160 Mitarbeiter vor dem Aus

Danone schließt Werk in Rosenheim - Director Operations äußert sich im Video

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Danone schließt Werk in Rosenheim: Nadir Hamidou, Director of Operations bei Danone äußert sich im Video zu der Schließung

Rosenheim - Schocknachricht am Mittwochnachmittag. Danone will bis Ende Juli 2021 das Werk in Rosenheim schließen. 

Update 19 Uhr: Der Director of Operations bei Danone äußert sich

**Am Donnerstag gibt es weitere ausführliche Infos zur Schließung des Werkes**

Update, 15.40 Uhr - Bürgermeisterin Gabriele Bauer bezieht Stellung

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bezog zur Schließung des Danone-Werks in Rosenheim, die am Mittwoch bekannt gegeben wurde, Stellung in einer Pressemeldung. Sie drückte ihr Bedauern über die Maßnahme wie folgt aus: 


Die Entscheidung das Danone-Werk in Rosenheim zu schließen, mag aus Sicht der Konzernzentrale betriebswirtschaftlich geboten sein. Zu sehr und zu nachhaltig haben sich nach Unternehmensangaben die Verbrauchsgewohnheiten in den letzten Jahren weg von der klassischen Milch entwickelt. Zudem wirken wohl auch die Konflikte im internationalen Handel auf den Produktionsstandort Rosenheim zurück. Dennoch ist die Schließung dieses traditionsreichen Werks ein herber Schlag für die ganze Region. Rund 300 heimische Milchviehbetriebe verlieren damit einen verlässlichen Abnehmer. 

Dabei geht es nicht um anonyme industrielle Agrarfabriken sondern um zum Teil jahrhundertealte bäuerliche Familienbetriebe mit einer Tradition, die über Generationen zurückreicht. Sie sind jetzt unmittelbar in ihrer Existenz bedroht – und mit ihnen auch die Identität unserer Heimat, die gerade in den ländlichen Gemeinden nach wie vor von der bäuerlichen Landwirtschaft geprägt ist. 


Vielleicht ist eine solche Krisensituation auch ein Weckruf für all diejenigen, die glauben, bäuerliche Familienbetriebe mit immer noch mehr Regulierungen und manchmal fragwürdigen Beschränkungen überziehen zu können. Jetzt gilt es, im Benehmen mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium dringend nach kurzfristigen Lösungen für die betroffenen Landwirte und ihre Familien zu suchen. 

Mit der Schließung des Danone-Werks verliert Rosenheim ein Unternehmen, das zu den tragenden Säulen unseres Produktions- und Industriestandortes gezählt hat. Zum Glück ist der regionale Arbeitsmarkt nach wie vor in robuster Verfassung. Fachkräfte werden unverändert gesucht. Darin liegt eine Chance für die 160 betroffenen Beschäftigten, zumal sie in einer Übergangsfrist bis zur endgültigen Werksschließung die Möglichkeit haben, in der Region nach neuen Arbeitgebern zu suchen.

Dessen ungeachtet erwarte ich, dass gerade für ältere und langjährige Beschäftigte ein vernünftiger Sozialplan, gegebenenfalls mit einer Beschäftigungsgesellschaft, erarbeitet wird. So sehr wie wir uns dieser Tage noch über die Ansiedelung der Regierung von Oberbayern gefreut haben, so nachdrücklich macht diese Werksschließung deutlich, wie wichtig es ist, auch in einer wirtschaftsstarken Region wie Rosenheim den unternehmerischen Strukturwandel zu ermöglichen und für gute und wettbewerbsfähige Standortbedingungen zu sorgen. 

Sie sind die notwendige Voraussetzung, aus dieser Unternehmensschließung hoffentlich bereits mittelfristig für den Wirtschaftsstandort Rosenheim wieder neue Perspektiven mit neuen Unternehmen zu eröffnen. Insofern kommt auch die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets Brucklach zur rechten Zeit. Inwieweit es notwendig sein wird, auf den Wegfall eines starken und verlässlichen Gewerbesteuerzahlers mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu reagieren, werden wir in den nächsten Tagen erarbeiten.

