Derzeit kein Hilfskrankenhaus in Rosenheim nötig

Leichte Entwarnung vom Klinik-Verbund - "Haben genügend Kapazitäten"

Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, ist für die Steuerung der Patienten, sowohl covid-erkrankt als auch nicht covid, zuständig.
+
Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, ist für die Steuerung der Patienten, sowohl covid-erkrankt als auch nicht covid, zuständig.

Rosenheim - Trotz Corona-Hotspot: Die Kliniken in der Region konnten leichte Entwarnung geben. Das berichteten die Pandemiebeauftragten der Kliniken bzw. Klinik-Verbünde im Rettungsdienstbereich (Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Landkreis Miesbach) in einem Video-Pressegespräch.

Die Anzahl der Intensivbetten und der Beatmungsgeräte würden laut Dr. Michael Städtler, seitEnde März Ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, derzeit ausreichen. Es seien genügend Betten frei. Bei einer starken Zunahme könnten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. „Aktuell befinden sich knapp 200 Covid-Erkrankte in den RoMed-Kliniken“, berichtet Dr. Hanns Lohner, Pandemiebeauftragter der RoMed-Kliniken.

Ein Hilfskrankenhaus, das zuletzt diskutiert wurde, wird aufgrund der ausreichenden Kapazitäten nicht benötigt. „Wir haben ein Konzept, aber wir haben keinen konkreten Standort, weil man es derzeit nicht braucht“, erklärt Dr. Städtler. Im gesamten Rettungsdienstbereich hätte man aktuell40 freie bei 50 belegten Betten für Intensivpatienten.

Dr. Lohner: "Waren auf Erkrankungswelle gut vorbereitet"

Nützliche Links zu Corona:

Es sei gelungen, die Klinik in Prien weiterhin frei von Covid-Erkrankten zu halten, damit diese den anderen Patienten voll zur Verfügung stehen kann. Bad Aibling dagegen ist Schwerpunktklinik und behandelt nur noch Covid-Patienten. Wasserburg und Rosenheim hätten dagegen getrennte Bereiche eingerichtet. Mit diesem Konzept sei der Klinik-Verbund bisher gut gefahren: „Wir waren auf die Erkrankungswelle relativ gut vorbereitet. Wir hoffen mit diesem Konzept die Patienten weiterhin gut versorgen zu können“, so Dr. Lohner.

Besonders die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken im Rettungsdienstbereich läuft sehr gut. „Wir haben bei unserem Standort in Bad Aibling keine Nothilfe-Struktur, weil wir eine Fachklinik sind. Dennoch konnten wir durch Sekundärverlegungen Patienten der RoMed-Kliniken übernehmen“, so Dr. Volker Huge, Pandemie-Beauftragter der Schön-Kliniken. Die zahlreichen Intensivpatienten vor Ostern konnten so auf die verschiedenen Standorte verteilt und damit gut versorgt werden.

"Normale" Patienten bleiben aus Angst daheim

Ein Punkt bereitet jedoch Sorgen. „Wir haben einen erheblichen Rückgang im kardiologischen Bereich. Es gibt beispielsweise weniger Patienten mit Herzinfarkten und Schlaganfällen. Das ist ein deutschlandweites Phänomen“, so Lohner. Das Problem liege nicht daran, dass weniger Patienten krank sind, sondern dass sie aus Angst vor einer Covid-Erkrankung nicht in die Kliniken kommen. Es gebe jedoch genügend Kapazitäten für Notfallpatienten.

„Die Akutversorgung läuft nach wie vor im Regelbetrieb. Entscheidend ist, dass Patienten keine Angst haben müssen in das Krankenhaus zu kommen. Die Patienten, die stationäre und akutmedizinische Behandlung notwendig haben, bekommen diese auch coronafrei“, unterstreicht Dr. Steffen Herdtle vom Krankenhaus Agatharied. Die meisten Kliniken hätten eine klare Trennung.

Infiziertes Personal und Schutzausrüstung

In allen Kliniken gab es bereits Fälle von infiziertem Personal. „Im Einzelfall ist es schwierig zu überprüfen, ob die Infektion im privaten Bereich oder in der Klinik stattgefunden hat. Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass sich Personal in der Klinik infiziert hat“, berichtet Lohner. Allerdings würde es bisher die Versorgung noch nicht beeinträchtigen. Bezüglich der mangelnden Schutzkleidung konnte Dr. Lohner etwas Entwarnung geben: „Es hat sich stabilisiert. Es gab Phasen, in denen wir nur noch Material für eine Woche hatten. Dies hat sich jedoch zunehmend gebessert“.

Das Coronavirus werde die Bevölkerung noch länger begleiten, sowohl innerklinisch als auch außerklinisch. „Ich habe den Eindruck, dass es sich auf einem gewissen hohen Niveau stabilisiert. Es wird aber sehr spannend, wenn die Ausgangsbeschränkungen zurückgenommen werden“, so Dr. Städtler. Eine Prognose könne man nicht abgeben. Vergangene Vorhersagen seien rückblickend auch nicht zutreffend gewesen.

jz

Kommentare