Klare Worte am Wochenende im KuKo

Kardinal Reinhard Marx in Rosenheim: "Abtreibung ist rechtswidrig"

Rosenheim - Am Samstag fand im Rosenheimer Kultur+Kongress Zentrum die Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising statt. Kardinal Reinhard Marx fand dort klare Worte.

Union und SPD streiten derzeit über ein Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Eine hochemotionale Frage. Sollen Ärzte dafür werben dürfen? SPD, Grüne und Linke finden ja, die Union ist dagegen und bekommt Unterstützung von der Kirche.


Kardinal Reinhard Marx sprach sich in Rosenheim klar dagegen aus

Wie die Erzdiözese München und Freising mitteilt, sprach sich Kardinal Reinhard Marx, Erzbischofs von München und Freising auf der Frühjahrsvollversammlung klar gegen eine Aufweichung oder Abschaffung des Verbots der Werbung für Schwangerschaftsabbruch aus. „Abtreibung ist rechtswidrig, Werbung kann nicht in Frage kommen“, sagte Marx in Rosenheim. 

Er sei sich mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, einig darin, dass die Rechtslage nicht verändert werden dürfe.


"Europa steht neu zur Debatte"

Mit Blick auf das Ende seiner Amtszeit als Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) zeigte sich Marx sorgenvoll über die Zukunft der Europäischen Union und des Friedens zwischen den Völkern. „Europa steht neu zur Debatte, es ist nicht ausgemacht, dass die EU bleibt.“ Bei der Münchner Sicherheitskonferenz habe er wahrgenommen, „dass eine Atmosphäre des Misstrauens der Völker untereinander, auch in Europa, zugenommen hat“. Aufgabe der Kirche sei es, wachsam zu sein und als „Sakrament der Einheit der Menschen untereinander in der EU und in der Welt“ zu wirken. „Die Kirche steht auf der Seite der Hoffnung und der Ermöglichung, nicht des Misstrauens und der Angst.“ 

Flexiblere Lebensformen sind Herausforderung für Kirche

Ein Herausforderung für Kirche seien zunehmend flexiblere Lebensformen, sagte der Erzbischof: „Sind unsere Begegnungsorte so, dass sie für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen anziehend sind?“ Das Feld der Pastoral werde differenzierter, Kirche müsse darauf achten, sich nicht auf bestimmte Milieus zu verengen. „Weiterhin bleibt für uns die starke Präsenz in den Pfarreien und Pfarrverbänden wichtig, wir brauchen motivierte Mitarbeiter und Priester“, so Kardinal Marx. Er warnte davor, Kirche und Religion schlechtzureden: „Ich kann das nicht haben, wenn das Jammern und Klagen das erste ist, was man hört.“ Kirche müsse „offen, neugierig, abenteuerlustig, suchend“ sein und dürfe den Kontakt zu jungen Menschen nicht verlieren: „Nicht, um die Jugendlichen zu kriegen, sondern, um selber jung zu werden!“

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