Zunächst freiwilliger Stellenabbau

Abfindungen: Kathrein macht nun "großzügige Angebote"

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Rosenheim - Wie unsere Redaktion nun von der IG Metall erfahren hat, soll zunächst über ein Freiwilligenprogramm Personal am Kathrein-Standort in Rosenheim abgebaut werden.

In den Modellen, die gemeinsam von Arbeitgeber, Betriebsrat und IG Metall ausgehandelt wurden, werden den Mitarbeitern jetzt Abfindungen angeboten, wenn sie freiwillig die Firma verlassen.

Eine Option ist ein volles Monatsgehalt je Jahr der Betriebszugehörigkeit bei einer sofortigen Vertragsauflösung. Wenn sich der Arbeitnehmer dagegen für die zwölfmonatige Aufnahme in eine Transfergesellschaft entscheidet, erhält er 70% des Monatsgehalts als Abfindungsgrundlage pro Jahr der Firmenzugehörigkeit. Durch die Transfergesellschaft sollen die ehemaligen Kathrein-Mitarbeiter dann schnellstmöglich neu vermittelt werden. 

Im Gespräch mit rosenheim24.de betonte Jochen Hafner, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, dass es sich hier um eine beidseitige Freiwilligkeit handelt. "Die interessierten Arbeitnehmer können sich melden, aber der Arbeitgeber muss zustimmen und entscheiden, ob man den Mitarbeiter weiterhin im Betrieb braucht", so Hafner. So soll eine Massenabwanderung von Leistungsträgern und Stützen der Firma verhindert werden. 

"Kathrein steht komplett im Umbruch"

Die Modelle sind zeitlich begrenzt und erst seit wenigen Tagen für die Arbeitnehmer von Kathrein eine Option. Inwiefern hier die Lösung für den Standort Rosenheim liegen kann, muss abgewartet werden. Wird es darüber hinaus zu weiteren Stellenkürzungen kommen, besteht die IG Metall auf einen Interessensausgleich mit Sozialplänen. "Kathrein steht komplett im Umbruch", betont Hafner. Das Mobilfunkgeschäft sei von Lizenzen abhängig, entscheidend sei die Frage, ob 5G als neuer Standard kommt und wenn ja, wie schnell. "Wir stochern da im Nebel", so der Gewerkschafter. 

Auf die Arbeitnehmer soll kein Druck ausgeübt werden

Durch die Anwesenheit von Betriebsräten bei den Gesprächen über die Vertragsauflösungen soll verhindert werden, dass Druck durch den Arbeitgeber ausgeübt wird. "Wir können nicht gänzlich kontrollieren, ob Vorgesetzte sich Kathrein-Mitarbeiter schnappen und auf sie einreden", so Hafner. Aber dann dürften sich die Arbeitnehmer darauf nicht einlassen und sollen auf einen Betriebsrat bestehen, der dabei sitzt. 

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