Ein neues Konzept soll den Einzelhandel stärken

Rosenheimer Geschäfte leiden unter der Online-Konkurrenz

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Rosenheim - Auch dem Rosenheimer Einzelhandel macht die Online-Konkurrenz schwer zu schaffen. Der Stadtrat hat daher am Mittwoch ein Einzelhandelskonzept beschlossen, das den örtlichen Handel stärken soll.

"Wir sind uns glaube ich einig, dass sich die Einzelhandelssituation grundlegend verändert hat", eröffnete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer den Tagesordnungspunkt zum Einzelhandelskonzept am Mittwochabend. "Wir haben den Auftrag zu versuchen, eine bessere Gesamtsituation zu schaffen."

Die Stadt beauftragte daher die CIMA Beratung + Management GmbH in Kooperation mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibing, das Einzelhandelskonzept für Rosenheim zu aktualisieren. Projektleiter Christian Hörmann stellte dem Stadtrat das neue Konzept vor.

Das ergab die Marktanalyse

"Die Stadt Rosenheim steht vor einer großen Aufgabe", sagte Hörmann. Der wesentliche Unterschied zu den bisherigen Einzelhandelskonzepten sei Online- mit Offline-Angeboten zu verknüpfen. "Das ist eine Herkulesaufgabe", so der Projektleiter. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien aber hervorragend. Eine Marktanalyse hab ergeben, dass die Nachfrage in den letzten Jahren vor allem durch die steigende Einwohnerzahlen und den wachsenden Tourismus stetig wachse. "Das Angebot ist aber nicht hinterhergekommen", erläuterte Hörmann. 

In Rosenheim selbst gab es 2017 insgesamt 560 Einzelhandelsbetriebe mit 219.450 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem Umsatz von 676,4 Millionen Euro. Die Verkaufsfläche ist seit 2009 relativ gleich geblieben. 

Was kann getan werden?

Die CIMA empfiehlt die Kundenorientierungund die Zielgruppenprofilierung weiter auszubauen sowie ein regionales Marketing des Einzelhandelsstandortes einzuführen. Die Leute sollen gerne nach Rosenheim kommen. Die Innenstadt müsse erlebbar sein. Vorgeschlagen wurde den einzelnen Innenstadtlagen unterschiedliche Schwerpunkte und Vermarktungsthemen zuzuordnen:

  • Münchner Straße - "Boulevard der Marken"
  • Max-Josefs-Platz - "Genuss und Erlebnis"
  • Ludwigsplatz/Färberviertel - "Schönes Leben/Bunte Mischung"
  • Prinzregentenstraße - ""Kultur und Tourismus"
  • Nebenlagen - "Perlen der Stadt"
  • Innstraße - "Zuhause in der Stadt/Kreatives Viertel"
  • Bahnhof - "Eingang in die Stadt"

Beim Salingarten wird Verbesserungspotenzial in der Gestaltung des Außenbereiches und der Gastronomie gesehen. Auch der Salzstadel könnte demnach ein optisches Update vertragen. Außerdem soll die Bahnhofsstraße aufgewertet werden. Hier sei man durch private Investoren schon auf einem guten Weg.

Beim Thema Nahversorgung sei das Ziel, die räumlichen Lücken mit neuen Lebensmittelmärkten zu schließen. Die Projektplaner arbeiteten Leitlinien für die künftige Handelsentwicklung heraus. Das Fazit: Handel, Stadtverwaltung, Gastronomie, Tourismus und Kultur sollen künftig besser zusammenarbeiten. Die einzelnen Bereiche müssen besser vernetzt werden, beispielsweise mit schön gestalteten Plätzen, die zum Verweilen einladen. Auch das Erlebnisangebot müsse gesteigert werden. Das Motto: "Von der Handelslage zur Erlebnislage". Die Besucherzahl solle auch weiterhin stabil gehalten, wenn nicht sogar gesteigert werden.

Die Entscheidung, ob das Konzept so verwirklicht wird, falle aber erst mit dem Bebauungsplan, so Rechtsdezernent Herbert Hoch. Es sei nicht rechtsverbindlich und könne jederzeit weiterentwickelt werden.

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