Pressemeldung CSU-Ortsverband Rosenheim-Pang

Offener Brief an Minister Scheuer: "Sind über Pläne von Bahn entsetzt!"

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Der CSU-Ortsverband Pang hat sich mit einem offenen Brief an Verkehrsminister Andreas Scheuer gewandt.

Rosenheim - Der CSU-Ortsverband Pang will sich mit den Trassenplänen der Deutschen Bahn bezüglich des Brennernordzulaufes nicht abfinden und setzt sich zur Wehr. Deswegen haben die Verantwortlichen jetzt einen offenen Brief an Verkehrsminister Andreas Scheuer geschrieben:

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bundesminister, lieber Herr Scheuer,

erlauben Sie mir Ihnen aus Sicht eines betroffenen CSU-Ortsverbandes ein Feedback zur aktuellen Trassendiskussion für den Brennernordzulauf zukommen zu lassen: Der CSU-Ortsverband Pang ist über die Pläne der Bahn für den Brennernordzulauf entsetzt! 

Seit Jahren leiden wir, wie viele andere Orte auch, unter massivem Verkehr. Die A8 und das Inntaldreieck im Süden, die B15 neu (Westtangente) im Westen und die Staatsstraße 2362 (Panorama- Schwaig) im Norden, im Osten liegen die Bahnstrecke Rosenheim-Innsbruck und die B15. Alle diese Infrastrukturen sind maximal zwei Kilometer Luftlinie von unserer Ortschaft entfernt. Zwei Umleitungsrouten für die A8 treffen sich in unserer Ortsmitte und belasten uns extrem. Eine internationale Ölpipeline und eine überörtliche Gasleitung durchschneiden bereits unsere Fluren. Ein Naturschutz- und FFH- Gebiet sind in der Nähe. 

In der Gemeinde Pang, die 1978 nur teilweise nach Rosenheim eingemeindet wurde, gibt es Gott sei Dank noch 15 Landwirte mit Milchviehhaltung als Vollerwerbsbetriebe. Seit Jahren werden durch die Infrastrukturmaßnahmen 

  • Verbreiterung der A8
  • Neubau der B 15 (Westtangente)
  • Neubau Staatsstraße 2078 (Panorama-Schwaig) 

viele Hektar landwirtschaftliche Flächen verbraucht. So darf es nicht weitergehen! Die Ausweisung von Bauflächen ist bei uns seit vielen Jahren auf Abrundungen und Lückenschlüsse reduziert. 

Die ganze Ortschaft Pang und ihre Bürgerinnen und Bürger sind über Jahrzehnte hinweg stets zu ihrer Verantwortung für internationale, nationale und regionale Verkehrswege gestanden. Wir sind nun aber nicht mehr gewillt, die neuen Pläne der Bahn zum Brennernordzulauf für eine neue Trasse quer durch unsere letzten verbliebenen hochwertigen landwirtschaftlichen Flächen zu dulden. Nach den jetzigen Planungskorridoren sollen in jeweils etwa 100 Meter Entfernung zwei wertvolle Kulturgüter tangiert werden (Kirche in Westerndorf am Wasen, eine einzigartige Zwiebelkuppelkirche sowie die Taufkapelle am Widden im sog. alten Pfarrhof). In dieser Ausführung würde das Projekt unseren Lebensraum in nicht hinnehmbarer Weise zerstören

Bisher liegen keine Zahlen vor, die einen solchen gewaltigen Eingriff in eine gewachsene Kulturlandschaft auch nur ansatzweise rechtfertigen könnten. Die Bahn ist bisher nicht in der Lage, Güter aus der Region und für die Region kostengünstig, termingerecht und zuverlässig zu transportieren und den Lkw-Verkehr so zu verringern. Verladebahnhöfe werden wieder geschlossen. Unsere Region ausschließlich für überregionale Verkehre zu opfern ist nicht hinnehmbar. 

Um sich dem Gelände anzupassen, müssten riesige Brückenbauwerke errichtet werden. Kurvenradien, Verknüpfungsstellen und Anbindestrecken würden weiteren Lebensraum zerstören. Untertunnelungen, bzw. Einhausungen sind in unserer Region gar nicht möglich (Grundwasser, Seeton, siehe Westtangente, Trinkwassergewinnung). 

Allein auf Panger Fluren wären Brücken über die A8, die B15 (Westtangente), die Staatsstraßen 2010 und 2078 sowie die Querung der Öl- und Gaspipeline notwendig. Noch dazu kämen etliche Über- oder Unterführungen von zahlreichen Flurwegen. 

Beim Bau der o.g. Infrastrukturprojekte haben die betroffenen Grundstücksbesitzer schon bisher schlechte Erfahrungen mit den staatlichen Ämtern gemacht (miserabler Wertausgleich, fehlende Wildschutzzäune, unzureichende Bodengutachten). Der Flächenausgleich nach bayerischer Kompensationsverordnung ist gar nicht möglich. Solche Negativ-Erfahrungen untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat bei Bevölkerungsgruppen, die eigentlich zu den tragenden Gesellschaftsschichten unseres Landes zählen. 

Weil wir wissen, was es heißt, Belastungen durch Verkehr und verschiedenste staatliche Baumaßnahmen auszuhalten, fordern wir den umgehenden Planungsstopp für Trassenverläufe im Süden, Südwesten und Norden von Rosenheim! Wir bitten Sie als den zuständigen, noch dazu aus Bayern stammenden Bundesminister: Sorgen sie für nachvollziehbare Bedarfsprognosen! Achten Sie auf ein vernünftiges Kosten- Nutzen-Verhältnis. Dann wird sich eine derart unverträgliche Trassenplanung von selbst erledigen.

Pressemeldung CSU Ortsverband Rosenheim-Pang

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