Flüchtlingswelle

Polizei: "Belastungslimit ist überschritten"

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Rosenheim - 15.01 Uhr, 15.45 Uhr, 17.45 Uhr: Immer wieder kommen neue Eurocity-Züge aus Verona mit hunderten Flüchtlingen an. Manche Züge lässt die Polizei weiter nach München fahren.

Eigentlich müssen alle neu eigenreisten Asylbewerber in der Dienststelle der Bundespolizeidirektion Rosenheim kontrolliert und registriert werden, bevor es zur Erstaufnahmestelle in München geht (lesen Sie hier mehr dazu) - doch manchmal geht das nicht mehr.

Züge fahren durch bis München

Wie Bundespolizeisprecher Rainer Scharf Focus Online mitteilte, lasse man manche Züge unkontrolliert bis München durchfahren, die Kollegen in der Landeshauptstadt werden informiert. Der Grund: Die Sporthalle auf dem Gelände der Bundespolizei ist einfach noch voll von den Flüchtlingen aus den Zügen davor.

Hohe physische und psychische Belastung für die Beamten

In Rosenheim hat man das "Belastungslimit überschritten", erklärte Scharf dem Nachrichtenportal. Die tägliche Konfrontation mit den Einzelschicksalen der Flüchtlinge und die Einsätze im Stundentakt am Bahnsteig führen zu einer hohen psychischen und physischen Belastung für die Beamten.  

Allein am Dienstag musste die Bundespolizei in Rosenheim erneut innerhalb von 24 Stunden rund 300 Asylbewerber kontrollieren und registrieren. Bereits am Bahnsteig versucht man wenigstens den Namen und die Nationalität herauszufinden, damit Dolmetscher verständigt werden können.

Zu dieser Registrierung gehört auch eine ärztliche Untersuchung auf ansteckende Krankheiten wie Krätze oder Tuberkulose und die Abgabe eines Fingerabdrucks. Außerdem wird ein Foto gemacht. Normalerweise dauert dieser gesamte Vorgang zwei bis vier Stunden.

mg

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