Eine nachhaltige Alternative?

"Nimm's lose": Ab Samstag unverpackt in Rosenheim einkaufen!

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Rosenheim - Der erste (fast) plastikfreie Laden im Landkreis Rosenheim wird ab Samstag seine Pforten für umweltbewusste Kunden eröffnen. rosenheim24.de hat vorab hinter die Kulissen geblickt:

Die biologisch und regionalen Produkte sollen möglichst verpackungsfrei verkauft werden. Und tatsächlich muss man in dem kleinen Laden schon sehr lange suchen, um eine Verpackung aus Plastik zu finden.

Vor einem Jahr kamen dem Inhaber Christian Stibane und seiner Frau, die Idee den ersten verpackungsfreien Laden in Rosenheim und Umgebung zu eröffnen. Die gelernten Fotografen fanden während ihrer Australienreise "Zurück zur Einfachheit" und haben über ihren Lebenswandel nachgedacht. Dabei kam der Familie die Idee, sich mit einem ökologisch-nachhaltigem Geschäft selbstständig zu machen. 

Bilder aus dem neuen Geschäft "Nimm´s lose"

Das Konzept "Plastikfrei einkaufen"

Doch wie funktioniert das "Plastikfrei einkaufen"? Der Laden bietet hauptsächlich Grundnahrungsmittel wie verschiedene Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Reis, Nüsse, Müsli aber auch Getreide zum "selber mahlen". Zudem gibt es einen Milchspender, aus dem sich der Kunde frische Milch von regionalen Bauern abfüllen kann. Auch Tee, Kaffee, verschiedene Brotaufstriche, Gewürze und nicht zuletzt Haushaltswaren, wie Reinigungsmittel, hat der Laden zu bieten. 

Das Prinzip ist einfach: Der Kunde wiegt seine "Transportmittel" ab (gibt es in Form von Gläschen zu kaufen oder aber man bringt selbst zum Beispiel eine Dose mit) und befüllt dieses mit dem Produkt seiner Wahl. An der Kasse wird dann das Gewicht der Dose/Flasche/Gläschen abgezogen und das Produkt nach Gewicht bezahlt.

Produkte aus der Region

Und woher kommen die Produkte? "Wir versuchen, die Produkte so regional wie möglich einzukaufen. Unser Getreide, unsere Milch, die Müslis und unsere Pasta kommen direkt aus der Umgebung und wir achten auch darauf, einen direkten Kontakt zu den Landwirten aufzubauen", erklärt der Geschäftsführer. 

Preislicher Unterschied zu Biomärkten?

Das klingt ja alles ganz toll. Aber nachhaltig heißt ja auch immer teuer oder? "Natürlich können wir preislich nicht mit den Discountern mithalten. Aber Qualität hat nunmal seinen Preis. Wir möchten, dass der Bauer für seine Leistung bezahlt wird und einen fairen Preis erhält", so Stibane.

"Aber wir sind nicht teurer als ein herkömmlicher Biomarkt. Im Gegenteil - dadurch, dass wir viele unserer Produkte direkt beim Produzenten als "Rohstoffe" kaufen, fallen einige Zwischenhändler weg und unsere Produkte sind sogar etwas billiger."

Ein großer Pluspunkt für die Plastikverpackung ist natürlich die Hygiene. Kann ein Lebensmittelgeschäft ohne Plastik denn überhaupt den selben hygienischen Standard bieten wie ein herkömmliches Geschäft? "Unser Laden ist von der Lebensmittelüberwachung abgesegnet. Der Kunde kommt bei den rieselfähigen Produkten oder der Milch überhaupt nicht in direkten Kontakt mit dem Produkt. Für alles andere gibt es einen Hygienehandschuh. Der ist leider aus Plastik, aber da gibt es leider noch keine Alternative", bedauert der Inhaber.

Ist wirklich alles plastikfrei?

Fast! Neben dem Hygienehandschuh sind auch ein paar Behälter der Kosmetikartikel in Plastikbehältern, diese werden aber vom Hersteller wiederverwendet. Auch die "Recup"-Becher sind aus Plastik. "Da muss ich zugeben, dass es trotz der Plastikbecher ein wunderbares Konzept ist", schmunzelt der Geschäftsführer. "Wir haben aber bewusst auf das Wort 'unverpackt' im Name verzichtet. Komplett verpackungsfrei geht es leider nicht, unsere Lieferungen sind oftmals in Karton verpackt. Wir versuchen aber alles so gut es geht zu verwenden. So sind zum Bespiel die Produktbezeichnungen auf den gelieferten Kartonagen gedruckt."

Neugierig geworden?

Natürlich ist es umständlicher und weniger bequem als in einem herkömmlichen Laden einzukaufen. Der Laden bietet allerdings eine ökologische und nachhaltige Alternative zu "normalen" Läden und hat definitiv Zukunfts-Potential. Wer neugierig geworden ist, kann dann ab Samstag, 10. Juni, um 10 Uhr den verpackungsfreien Laden in der Gillitzerstraße in Rosenheim testen. Unter der Woche hat der Laden von 9 Uhr bis 19 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. 

Joanna Thurow

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