Brenner-Nordzulauf in Corona-Zeiten: IHK reagiert auf Vorwürfe der BI

Dettendorfer handelt "im Gesamtinteresse der oberbayerischen Wirtschaft"

Die IHK argumentiert gegen die Vorwürfe und Anschuldigen von Seiten der Vorstandschaft der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land in Bezug auf den IHK-Vizepräsidenten Georg Dettendorfer. 
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Die IHK argumentiert gegen die Vorwürfe und Anschuldigen von Seiten der Vorstandschaft der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land in Bezug auf den IHK-Vizepräsidenten Georg Dettendorfer. 

Rosenheim - Die Aussagen des IHK-Vizepräsidenten inwiefern die Coronakrise die Planungen für den Brenner-Nordzulauf beeinflusst, rief die Vorstandschaft der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land auf den Plan. In einer Gegendarstellung erhoben sie schwere Vorwürfe gegen Georg Dettendorfer. Nun holt die IHK zum Gegenschlag aus. 

Die Aussagen Georg Dettendorfers, die Coronakrise dürfe aus Sicht der oberbayerischen Wirtschaft die Planungen für den Brenner-Nordzulauf nicht bremsen, sorgte für Unmut bei der Vorstandschaft der Bürgerinitiative. In ihren Augen sei die Ansicht des IHK-Vizpräsidenten "verantwortungslos": Schriftlich erklärt die Vorstandschaft der Bürgerinitiative: "Georg Dettendorfer sollte sich die Frage stellen, ob er als Vizepräsident der IHK noch tragbar ist. Wir fühlen uns als Gewerbetreibende in diesem Zusammenhang in unseren Interessen von der IHK jedenfalls nicht vertreten."

Dabei ist Dettendorfer selbst Teil der gleichnamigen Spedition im Inntal und vertritt als Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern die Interessen der Wirtschaft. Die IHK hat die Gegendarstellung der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land zur Kenntnis genommen und wolle im Folgenden "für Klarheit in der Diskussion sorgen", wie es schriftlichen auf Nachfrage von rosenheim24.de heißt. 

Rosenheim soll Anschluss wichtiger Bahnverbindung halten  

"Die Positionierung zum Bau eines dritten und vierten Gleises wurden zuletzt im März 2019 auf den neusten Stand gebracht und im IHK- Regionalausschuss Rosenheim und im IHK-Verkehrsausschuss sowie in der Vollversammlung der IHK mit großer Mehrheit beschlossen. Die Vollversammlung besteht aus 90 Unternehmensvertretern aus allen Branchen und Größen, die von allen IHK-Mitgliedern demokratisch gewählt sind", erklärt die IHK in ihrer schriftlichen Stellungnahme. 

Als Vertreter des IHK-Präsidiums habe Dettendorfer diese Beschlüsse in der Pressemitteilung im Gesamtinteresse der oberbayerischen Wirtschaft wiederholt. Die IHK setze sich dafür ein, dass Rosenheim auch nach einem Trassenneubau weiter an die wichtige Bahnverbindung angeschlossen bleibt. Eine Gleisableitung (Verknüpfungsstelle zwischen Bestandsstrecke und Neubaustrecke) müsse dafür sorgen, dass "zuallererst die Bevölkerung sowie der Tourismus und die Wirtschaft in der Region auch weiterhin von der Zugstrecke profitieren".

Abschließend erklärt die IHK, man werde sich weiter "für eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene einsetzen, weil dieser Schritt ökologisch Sinn ergibt und notwendig ist. Dafür stehen wir - wie bereits in der Vergangenheit - auch in Zukunft einem sachlichen und persönlichen Austausch mit allen Beteiligten sowie einer inhaltlichen Diskussion in den diversen Foren offen gegenüber."

mb

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