Überprüfung der Rosenheimer Ampelschaltungen

Keine "grüne Welle" im Stadtgebiet:  Intelligente Ampeln als Lösung? 

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Grüne Welle im Stadtgebiet wie hier am Bahnhof funktioniert nicht immer. Deshalb fordert die CSU-Stadtratsfraktion eine Überprüfung aller Anlagen im Innenstadtbereich und den Zufahrtsstraßen.
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Rosenheim - Das Thema Ampelschaltungen hat erneut den Weg in den Verkehrsausschuss gefunden: Die CSU-Stadtratsfraktion sprach sich in einem neuen Antrag für eine Überprüfung aller Anlagen im Innenstadtbereich und den Zufahrtsstraßen aus. 

Vor allem die Tatsache, dass im Stadtgebiet eine "grüne Welle" - nach Einschätzung innerstädtischen Vielfahrern - nicht vorhanden sei, sei eines der Anliegen der Fraktion für einen weiteren Antrag auf Überprüfung aller Ampelschaltungen. rosenheim24.de hat schon einmal den Selbsttest gewagt, was die Situation der Ampelschaltungen angeht. 

Nach Abschluss der Bauarbeiten rund um den Busbahnhof werde der Bereich durch einen externen Verkehrsgutachter mit entsprechender Expertise auf dem Gebiet der Verkehrs- und Signalanlagensteuerung analysiert. 

Helmut Cybulska vom Baudezernat der Stadt erklärte: "Wir haben das so in Auftrag gegeben. Da an den Knoten Luitpoldstraße/Bahnhofstraße und Luitpoldstraße/Anton-Kathrein-Straße durch die Bauarbeiten am Südtiroler Platz im kommenden Jahr allerdings noch Änderungen anstehen, wird die Überprüfung erst nach Abschluss der Baumaßnahme erfolgen." 

Künftig intelligente Ampelschaltungen? 

Daniel Artmann (CSU) erklärte, die Fraktion begrüße es, dass die Verwaltung nun diesen Weg gehe und warf einen Blick in die Zukunft: "Die aktuelle Entwicklung dreht sich um Bedarfsampeln, um den Verkehrsfluss noch enger zu halten - hier stellt sich natürlich die Frage nach den Kosten. Es macht schließlich keinen Sinn, wenn die Ampel für Fußgänger auf Grün steht, aber kein Fußgänger kreuzt." 

Fraktionskollege Herbert Borrmann schlug den gleichen Ton an: "Wir hoffen, dass wir irgendwann zu intelligenten Ampelschaltung übergehen können. Ich denke die Systeme, die künftig an den Echtzeit-Verkehr angebunden werden, bringen durchaus Vorteile. Freilich muss hier der Rhythmus passen. In Rosenheim gibt es ja auch Ampelanlagen, bei denen es gut klappt mit dem Verkehrsfluss und der grünen Welle, wie am Brückenberg. Es sind aber noch viele Ampeln da, an denen nachjustiert werden muss. Eine Zwei-Phasen-Schaltung wie in der Chiemseestraße oder der Münchner Straße reicht mir nicht aus. Die jetzige Situation vieler Ampeln im Stadtgebiet führt zu Unverständnis bei den Verkehrsteilnehmern." 

Franz Opperer (Grüne Stadtratsfraktion) konterte: "Wir brauchen weniger intelligente Ampelschaltung als intelligente Verkehrspolitik. Liebe Kollege, ihr kritisiert hier genau das, was ihr selber beschlossen habt." 

Artmann erwiderte, wenn man wollen würde, würde es auch gehen, dass man die Stadt mit Bedarfsampeln ausstatte, die beispielsweise nachts pausieren. 

Problematik Ampelschaltung bleibt Thema

An dieser Stelle hakte Franz Baumann an (FW/UP) ein. Er appellierte daran, Ampeln, die tagsüber laufen nicht nachts abzuschalten: "Wir können nicht alles pauschal ändern - wenn Ampeln nachts abgeschaltet sind, passieren Unfälle, die sich mit Ampelschaltung bestimmt nicht ereignen." 

Am Ende einigte man sich darauf, dass die Verwaltung die Bestandssituation weiter prüfen solle. Dies wurde von den Mitgliedern des Ausschusses auch so abgesegnet. 

Inwieweit neue Steuerungsverfahren, die sich noch in der Erprobung befinden, zur Verbesserung der Verkehrssteuerung beitragen können, werde aktuell im Rahmen des Forschungsprojekts KIBO-NUM untersucht. Die Ergebnisse sobald sie vorliegen im Verkehrsausschuss vorgestellt und gegebenenfalls auch in die Verkehrssteuerung in Rosenheim einfließen

mb

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