Feuerwehren am Floriansee

Rosenheimer Feuerwehren im Brandübungscontainer

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Rosenheim - Um die Gefahren eines Brandes besser erkennen und einschätzen zu können, wurden Aktive aller Rosenheimer Feuerwehren in einem Brandübungscontainer geschult.

Noch brennt das Feuer hell und klar. Mit jeder Sekunde aber wird der Rauch stärker. Bald wabern dicke graue Rauchschwaden über die Helme der acht Feuerwehrleute, die auf dem Boden eines Containers hocken. Geschützt durch ihre Pressluftatmer beobachten sie, wie sich der Rauch immer weiter ausbreitet, bis man schließlich die Hand nicht mehr vor den Augen erkennen kann.

Eine realistische Übung von Aktiven aller Rosenheimer Feuerwehren in einem so genannten Brandübungscontainer. Das Gerät auf einem Sattelschlepper steht am Feuerwehr-Übungsgelände am Floriansee, acht Durchgänge für jeweils acht Atemschutzgeräteträger werden absolviert. Im Gegensatz zu anderen Übungseinrichtungen wird das Feuer hier nicht mit Gas erzeugt, es werden Holzplatten verbrannt. Deshalb raucht es gewaltig, und darauf kommt es an: „Die Feuerwehrleute sollen Gefahren eines Brandes erkennen, vor allem die Anzeichen für eine Rauchdurchzündung, wenn sich also der heiße Rauch schlagartig entzündet, was sehr gefährlich für die Feuerwehrleute sein kann“, erzählt Trainer Dominik Mauer von der Firma Dräger Saftey AG & Co. Die betreibt den Brandübungscontainer, finanziert wird die Ausbildung vom bayerischen Innenministerium, koordiniert wird das bundesweit einmalige Projekt vom Landesfeuerwehrverband Bayern. In den nächsten vier Jahren sollen so etwa 7200 Feuerwehrleute in Bayern geschult werden. „Das ist eine gute Sache für unsere Aktiven, die hier weitgehend gefahrlos, aber doch sehr realistisch üben können“, freut sich Rosenheims Stadtbrandrat Hans Meyrl. „Etwa 180 Brände bekämpfen die Rosenheimer Wehren jedes Jahr, deshalb sind solche Übungen wichtig für die Feuerwehrleute, die dabei oft in brennende Häuser gehen müssen“, sagt Meyrl.

Feuerwehren im Brandübungscontainer

Nach etwa 15 Minuten kommen die acht Feuerwehrleute wieder aus dem rauchenden Container, schwitzend und trotz ihrer Schutzkleidung „gut erwärmt“. „Wenn wir bei echten Einsätzen in eine brennende Wohnung gehen, sehen wir meistens nichts mehr vor lauter Rauch. Hier war es gut, dass wir den Brandverlauf von Anfang an beobachten konnten“, zieht Peter Höhensteiger Bilanz. Auch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Westerndorf Sankt Peter war mit im Container, obwohl Führungskräfte bei Einsätzen eigentlich nicht ganz vorne dabei sind. „Ich wollte das mitmachen, weil ich dann aus eigener Erfahrung weiß, wie es da drin ist. Dann kann ich meinen Leuten besser davon berichten“, so der Westerndorfer Kommandant.

Martin Binder

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