45. Rosenheimer Fenstertage ein großer Erfolg

Über 800 Besucher infomieren sich über neuesten Entwicklungen

+
Eröffnung der 45. Rosenheimer Fenstertage durch Bernhard Helbing (Vorsitzender des Vorstands des Instituts für Fenstertechnik e.V., Rosenheim)

Rosenheim - Über 868 Teilnehmer aus 14 Ländern erhielten auf den 45. Rosenheimer Fenstertagen in 33 Vorträgen eine Vielzahl innovativer und praktisch nutzbarer Informationen rund um die neuesten Innovationen im Bereich Fenster.

Bereits in der Begrüßung von Bernhard Helbing (Vorstandsvorsitzender des ift Rosenheim) und Gabriele Bauer (Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim) wurde deutlich, dass die Auswirkungen der digitalen Entwicklung rasant auch unser Wohnen und unsere Gebäude erobern. Die Technik kann Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz verbessern. 

Allerdings müssen sich die Akteure der Fenster- und Fassadenbranche mit der neuen Technik und Details von Antrieben, Sensoren, WLAN, Apps und Steuerungen vertraut machen, um die Chancen zu nutzen. Dass dabei der „Blick auf Wirtschaftlichkeit und bezahlbares Wohnen nicht verloren geht“, war ein wichtiges Anliegen von OB Bauer. „Die vielen interessanten Vorträge haben mir wichtige Impulse für die strategische Arbeit in 2018 gegeben“ – diese oder ähnliche Aussagen konnte man am Freitag von vielen Teilnehmern hören.

"Zukunft meistern"

ift-Institutsleiter Prof. Ulrich Sieberath zeigte in seinem Vortrag „Zukunft meistern – mit Wissen, Kompetenz und Mut den Trends von Digitalisierung, Technologie und gesellschaftlichem Wandel begegnen“ die wichtigen Entwicklungen und Konsequenzen für die Branche. Er machte deutlich, dass Digitalisierung nicht nur Smart Home ist, sondern auch innovative Vertriebswege über das Internet umfasst und grundsätzliche Fragen für den Einsatz von Bauelementen aufwirft, beispielsweise wenn in es in Zukunft Dank intelligenter Car-Sharing-Konzepte weniger Bedarf an Garagen und damit auch Toren gibt.

Im Mittelpunkt: Die Digitalisierung

Ein weiteres Plenums-Highlight bot das „Vortragstrio“ zur Elbphilharmonie, bestehend aus Stefan Goeddertz (Herzog & de Meuron), Karl Lindenmaier, (Josef Gartner GmbH) und Michael Elstner (AGC Interpane). Die drei Referenten nahmen die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise an die Elbe. Im Detail wurde durch den Architekten Stefan Goeddertz das Gestaltungskonzept erläutert und im Anschluss erklärt, wie die ambitionierten Anforderungen erfüllt werden konnten.

Der Plenumsvortrag des gelernten Kriminologen, Buchautors und Innovationsmanagers Dr. Jens-Uwe Meyer (Innolytics GmbH) zum Thema „Digitale Disruption“ machte an vielen Praxisbeispielen deutlich, dass eine digitale Revolution wirklich in Gang ist und sich nicht aufhalten lässt. Digitale Geschäftsmodelle sind oft radikal anders, und Kundenbedürfnisse werden durch die Digitalisierung erst erzeugt. Fitness-Apps, 3D-Drucker oder der Online-Chat mit dem Arzt – das ist die erste Stufe zur digitalen Transformation. Das, was uns in der nächsten Stufe erwartet, ist digitale Disruption. Sie wird ganze Branchen grundlegend erneuern oder überflüssig machen.

Zahlreiche interessante Plenumsvorträge

Im Nachgang konfrontierte Plenumsreferent Prof. Christian Niemöller (SMNG) die „entrückten“ Zuhörer in seinem Vortrag „Bauen mit Generalunternehmern – Funktionale Leistungsverpflichtung des Fenster-/Fassadenherstellers?“ mit juristischen Tatsachen. Welche riesigen Vertriebschancen sich durch eine moderne Website ergeben, erläuterte Dr. Frederik Lehner (Interconnection Consulting) unter dem provokanten Vortragstitel „E-Commerce am Fenstermarkt – Eurograb oder Umsatzmotor?“.

