Eishalle beherrschte Diskussion in Rosenheimer Haupt- und Finanzausschuss

Umrüstung ROFA-Stadion zu Multifunktionsarena eine "Schnapsidee"? 

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Das Rofa-Stadion an der Jahnstraße. Im Haupt- und Finanzausschus war es unter anderem wegen der Erweiterung, der Umfunktionierung zu einer Multifunktiionshalle und wegen des Brandschutzes Thema. 
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Rosenheim -Back to the roots: In den 90er-Jahren wurden im Eishockey und Rofa-Stadion an der Jahnstraße Konzerte aufgeführt. Kann das Stadion möglicherweise als Multifunktionsarena für Konzerte, Kabarett-Auftritte, Kulturveranstaltungen oder Tagungen genützt werden? Und wie sieht es überdies mit einer zweiten Eisfläche aus? 

Ganz klar: Das Eisstadion im Herzen von Rosenheim stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der Haupt- und Finanzausschusssitzung der Stadt. Mit einem Antrag haben sich die CSU-Mitglieder des Stadtrats an die Stadtverwaltung gewandt: Die Idee, der Prüfung, inwieweit das Eisstadion an der Jahnstraße auch als Multifunktionsarena genutzt werden kann, ist nicht neu. Die CSU hatte bereits 2018 einen solchen Antrag an die Verwaltung gestellt. 

OB Bauer: "Realisierung unmöglich" 

Primär gehe es der CSU um die Monate April bis Mai, in denen das Stadion dem Eishockey-Sport nicht zur Verfügung stehe und lediglich gereinigt oder gewartet werde. Man könne sich gut vorstellen, dass im ROFA-Stadion auch Konzerte, Messen oder andwerweitige Veranstaltungen stattfinden könnten, betonte Herbert Borrmann. Schließlich sei das Stadion vor 20 Jahren auch schon mal für Konzerte genutzt worden: Die No Angels und die Erste Allgemeinen Verunsicherung (EAV) traten damals auf. 

Robert Metzger (SPD) betonte, ihm sei eine Multifunktionshalle "zu viel Bling Bling". Man habe andere große Themen, die Halle sei für Eissport ausgerichtet und solle es auch bleiben: "Das kann man an fünf Fingern abzählen, dass dieser Antrag eine Schnapsidee war." 

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer empfand die Idee, das Stadion das ganze Jahr über zu nutzen zwar als gut, ihr erscheine die Realisierung allerdings als unmöglich: "Bei der Umfunktionierung zu einer Multifunktionshalle wäre ein Nutzungskonzept erforderlich. Das geht nur, wenn die Halle komplett geschlossen wäre. Unter anderem müsste dann die notwendige Temperierung der Heizung mittels einer Lüftungsanlage geschehen. Außerdem sind statisch und bauphysikalisch in Bezug auf die Schließung des Dachs gesehen einige Fragen offen. Die Eisbande, die ohnehin 2023 erneuert werden würde, müsste demontierbar sein. Darüber hinaus ergeben sich logistische Probleme. Das alles wäre mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden." 

Brandschutz besitzt Priorität

Bauer betonte weiter: "Das Eisstadion als Versammlungsstätte ist auf derzeit 4.750 Personen zugelassen. Bei einer Multifunktionshalle würde die Zuschauerzahl auf 5022 ansteigen, womit wir mitunter mit dem Brandschutz Ungereimtheiten bekommen würden."

Die Genehmigung für die neue brandschutz- anlagentechnische und bauliche Instandsetzung in Höhe von 11,9 Millionen Euro hat der Haupt- und Finanzausschuss nämlich im Rahmen eines anderen Sitzungspunktes am 15. Oktober einstimmig erteilt - auch wenn die Kosten ursprünglich nur bei nur knapp 8 Millionen Euro lagen. Doch der Brandschutz koste Bauer zufolge eben Geld und sei überdies notwendig, sowohl beim ROFA-Stadion als auch beim KuKo oder an den Schulen. 

Diese Ansicht teilten die Ausschuss-Mitglieder, wenn auch nicht ganz geschlossen, wie Franz Opperer (Grüne): "Wir wollen das Gebäude in seiner Nutzung erhalten - ich trage die Kostensteigerung mit Schmerz aber ich trage sie mit." 

Robert Metzger (SPD) nahm Opperer hingegen den Wind aus den Segeln: "Wir tragen es ohne Schmerz mit - es ist die beste Lösung, die wir für die kommenden 20 Jahre wählen können." Damit traf er auch den Tenor der CSU-Mitglieder und der Freien Wähler. 

Weiterer Antrag auf Erweiterung des Eisstadions

Auch die Stadtratsfraktion der Freien Wähler/UP stellte einen Antrag: sie wünschen sich eine zweite Eisfläche - das forderten die Freien Wähler schon 2018

Nun soll das ein weiteres Mal geprüft werden - in Form einer Machbarkeitsstudie. Antragsteller Robert Multrus erklärte: "Wir hatten diese Idee im Hinterkopf und wollen mit der zweiten Eisfläche garantieren, dass wir an dem Standort bleiben können mit dem Eissport. Eine zweite Fläche wäre ein prägnanter Einfluss für unser Stadtbild, einen Ideen-Wettbewerb erachten wir als wichtig. Wenn wir das Stadion schon für die nächsten 25 Jahre ertüchtigen, so sollten wir genau prüfen, was wir den nachfolgenden Generationen mit auf den Weg geben." 

Das sah Herbert Borrmann (CSU) ganz anders: "Wenn wir den Antrag zur Prüfung unterstützen fangen wir wieder ganz von vorne an und ziehen das Ganze unnötig in die Länge. Franz Lukas (Grüne) sah das ebenfalls skeptisch: "Wir haben andere Probleme und sollten die Halle im Bestand erhalten, denn da sehe ich vielmehr Gefahr im Verzug." 

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ergänzte, gegen eine zweite Eisfläche würde ebenso sprechen, dass die Fläche an der Innsbrucker Straße Teil eines Landschaftsschutzgebiets sei und zudem könne sich das nahe gelegene Wohnareal durch eine zweite Fläche gestört fühlen. 

Der Antrag der Freien Wähler/UP wurde zurückgestellt, der Antrag der CSU über die Umfunktionierung des Stadions zu einer Multifunktionshalle wurde am Ende offen gelassen

mb

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