NGG und Mitarbeiter kämpfen für Erhalt des Standorts

Geplante Danone-Schließung in Rosenheim: "Belegschaft ist streikbereit"

Rosenheim - Danone schließt das Milchwerk in Rosenheim. Rund 160 Mitarbeiter sind direkt betroffen. Aber auch rund 220 Milchviehbetriebe in der Umgebung müssten sich einen neuen Abnehmer suchen. Nun könnte es schon bald zu einem Arbeitskampf kommen, vermeldet die Gewerkschaft NGG. 

Der französische Lebensmittelkonzern Danone will sein Werk im oberbayerischen Rosenheim schließen. Im Juli nächsten Jahres soll die Produktion voraussichtlich eingestellt werden. 160 Mitarbeiter sind von dieser Entscheidung der Geschäftsführung direkt betroffen. Dies teilte Danone am 22. Januar 2020 in einer Pressemitteilung mit. 


Das Unternehmen führt als Grund einen Rückgang der Auslastung um rund 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren an. "Es zeichnete sich schon seit zehn Jahren ein kontinuierlicher drastischer Rückgang von bis zu 70 Prozent ab", bestätigte auch Danone-Pressesprecherin Susanne Knittel im Gespräch mit rosenheim24.de.

Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) bezeichnete die bevorstehende Schließung des Danone-Werks als „herben Schlag für die ganze Region“. Denn auch 220 Milchviehbetriebe in der Umgebung müssen sich neue Abnehmer suchen. "Wir können viel leisten, aber nicht von heute auf morgen"


Rosenheim: Danone-Belegschaft streikbereit

Ebenso für die rund 160 Mitarbeiter ist die bevorstehende Schließung ein Schlag ins Gesicht. Deshalb könnte es laut der Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schon bald zu einem Arbeitskampf kommen. „Die 160 Beschäftigten sind entschlossen, für den Erhalt des Werkes zu kämpfen – notfalls auch mit einem Streik“, sagt Gewerkschaftssekretär Manuel Halbmeier. Ein entsprechendes Votum habe eine Mitgliederversammlung gefasst und am Freitag, 31. Januar, bekannt gegeben. 

Nach Informationen der NGG habe Danone am Standort Rosenheim eine Umsatzrendite von zuletzt 15 Prozent erwirtschaftet. Der Konzern schreibe entgegen eigener Beteuerungen weiterhin schwarze Zahlen. Die Danone GmbH habe auch 2019 satte Gewerbesteuer in Rosenheim gezahlt, so Halbmeier. „Die Beschäftigten haben daher null Verständnis für die geplante Schließung. Sie werden das Werk nicht kampflos aufgeben.“

Die NGG hatte bereits kurz nach Bekanntgabe die geplante Danone-Schließung in Rosenheim scharf kritisiert. 

Die Gewerkschaft fordert das Unternehmen mit Sitz in Paris nun auf, gemeinsam über einen Tarifvertrag zur Standortsicherung zu verhandeln. Der Großteil der 160 Arbeitsplätze müsse erhalten bleiben, fordert Halbmeier. Sollten einzelne Stellenstreichungen unvermeidbar sein, müsse es einen umfassenden Sozialplan mit Abfindungen geben.

Auch der Rosenheimer Stadtrat und OB-Kandidat Robert Metzger (SPD) hat die Belegschaft ermuntert, sich für den Erhalt des Werks einzusetzen. „Nur wenn man kämpft, kann man auch etwas erreichen“, so der Politiker. Danone müsse sich zu seiner Verantwortung bekennen und die Jobs in Südbayern sichern.

Ab kommender Woche wollen die Beschäftigten ihren Protest verstärken, berichtet Gewerkschafter Halbmeier: „Zentrale Botschaften der Belegschaft werden dann an der Werksfassade in der Schönfeldstraße zu sehen sein.“

mz/Pressemeldung NGG-Gewerkschaft

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