Erster Neubau für Asylbewerber in Rosenheim

Grünes Licht für neue Unterkunft mit 200 Plätzen

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Rosenheim - Zum ersten Mal soll in der Stadt eine Flüchtlingsunterkunft von Grund auf neu gebaut werden. Wie das Gebäude im Gewerbegebiet an der Oberaustraße aussehen könnte:

"Zum ersten Mal soll hier ein richtiger Neubau entstehen, bisher wurden die Gebäude umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt", berichtete Michael Kettenstock, Leiter des Bauordnungs- und Vergabeamts der Stadt Rosenheim, in der Ausschusssitzung seines Gremiums am Donnerstag. Im Gewerbegebiet an der Oberaustraße im Rosenheimer Aicherpark, soll eine Anlage für 198 Asylbewerber entstehen. Neben dem Unterkunftsgebäude möchte der Bauwerber jedoch auch eine Lagerhalle realisieren. Die Absicht:Nach der Vermietung für einen gewissen Zeitraum soll der Komplex schließlich einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Grundsätzlich sei die Unterkunft in der Nachbarschaft des Industriegebiets dank der Gesetzesänderung in der jüngsten Vergangenheit noch bis 2019 ohne Umstände genehmigungsfähig, so Kettenstock weiter. Spezielle Lärm-rechtliche Vorgaben müssten hier nicht eingehalten werden. "Unterkünfte müssen die gleichen Emissionen ertragen wie andere Betreibe im Gebiet", so der Amtsleiter auf Nachfrage aus dem Gremium.

Zuerst Unterkunft, dann Logistik-Zentrum

In einer ersten Phase soll der Neubau mit einer Grundfläche von 55 mal 33 Metern für einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren an die Regierung von Oberbayern vermietet werden. Aus Rentabilitäts- und Finanzierungsgründen könne hier jedoch noch keine genauere Angabe gemacht werden, auch für die Verantwortlichen der Behörde stelle ein Neubau in Sachen Kosten noch Neuland dar. Das Gremium solle die Anfrage des Bauherrn daher eher als "Stimmungsabfrage" verstehen, so Michael Kettenstock weiter.

Nach der noch unbestimmten Nutzungsdauer als Unterkunft, soll dann schließlich auch die Lagerhalle ihrem eigentlichen Nutzen zugeführt werden. Das Gebäude soll als Logistik-Zentrum weiter betrieben werden.

Bereits rund 230 Asylbewerber im Aicherpark

Nachfragen aus dem Gremium kamen in erster Linie in Hinblick auf die Gesamtzahl an Asylbewerbern im Quartier. Mit den dann 198 neuen Flüchtlingen, die so zusätzlich im Bereich Aicherpark untergebracht sind, steige die Gesamtzahl auf rund 430 Personen. "Hier haben wir Bedenken, dass eine Ballung im Gebiet auftritt. (...) Zusätzlich könnte der Aspekt Integration dadurch konterkariert werden", äußerte sich Andreas Lakowski von der SPD.

Am Ende einigte sich das Gremium am Donnerstag, das Vorhaben und somit auch die Nutzung als Unterkunft, vorerst für fünf Jahre zu genehmigen. Besonderes Augenmerk soll zusätzlich auf eine Betreuung und Begleitung der Flüchtlinge gelegt werden, so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer abschließend.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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