Standortschließungen von Galeria Karstadt Kaufhof

Karstadt Sport in Rosenheim laut Medienbericht wohl von Schließung betroffen

Karstadt
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Rosenheim - Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern will 62 Filialen in 47 Städten schließen. Für die Beschäftigten ist das eine Hiobsbotschaft und für die Kommunen ein tiefer Einschnitt. Doch einigen Experten gehen die Maßnahmen noch nicht weit genug.

Update, 17.01 Uhr - Karstadt Sport in Rosenheim nach Medienbericht wohl von Schließung betroffen

Unter den von der Schließung betroffenen Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof ist laut Insider-Infomationen des SPIEGEL wohl auch der Standort von Karstadt Sport in Rosenheim. Dies vermeldete das Medium am Samstag (20. Juni). Angeblich sollen die Geschäftsleitungen der betroffenen Filialen am Samstagnachmittag informiert werden. Am Freitag hatte die Geschäftsführung des Konzerns die Maßnahmen als unvermeidlich eingeordnet.

Zusätzlich zur geplanten Schließung von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sollen auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports dicht machen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag. Die Verhandlungen hätten bis zum frühen Morgen gedauert, hieß es. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" darüber berichtet.

Demnach sollen unter anderem die Standorte in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Insgesamt seien 700 Arbeitsplätze betroffen.

Der angeschlagene Warenhauskonzern hatte am Vortag die Schließung von 62 seiner 172 Häuser angekündigt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28 000 Beschäftigte. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen.

Update, Samstag (20 Juni): 5000 Mitarbeiter nun ohne Job

Es war ein rabenschwarzer Tag für Galeria Karstadt Kaufhof und seine Beschäftigten: Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern kündigte am Freitag die Schließung von 62 seiner 172 Warenhäuser an. Insgesamt 5317 Mitarbeiter werden dadurch nach Angaben des Gesamtbetriebsrates ihre Arbeit verlieren - und viele Innenstädte einen ihrer wichtigsten Anziehungspunkte. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor sogar von rund 6000 der noch 28.000 Beschäftigten gesprochen, die von dem Kahlschlag betroffen seien.

Insgesamt will der angeschlagene Warenhauskonzern Filialen in 47 Städten schließen. Allein in Berlin sollen sechs der elf vorhandenen Kaufhäuser dicht gemacht werden, in Hamburg vier, in München drei, in Dortmund, Düsseldorf, Essen und Nürnberg zwei Geschäfte. Doch trifft es auch vielen kleinere Kommunen wie Goslar, Lübeck oder Worms. Der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, sagte: "Die massenhaften Schließungen von Filialen bei Karstadt Kaufhof sind für die betroffenen Städte ein tiefer Einschnitt. Mit diesen Kaufhäusern geht ein Ort der Versorgung und Begegnung verloren."

Neben den Warenhäusern und zwei Schnäppchencentern werden nach Angaben des Gesamtbetriebsrats auch 25 Reisebüros geschlossen. Noch offen ist weiterhin das Schicksal der Karstadt-Sports-Häuser. Hier gelten mehr als zwei Drittel der rund 30 Filialen als gefährdet.

Die Gewerkschaft Verdi hofft jedoch nach wie vor, die Zahl der Schließungen noch weiter senken zu können. "Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte das Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Für Samstag kündigte der Gesamtbetriebsrat eine Demonstration von GKK-Beschäftigten vor der Hamburger Zentrale des Immobilienriesen ECE an. Die Arbeitnehmer verlangen von dem Konzern Zugeständnisse bei der Miete für die von ihm vermieteten Warenhausimmobilien.

Handelsexperten zeigten sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur allerdings unsicher, ob die Einschnitte wirklich reichen werden, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sagte: "Galeria Karstadt Kaufhof will mit 110 Warenhäusern weitermachen. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass auf Dauer nur rund 80 Warenhaus-Standorte überlebensfähig sind. Das dürfte deshalb noch nicht das Ende des Warenhausschrumpfens sein. Da ist durchaus noch Luft nach unten." Der Konzern habe den Erfolg des Online-Geschäfts verschlafen. Insofern sei es kein Zufall, dass die Schließungspläne ausgerechnet an dem Tag bekannt gegeben würden, an dem Amazon 25 Jahre alt werde.

Der Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bewertete die umfangreichen Schließungen als "Zeichen der Ratlosigkeit" und fügte hinzu: "Jetzt haben sie sich noch einmal Luft verschafft. Aber wie lange das trägt, ist durchaus die Frage."

Update, 14.36 Uhr - Karstadt Rosenheim wohl nicht von Schließungen betroffen

Sechs Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof sollen in Bayern geschloßen werden. Das bestätigte die Gewerkschaft Verdi dem Bayerischen Rundfunk am Freitagnachmittag. Drei der betroffenen Filialen seien in München (Stachus, Nordbad, OEZ), eine in Ingolstadt und zwei weitere in Nürnberg.

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk ließ Verdi verlauten, dass 800 Beschäftigte direkt von den Schließungen betroffen seien, wie es um die Sports-Filialen und Karstadt-Feinkost bestellt ist, sei hingegen noch offen.

Erstmeldung, 19. Juni, 12.30 Uhr:

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ist auch wegen Corona angeschlagen. Heute will das Unternehmen bekannt geben, wie es mit seinen Filialen weitergeht. Die Planung des Konzerns sieht vor, "zunächst 62 von 172 Filialen und zwei sogenannte Schnäppchencenter" zu schließen. Für sie bestehe angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise keine wirtschaftliche Fortführungsperpektive mehr, betonte Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Wie viele davon in Bayern geschlossen werden sollen, ist bisher nicht bekannt. 

Laut Gewerkschaft gibt es im Freistaat noch 27 Filialen und zwei Sporthäuser. Die Schließung von mehr als einem Drittel der Galeria Karstadt-Kaufhof-Filialen ist nach Einschätzung der Unternehmensführung der einzige Weg, um das Unternehmen zu retten. "Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden", sagte Geiwitz. Letztlich gehe es darum, das Unternehmen und damit viele tausend Arbeitsplätze zu sichern.

Welche Filialen genau betroffen sind, darüber sollen die Mitarbeiter nach dpa-Informationen am Freitag (19. Juni) um 14 Uhr informiert werden. Schon zwei Stunden früher sollen die Führungskräfte Details der Zukunftsplanung erfahren. Durch die Schließung und weitere Sparmaßnahmen dürften mindestens 5000 der 28.000 Stellen bei dem Konzern wegfallen.

mh/fgr (mit Material der dpa)

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