Pressemeldung Stadt Rosenheim

Erstmeldung

15 Werke betreibt der Jogurt- und Babynahrungshersteller Danone in ganz Europa, eines davon in Rosenheim. Seit über 85 Jahren ist der Betrieb bereits in der Region zuhause, rund 160 Mitarbeiter kümmern sich auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal um die Herstellung.

Doch nach sorgfältiger Prüfung und angesichts der in den letzten zehn Jahren um rund 70 Prozent gesunkenen Auslastung, sowie der Notwendigkeit, sich an die sich rasant verändernden Verbrauchertrends anzupassen, hat Danone am Mittwoch, 22. Januar, angekündigt, das Werk in Rosenheim zu schließen. Dies gab Danone zur Mittagszeit bekannt. 

Rosenheim: Danone Werk schließt wohl Ende Juli 2021

Weiter heißt es, dass dies vorbehaltlich der Verhandlungen mit dem Betriebsrat geschieht. Das Werk wird allerdings bis Ende Juli 2021 weiterproduzieren. Von der Schließung betroffen wären rund 160 Mitarbeiter.

Mitte 2017 setzte der Milch-Verarbeiter noch verstärkt auf den heimischen Standort. Damals wurde eine neue Produktionslinie für Jogurt nach griechischer Art eingeführt.

Richard Trechman, Geschäftsführer der Danone GmbH, erklärte im Rahmen einer Belegschaftsversammlung bezüglich der bevorstehenden Schließung: „Die Entscheidung zur Schließung des Werkes war ein schwieriger Schritt, gerade weil sich die Mitarbeiter in Rosenheim in den letzten Jahren durch ein hohes Maß an Engagement ausgezeichnet haben. Unsere Mitarbeiter und deren berufliche Perspektive liegen uns sehr am Herzen. Deswegen ist es uns wichtig, einen fairen Sozialplan mit dem Betriebsrat zu entwickeln, und darüber hinaus, unsere Mitarbeiter dabei zu unterstützen, eine neue Beschäftigung zu finden.“ 

Danone will Mitarbeiter und Milchbauern unterstützen

Er fügte hinzu: „Für diejenigen, die mobil sind, prüfen wir die Möglichkeiten, in eines unserer anderen Danone Werke zu wechseln, oder aber wir helfen bei Bewerbungen bei Unternehmen innerhalb der Region.“

Danone wird auch die Milchbauern, die das Werk beliefern, dabei unterstützen, neue Milchabnehmer zu finden - und wird während der Übergangszeit wie bisher eng mit der Milcherzeuger­gemeinschaft zusammenarbeiten. 

Richard Trechman unterstrich hierzu: „Bei Bedarf werden wir spezielle Beratungsleistungen anbieten, um den reibungslosen Übergang zu einer neuen Molkerei zu ermöglichen.“ Darüber hinaus plant Danone in den kommenden Wochen mit der Stadt Rosenheim in einen konstruktiven Dialog über die Zukunft des Werkgrundstücks einzutreten.

Werk in Ochsenfurt nicht betroffen

Das Werk in Ochsenfurt ist von der Entscheidung nicht betroffen. Auf der Basis des bisherigen Produktportfolios und den in Ochsenfurt existierenden Anlagen plant Danone eine Reihe von Investitionen, um eine neue strategische Ausrichtung zu gewährleisten. So wird die Produktionsstätte künftig schneller und effizienter auf Verbraucherbedürfnisse reagieren können. 

In diesem Zusammenhang wird das Werk in den nächsten Jahren neben den klassischen kühlfrischen Joghurts und Desserts auch nicht gekühlte Milchprodukte und pflanzenbasierte Produkte herstellen.

mz/Pressemeldung Danone

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