Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Rosenheims Hagelabwehr freute sich über das vierte Jahr in Folge ohne größere Schäden

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Rosenheim - Auch wenn es das sonnigste und wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, Rosenheims Hagelflieger mussten trotzdem zu 29 Einsatzflügen aufbrechen.

Dabei verbrannten sie 325 Liter Silberjodidlösung. In der Jahreshauptversammlung des Hagelforschungsvereins Rosenheim wurde zudem bekannt, dass es 2018 keine gravierenden Hagelschäden im Schutzgebiet gab.

Etwas Glück war allerdings notwendig, denn die Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig für den Einsatz der beiden Flugzeuge mit den neuen Generatoren traf erst am 1. Juni ein. Aufgrund der Wetterlage wären allerdings schon im Mai Einsatzflüge notwendig gewesen. Die kleineren Graupel- und Hagelausfälle in dieser Zeit verursachten aber keine aufsehenerregenden Schäden.

Der Vorsitzende des Hagelforschungsvereins, der stellvertretende Landrat Josef Huber bedankte sich bei allen Mitgliedern für die Unterstützung des Vereins und forderte sie auf, Neumitglieder zu werben. Klaus Meixner, der zweite Bürgermeister von Irschenberg begrüßte die anwesenden Vereinsmitglieder und zeigte sich erfreut darüber, dass der Hagelforschungsverein das Trachtenheim in Irschenberg als Versammlungsort gewählt hatte. Grüße gab es zudem aus Tirol. Peter Hetzenauer Schusterbauer aus Kufstein und der Vizebürgermeister der Gemeinde Ebbs Hubert Leitner überbrachten den Dank des Hagel- und Forschungsvereins Tirol. Rosenheims Hagelflieger betreuen dort die Bezirke Kufstein und Kitzbühel.

"Die Sache rechnet sich"

Viel Beachtung fand der Vortrag von Bernhard Vrana, er ist Abteilungsdirektor bei der Württembergischen Gemeindeversicherung WGV. Die Versicherung ist überzeugt von der Wirksamkeit von Hagelabwehrmaßnahmen. Seit 2015 betreibt sie ein eigenfinanziertes Hagelabwehrflugzeug. Vrana kündigte an, dass ab diesem Jahr ein zweites Flugzeug zum Einsatz kommen soll. Sein Fazit lautet: „100 durch den Einsatz des Hagelfliegers verhinderte Einzelschadensfälle und die Sache rechnet sich.

Professor Peter Zentgraf von der Hochschule Rosenheim berichtete über den Abschluss von ROBERTA 2 und die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Hagelforschungsverein im Projekt ROBERTA 3. Arbeitsschwerpunkte sind die Erneuerung der Hardware sowie die Ausrüstung des zweiten Hagelfliegers mit der Technik für die Datenübertragung. Radardaten des Deutschen Wetterdienstes können damit bei den Einsätzen direkt und in Echtzeit ins Cockpit übertragen werden.

Darüber hinaus befasst sich der Masterstudent Andreas Bernatzky mit der Auswertung und Erfolgskontrolle der Hagelabwehr. Er nutzt dazu Radar- und Flugdaten, Aufzeichnungen der Hagelpiloten sowie Versicherungsdaten, die der Hochschule Rosenheim von der Bayerischen Versicherungskammer zur Verfügung gestellt werden. Mit rund 7.500 Mitgliedern ist der Hagelforschungsverein Rosenheim der größte Verein in der Region.

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