bräuchte die Initiative mindestens 2.700 Unterschriften.

"Rosenheim bietet beste Voraussetzungen zum Radeln mit seinen kurzen Distanzen und seiner flachen Topographie. Dennoch werden hier immer noch fast 60% aller Wege unter fünf Kilometer mit dem Auto zurückgelegt! Grund dafür sind die vielen unzureichenden Verkehrs-Situationen, in denen sich Radfahrer unwohl und unsicher fühlen", heißt es von Seiten der Initiatoren.

Die Forderungen

Die Stadt soll mehr Platz für den Radverkehr bereitstellen, Unfallschwerpunkte entschärfen und ein lückenloses Radwegenetz schaffen. Sechs Ziele wurden formuliert:

  1. Sicheres Radfahren auf allen Straßen und Wegen
  2. Lückenloses Radverkehrsnetz
  3. Radverkehrsanlagen in hoher Qualität
  4. Verbesserungen an Kreuzungen und Ampelanlagen
  5. Ausbau attraktiver Fahrradabstellmöglichkeiten
  6. Zügige und effiziente Planung und Umsetzung

Andere Städte gehen bereits mit gutem Beispiel voran

In Bamberg, München und Würzburg gab es bereits ähnliche Aktionen. Auch in Regensburg werden gerade Unterschriften gesammelt.

Landkreisweites Radwegenetz

Die Forderung nach einem besseren Radwegenetz betrifft aber nicht nur das Rosenheimer Stadtgebiet. Die Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen reichte bereits im November 2017 einen Antrag für ein Landkreisweites Radwegenetz ein. Mit Erfolg: Der Kreisausschuss beauftragte im Juli 2019 die Landkreisverwaltung, zusammen mit einer kleinen Arbeitsgruppe von Kreisräten bis zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses ein geeignetes Ingenieurbüro auszusuchen und zur Beauftragung vorzuschlagen. 

Wie der Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt Rosenheim Gerhard Kippes sagte, solle das Planungsbüro herausfinden, wo es noch Lücken im Landkreis Rosenheim gibt und wie dieses geschlossen werden können. Vorrangig soll vor allem bereits vorhandene Verkehrsinfrastruktur genutzt werden. 

Ghostbike zum Gedenken und zur Mahnung

In Westerndorf St. Peter stellte der Ehemann einer im April 2018 durch einen Verkehrsunfall tödlich verunglückten Radfahrerin ein sogenanntes Ghostbike auf. Es ist das erste und hoffentlich auch das letzte Ghostbike in Rosenheim.

Die Idee für die Ghostbikes stammt aus den USA. Sie dienen nicht nur dem Gedenken an im Straßenverkehr tödlich verunglückte Radfahrer, sie sollen auch auf Gefahrenstellen aufmerksam machen und eine sichere Infrastruktur für den Radverkehr anmahnen. 

jb

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