Die neuesten Innovationen vorgestellt

Als weiteres Highlight erwies sich der Themenblock „Adaptive Verglasungen“. Diese bieten gegenüber einem außenliegenden Sonnenschutz bzw. Sonnenschutzverglasungen erhebliche Vorteile, beispielsweise eine einfache und flexible Skalierung des g-Wertes, die Transparenz auch im verschatteten Zustand sowie eine nahezu wartungsfreie Technik und Funktion auch bei starkem Wind. Lukas Niklaus (Fraunhofer-Institut für Silicatfor- schung ISC) vermittelte zunächst die wissenschaftliche Grundlage und gab einen Überblick zu den verfügbaren Technologien für schaltbare Verglasungen.

Im Anschluss stellte Manfred Dittmar (EControl-Glas) die unterschiedlichen technischen Möglichkeiten und Produkte für dimmbare Verglasungen vor. Der dritte Vortrag von Dr. Johannes Canisius (Merck KG) zeigte in seinem Vortrag „Schaltbare Flüssigkristallfenster“ einen Blick in die nahe Zukunft.

Auch Einbruch und Sicherheit war ein Thema

Dem Megathema Einbruch und Sicherheit widmete sich gleich ein ganzer Themenblock. Christian Kehrer (ift) berichtete über „Entwicklungen bei Normung, Prüfung und Montage“. Auch hier schimmerte die digitale Veränderung durch, denn die Leistungsfähigkeit und der Marktanteil von elektromotorischen Schlössern und Beschlägen nimmt ständig zu. Wie hier die Einbruchhemmung zu bewerten ist, erarbeitet gerade eine Arbeitsgruppe von Experten aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Die Ergebnisse und Bewertungskriterien sollen bis zur Fensterbau Frontale im März 2018 in einer Richtlinie vorgestellt werden.

Fabian Kutscher (ift) stellte erste Zwischenergebnisse des wichtigen Forschungsprojekts „Montage einbruchhemmender Bauelemente in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk“ vor. Das wichtigste Ergebnis ist, dass auch mit normalen Befestigungsmitteln eine sichere Verankerung möglich sein wird. Da das Projekt zusammen mit dem Ziegelverband durchgeführt wird, werden auch die „Maurer“ entsprechend informiert und sensibilisiert.

Workshops mit Experten

Daneben gab es natürlich noch eine Vielzahl von Vorträgen mit Lösungen für Praxisprobleme, die direkt umsetzbar sind. Hierzu zählen Praxisworkshops am Mittwoch genauso wie die Vorstellung des Montageleitfadens für Fassaden von Wolfgang Jehl (ift), die tabellarische Ermittlung der Luftschall- und Längsschalldämmung üblicher Fassadenkonstruktionen auch ohne Prüfung von Bernd Saß (ift), oder wie man schnell und unkompliziert die notwendigen Produktkennwerte bei Ausschreibungen für Gebäude mit einer LEED- oder DGNB-Zertifizierung bekommt von Florian Stich (ift).

Rosenheimer Fenstertage 2017 ein großer Erfolg

In diesem Jahr haben die Rosenheimer Fenstertage einmal mehr den Anspruch erfüllt, die wichtigen Trends aus Technik, Normung und Baupraxis zu identifizieren, zu analysieren und praxisnah zu beschreiben. Dies ist die Grundlage für eine erfolgreiche Anpassung der Strategien und der erfolgreichen Positionierung des eigenen Unternehmens. Dies gilt umso mehr, wenn disruptive Entwicklungen erkennbar sind. 

Wer die 45. Rosenheimer Fenstertage nicht besuchen konnte, findet Textmanuskripte und Vortragsfolien der Referenten zum Nettopreis von 39 Euro im ift-Jahrbuch.

Pressemeldung ift Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT