Verkehrsausschuss favorisiert Neupflasterung oder mittige Pflasterung  

Barrierefrei über den Max-Josefs-Platz - Wann kommt eine Lösung? 

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Das Pflaster auf dem Max-Josefs-Platz ist alles andere als barrierefrei - das soll sich im Rahmen einer Neugestaltung ändern. 
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Rosenheim - Als Rollstuhlfahrer oder mit dem Rollator den Max-Josesfs-Platz in der Innenstadt passieren - eine Herausforderung für Menschen mit Beeinträchtigung. Deshalb bemüht sich die Stadt um eine barrierefreie Gestaltung, was aber nicht ganz einfach ist.

Dies wurde in der Diskussion im Ausschuss für Verkehrsfragen und ÖPNV am Donnerstagabend deutlich. Bereits zum wiederholten Male debattierten die Ausschussmitglieder die Realisierung einer barrierefreien Wegeführung über den Max-Josefs-Platz. "Wir haben es beim Max-Josefs-Platz mit einem der bedeutendsten Plätze zu tun", betonte Jochen Baur vom Architekturbüro SEP München, der in der Sitzung mehrere Gestaltungsvarianten vorstellte - von einzelnen Pflasterstreifen über eine mittige Neupflasterung bis hin zu einer Neugestaltung des gesamten Platzes auf rund 3.000 Quadratmeter

Die Diskussion der Räte, das kristallisierte sich schnell heraus, drehte sich um die Fugen, denn die seien das Hauptproblem, warum das Pflaster uneben sei. Dies zeigte sich auch schon bei der abgefrästen Pflasterfläche, die man im Juni in der Heilig-Geist-Straße als Musterfläche darstellte. Zudem seien die verlegten Steine und Platten auf dem Max-Josefs-Platz nicht geschnitten, was eine geradlinige ebene Verlegung ohnehin unmöglich mache, erklärte Baur weiter den Status Quo. 

Eine Kontaktmöglichkeit und viele hilfreiche Adressen und Tipps finden Körperbehinderte auf der Website barrierefrei-leben.org, einer Vereinigung von Menschen mit Körperbehinderung.

Zeitnahe Lösung erwünscht

Vor neun Jahren habe Horst Halser (ÖDP) den ersten Antrag auf eine barrierefreie Gestaltung gestellt. Mit den jetzt vorgestellten Varianten sei er, wie die Mehrheit der Mitglieder, "nicht glücklich". Ihm sei es dennoch wichtig, dass zeitnah eine Lösung gefunden werde und nicht weitere Jahre ins Land gehen, bis die Barrierefreiheit auf dem Max-Josefs-Platz realisiert werde. 

Andreas Lakowski (SPD) blies ins selbe Horn und stellte die Kosten in den Fokus: "Ich denke, wir brauchen auch eine anständige Kostenanalyse, bevor wir beschließen, wie viel wir von den 3.000 Quadratmetern Fläche wirklich umbauen wollen. Ich habe die Befürchtung, die ganz große Lösung können wir uns nicht leisten." 

Die Frage Franz Baumanns (FW/UP), ob es die Fugenabstände so groß sein müssten und ob man die Steine nicht enger verlegen könne musste Baur verneinen: "Es gibt DIN-Normen, an die wir uns halten müssen - bei zehn Zentimeter dickem Pflaster ist die Vorgabe der Fuge zehn Millimeter - wir können da nicht abweichen und außerhalb der Vorgaben handeln." 

60 Prozent Förderung vom Staat?

Zweiter Bürgermeister Anton Heindl (CSU) erkannte, dass man wohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu keiner Lösung kommen werde: "Zehn Jahre Ludwigsplatz und 35 Jahre Max-Josefs-Platz - ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wurde geteert und dann wieder gepflastert. Jetzt stehen wir vor dem Problem Barrierefreiheit und es muss etwas geschehen, denn so geht es nicht weiter. Die Lösung, das Pflaster abzuschleifen, haben wir abgelehnt, weil das Fugenproblem weiter bestehen würde. Für eine fundierte Entscheidung aber brauchen wir erstens einen Kostenrahmen und zweitens Anschauungsmaterial." 

Die Kosten stehen laut Helmut Cybulska vom Baudezernat der Stadt derzeit nur sehr vage im Raum: Abschleifen des Pflasters liegt bei etwa 250.000 Euro, eine Pflasterung der Platzinnenfläche würde sich auf etwa 800.000 Euro belaufen mit einer etwa 60-prozentigen Förderung

Die Ausschussmitglieder einigten sich am Ende darauf, die Mittelplatten-Variante oder eine neue Vollpflasterung des Platzes weiter verfolgen zu wollen - in den Bereichen der Heilig-Geist-Straße über den Max-Josefs-Platz bis hin zur Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Der Ludwigsplatz soll fürs Erste außen vor bleiben. Wichtig sei außerdem, den Platz auch in Zukunft historisch zu gestalten.

mb

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