Weitere Stationen bei der Neuausrichtung

Kathrein verkauft Katek in Grassau und ist jetzt Aktiengesellschaft

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von links nach rechts: Klaus Weinmann, Stefan Kober (beide PRIMEPULSE SE), Anton Kathrein (CEO Kathrein-Gruppe) und Robert Both (Geschäftsführer Katek GmbH)
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Rosenheim - Kathrein hat im Zuge seiner laufenden Restrukturierung einen weiteren Schritt unternommen: Das Rosenheimer Unternehmen trennt sich von der Katek GmbH in Grassau.

Der Verkauf der Katek GmbH erfolgte im Zuge der Neuausrichtung und der damit verbundenen Konzentration auf die Kernkompetenzen der Kathrein-Gruppe im Bereich Hochfrequenz-Technik. Das teilt das Rosenheimer Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. „Die Katek- Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren exzellent entwickelt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Katek GmbH danke ich dafür sehr. Ich bin sicher, dass das Unternehmen als Teil der "Primepulse SE" eine hervorragende Perspektive hat“, sagt Anton Kathrein. 

Kathrein nun Europäische Aktiengesellschaft

Die Katek-Unternehmensgruppe ist laut Kathrein einer der größten Elektronikfertiger (EMS) Deutschlands. An ihren Standorten in Grassau und Györ (Ungarn) beschäftigt sie insgesamt rund 830 Mitarbeiter und erziele im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von rund 150 Mio. Euro. Zu den Kunden wurden laut dem Unternehmen namhafte nationale und internationale Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Automotive, Telekommunikation, Consumer-Electronics, Industrieelektronik sowie Medizin- und Messgerätetechnik gehören.

Wie das Rosenheimer Unternehmen weiterhin mitteilt, wurde die Unternehmensgruppe zum 1. Mai 2018 zur Rechtsform einer Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea, Kurzform SE). Das Unternehmen firmiert damit ab sofort als Kathrein SE. „Die SE als führende und bewährte europäische Rechtsform stärkt unsere Wettbewerbsposition und passt perfekt zu unseren Wachstumszielen“, sagt Anton Kathrein. „Wir können die neu formierte Gruppe aus der Kathrein SE heraus direkt steuern und stärken damit die Leitung und Kontrolle unseres komplexen Unternehmens.“ Die neue Rechtsform habe laut Auskunft des Unternehmens keine Auswirkungen auf das laufende Geschäft und den Unternehmenssitz, der in Rosenheim bleibe. Das gesamte Vermögen der Kathrein-Werke KG wurde demnach in die Europäische Aktiongesellschaft eingebracht.

Unternehmen bleibt in Familienbesitz

Die Umwandlung von Kathrein in eine Aktiengesellschaft habe weiterhin keinen Börsengang zur Folge. „Es wird keine Kathrein-Aktien zu kaufen geben, die Anteile bleiben ausnahmslos in Familienbesitz“, so der Firmenchef weiter. Die Geschäfte leite ein Vorstand, der neben Anton Kathrein aus Joe Doering, Jürgen Walter, Hans-Joachim Ziems und Elmar Geissinger besteht. Ein fünfköpfiger Aufsichtsrat überwache die Geschäftsführung des Vorstands.

Arbeitsverträge unverändert übernommen 

Für die Beschäftigten habe sich mit dem Wechsel der Rechtsform in der Praxis nichts geändert. So die Firma in der Pressemitteilung weiter. Ein bestehender Arbeitsvertrag werde mit der Kathrein SE als Arbeitgeber unverändert weitergeführt. Die Tarifbindung bestehe ebenfalls weiterhin, da die Europäische Aktiongesellschaft gleichfalls zum 1. Mai 2018 in den Arbeitgeberverband (vbm – Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie) eingetreten sei.

Werksschließung in Niederndorf

Mitte April teilte das Rosenheimer Unternehmen mit, dass es mit kreditgebenden Banken eine Vereinbarung abgeschlossen habe, die seine Finanzierung bis Ende 2020 sichere. Für negative Schlagzeilen hatte das Unternehmen zuletzt im Februar gesorgt. Damals war bekannt geworden, dass das Werk in Niederndorf in Tirol geschlossen wird. 230 Mitarbeiter, darunter auch viele Menschen aus der Region, verlieren deswegen ihre Jobs. Viele Mitarbeiter waren geschockt. "Ich habe überhaupt nicht mit der Schließung gerechnet", sagte ein Kufsteiner Familienvater.

mh/Pressemitteilung Kathrein SE

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