Gruppe von 20 auffälligen Fahrern kristallisierte sich heraus

Rosenheimer Polizei sagt "Auto-Posern" den Kampf an - Bilanz ist positiv

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Rosenheim - Die Polizei hat in Rosenheim vor rund eineinhalb Jahren die Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene“ gegründet. Am Montag wurde Bilanz gezogen.

Im Juli 2017 wurde die Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene“ bei der Polizeiinspektion Rosenheim ins Leben gerufen. Nachdem es immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung in dieser Richtung gab und sich im November 2016 ein tragischen Verkehrsunfall ereignete, bei dem zwei junge Frauen ihr Leben verloren, wurde von Seiten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und der Polizeiinspektion Rosenheim ein erhöhter Handlungsbedarf sowohl im Bereich Prävention als auch im Bereich Repression gesehen.

Positive Bilanz

Nach einem Jahr Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene" ziehen Polizeipräsident Robert Kopp, der Leiter der Staatsanwaltschaft Rosenheim, Oberstaatsanwalt Gunther Scharbert und Polizeioberrat Volker Klarner eine positive Bilanz: „Die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen ist uns besonders wichtig und gerade deshalb werden wir nicht zulassen, dass eine unbelehrbare Minderheit von „Rasern“ immer wieder andere Verkehrsteilnehmer durch bewusst rechtswidriges Fahrverhalten gefährden. Wir werden weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten, sowohl präventiv als auch repressiv, ausschöpfen und konsequent gegen die „Raser-Szene“ vorgehen!“

Neun Raser fielen dauerhaft auf

Im Zusammenhang mit den bereits seit Mitte 2016 gesammelten Erkenntnissen aus Geschwindigkeitsmessungen, allgemeinen Verkehrskontrollen sowie anlassbezogenen Kontrollen kristallisierten sich ca. 20 auffällige Kraftfahrzeugführer im Alter von 18 bis 28 Jahren, allesamt männlich, mit Wohnhaft im Landkreis Rosenheim und verschiedener Nationalitäten heraus, davon fielen neun  dauerhaft negativ auf. Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Rosenheim wurden im Bereich der bekannten „Raserstrecken“ im Zeitraum von November 2017 bis November 2018 insgesamt 313 Lasermessungen mit insgesamt 576 Beanstandungen und 39 Fahrverboten durchgeführt. Dabei war der traurige Spitzenreiter ein 20- jähriger Österreicher mit gemessenen 130 km/h auf der Kufsteiner Straße im Stadtgebiet Rosenheim.

Dazu Polizeipräsident Robert KOPP: „Die von der Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene“ durchgeführten Kontrollen haben erfolgreich Wirkung in der „Szene“ gezeigt. Wir dulden keine Raser auf unseren Straßen und gerade deshalb werden wir weiterhin konsequent, unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten, gegen diese vorgehen!“

118 Verstöße

Im Rahmen mehrerer anlassbezogener Kontrollen durch die beteiligten Polizeidienststellen wurden seit 1.1.2018 118 Verstöße gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung zur Anzeige gebracht, welche im Regelfall ein empfindliches Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zur Folge hatten. Des Weiteren wurden in diesem Zusammenhang auch technische Gutachten in Auftrag gegeben. Die dafür entstandenen Kosten in Höhe von 500 bis 1000 Euro wurden den Betroffenen zusätzlich auferlegt. 

Im Jahr 2018 wurden im Nahbereich der Polizeiinspektion Rosenheim 12 Anzeigen gemäß dem aufgrund der Gesetzesänderung im Oktober 2017 neu geschaffenen §315d StGB „Verbotenes Kraftfahrzeugrennen“ zur Anzeige gebracht, bei 7 Fällen erfolgten bereits Verurteilungen. Dabei konnten bei 10 verbotenen Kraftfahrzeugrennen die Führerscheine der Beschuldigten und bei 6 verbotenen Kraftfahrzeugrennen zusätzlich die Pkw sichergestellt bzw. beschlagnahmt werden. „Die neue Strafvorschrift, wonach illegale Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit bewertet werden, sondern eine Straftat gemäß § 315 d StGB darstellen können sorgt hier für eine positive Entwicklung. Durch die damit einhergehenden rechtlichen Möglichkeiten, wie Entzug der Fahrerlaubnis oder die Sicherstellung bzw. Einziehung der verwendeten Kraftfahrzeuge, erreichen wir zusätzlich eine abschreckende Wirkung“, so Oberstaatsanwalt Gunther Scharbert.

Rosenheimer Innenstadt erfolgreich von Rasern "befreit"

Neben den präventiven und repressiven polizeilichen Tätigkeiten wurden gleichzeitig in Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim verkehrsrechtliche Maßnahmen angeregt, um besonders tangierte Innenstadtbereiche für die Szene möglichst unattraktiv zu gestalten. Dies sei auch gelungen, so Kopp.

„Wir haben viel Zeit und Engagement in die Ermittlungsgruppe investiert. Klarstellen möchte ich auch, dass wir bewusst zu keiner Zeit von „Tunern“ oder der „Tuningszene“ gesprochen haben, da unser Fokus auf die wenigen „schwarzen Schafe“ dieser Szene gerichtet ist. Ein großer Dank geht auch an die Stadt Rosenheim, bei der wir immer auf offene Ohren mit unseren Vorhaben gestoßen sind und wir nur so gemeinsam zahlreiche Erfolge verbuchen konnten“, so Klarner.

jb/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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