Nach Urteil im Prozess um tödlichen Unfall in Rosenheim

"Fehlerhafte Denkansätze": Anwalt von BMW-Fahrer geht in Berufung

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Die beiden Angeklagten, Rechtsanwalt Stephan Rochlitz, Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull (von links).
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Rosenheim - Am Dienstag ist am Amtsgericht ein Urteil im Raserprozess um den tödlichen Unfall in der Miesbacher Straße gefallen. Das letzte Wort in diesem Fall dürfte allerdings längst noch nicht gesprochen sein.

Wie das Oberbayerische Volksblatt nun berichtet, hat der Anwalt des BMW-Fahrers Daniel R. Rechtsmittel gegen das Urteil angekündigt. "Das versteht sich nach diesem Urteil von selbst", sagte Verteidiger Harald Baron von Koskull dem OVB. Von Koskull sieht auf dem Weg zur Urteilsfindung "fehlerhafte Denkansätze" seitens des Richters und der beiden Schöffen. Es könne einfach nicht sein, dass, wenn Zeugen als Lügner entlarvt würden, letztlich eine Entscheidung auf Grundlage von Weinkrämpfen getroffen werde, hieß es.

Auch die Staatsanwaltschaft überlegt derzeit in Berufung zu gehen. "Die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen den zweiten BMW-Fahrer werden gerade geprüft", sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz dem Oberbayerischen Volksblatt. Auch die Zeugenaussagen der BMW-Insassen will sich die Anklage noch einmal genau ansehen.

Am Dienstagnachmittag war nach mehrtägiger Verhandlung das Urteil gegen die beiden Angeklagten am Amtsgericht Rosenheim gefallen. Simon H. (25) aus Ulm war zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der BMW-Fahrer Daniel R. (24) aus Kolbermoor bekam zwei Jahre Haft ohne Bewährung aufgebrummt. Der Vater eines der toten Mädchen hatte in den beiden BMW-Fahrern immer die Hauptschuldigen gesehen, wie er nach dem Prozess noch einmal betonte.

Bei dem schrecklichen Unfall im November 2016 waren zwei junge Frauen vom Samerberg ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen war damals zum Teil schwerst verletzt worden.

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