Kürzlich Thema im Stadtrat

"Grillwahnsinn" am Happinger Ausee? Das sagt das Team von "Koko Beach"

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Große Gruppen von Grillenden, die teils mit Autos auf den Grillplatz fahren, seien ein Problem, berichtet Kokoschka (rechts im Bild).
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Rosenheim - Der "Grillwahnsinn" soll wieder am Happinger Ausee ausgebrochen sein. Aber wie ist es wirklich? Wir haben uns vor Ort erkundigt:

"Ja, leider gibt es da gewisse Leute, die nicht zu kapieren scheinen, dass das hier in erster Linie ein Badesee und kein Grillplatz ist", berichtet Claudia Kokoschka, die den Pavillion "Koko Beach" am Happinger Ausee betreibt. "Heuer ist es wieder besonders schlimm. Im letzten Jahr hat der Sicherheitsdienst hart durchgegriffen, dann ging es für eine Weile. Aber nun nimmt der 'Grillwahnsinn' leider wieder überhand." Überwiegend handle es sich um Gruppen mit Migrationshintergrund, die besonders am Wochenende zahlreich erscheinen würden. 

Hinweisschilder weisen überall auf die Regeln hin.

"Ganze Clans rücken da mit Kind und Kegel an", berichtet sie. "Dann wird da allerhand aufgebaut, Grills, Bierbänke, ganze Pavillons!" Allerdings ist das Grillen außerhalb der ausgewiesenen Grillplätze mit anderen Grills, als denen die bereitstehen, ausdrücklich untersagt. Eine umfangreiche Beschilderung rund um den See weist darauf auch ausdrücklich hin. "Manche legen sogar den Sperrpfosten an der Einfahrt beim Beachvolleyballplatz einfach um und fahren dann mit dem Auto herein!"

Direkt uneinsichtige Grillende angetroffen

Müll wird übermäßig und unsachgemäß abgelagert. Die Toiletten verschmutzt, so Kokoschka.

Es ist Freitagnachmittag. Ein stetes Kommen und Gehen herrscht am "Koko Beach", Familien, junge Leute, Jugendliche, schwärmen herein und werden mit Speis und Trank bewirtet. "Noch ist es gar nicht losgegangen. Hochbetrieb ist hier vor allem am Wochenende", berichtet Kokoschka. Auf den ersten Blick ist auch nichts von "Grillwahnsinn" zu sehen. 

Immer wieder werde in den Waschbecken abgespült, so dass sogar inzwischen extra Hinweisschilder her mussten.

Doch an einem der Grillplätze hat sich bereits ein Grüppchen eingerichtet und grillt. - Direkt neben dem Verbotsschild auf einem mitgebrachten Gasgrill. Kokoschka versucht es mit ruhigen Worten: "Bitte lasst das doch, das muss doch nicht sein. Seht ihr das Schild nicht? Neulich war das erst Thema im Stadtrat und wenn sowas immer wieder passiert, machen die hier am Ende die Grillplätze dicht!" Die Gruppe, überwiegend junge Leute, geben sich uneinsichtig. "Ich bin nicht von hier, ich kenn' mich hier nicht aus, keine Ahnung ...", versucht sich einer von ihnen zu rechtfertigen.

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"So ist das leider immer wieder", erzählt Kokoschka resigniert. "Natürlich versuchen wir mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, ihnen zu erklären, was sie falsch machen." Doch in der Regel würde das auf taube Ohren stoßen. "Teilweise tun die dann so, als würden sie uns nicht verstehen oder ignorieren uns halt." Das Problem an der ganzen Sache sei, dass auch die Infrastruktur ihres Kiosks mitbelastet würde. "Die packen ja dann ihren Müll mit in unsere Mülltonnen oder lassen ihn einfach liegen. Noch schlimmer ist: Obwohl wir sogar extra Verbotsschilder aufgehängt haben, wird auf unseren Toiletten in den Waschbecken abgespült." Die Folge seien völlig verdreckte und teils mit Essensresten verstopfte Becken. "Auch die Toiletten selber werden teils leider in einem unmöglichen Zustand hinterlassen."

Der Sicherheitsdienst mache ja einen guten Job. "Aber sobald die das Areal verlassen haben, machen diese Leute wieder, was sie wollen", erklärt sie. "Das ist ja für uns und unseren Kioskbetrieb ein echtes Problem. Wenn hier alles voll dieser Leute ist, die teils krachlaut Musik hören, vergrault das die normalen Badegäste. Ja nichtmal unsere eigene Partymusik kann man da teils noch hören!"

Kürzlich Thema im Stadtrat

Erst kürzlich waren die Zustände am Happinger Ausee auch Thema im Stadtrat. "Anwohner aus Happing haben sich bei mir gemeldet und berichtet, dass es mit dem Grillen am Ausee leider wieder einmal überhand nimmt", berichtete SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan am Rande der jüngsten Stadtratssitzung. Es sei ein altes und leidiges Thema, bemerkte auch Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl gegenüber unserer Redaktion. "Wir tun schon, was wir können, vor allem durch Aufklärung und Information", erklärt er. "Aber am Ende ist auch die Eigenverantwortung der Leute gefragt. Denn wir können nicht hinter jeden Badegast einen Wachmann stellen."

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