Diskussion in Ausschüssen darüber

Elf Bäume müssen Lokschuppen-Anbau weichen

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Rosenheim - In einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstagabend setzten sich der Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss gemeinsam mit dem Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz mit dem geplanten Anbau für den Lokschuppen Rosenheim auseinander.

Dieser soll unter anderem das Problem beheben, dass Garderobe, Schließfächer und Räumlichkeiten für die Museumspädagogik bisher wegen Platzmangel in einem Zelt untergebracht werden mussten. Dafür sind auch Baumfällarbeiten notwendig. Der Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss stimmte der Erteilung der Baugenehmigung mit acht zu drei Stimmen zu. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz stimmte den beantragten Baumfällungen mit acht zu zwei Stimmen zu.

Elf Bäume betroffen

Auch der Spielplatz muss wegen des Anbaus verlegt werden. Ein Vertreter der Stadtverwaltung erläuterte, die Bäume könnten eigentlich stehen bleiben. Sie würden nur geringfügige Schäden aufweisen. Es gäbe allerdings keine Hinweise auf Nistplätze von Fledermäusen oder anderen geschützten Tieren. Daher sei die Fällung vertretbar. Betroffen sind elf Bäume im Bereich zwischen dem Lokschuppen und dem Parkhaus P1. Neun davon unterliegen der Baumschutzverordnung. Sie müssen überwiegend der Erweiterung weichen, in zwei Fällen ist es wegen Leitungsarbeiten notwendig. 

Es sind allerdings nur in maximal vier Fällen Ersatzpflanzungen möglich. Für den Rest sollen Ersatzzahlungen in Höhe von 500 Euro pro Baum zu leisten, die für Baumpflanzungen oder Standortverbesserungen in anderen Stadtbereichen genutzt werden. Die Baumfällarbeiten sollen dann noch im Januar erfolgen. 

Kritik an geplantem Vordach

Thomas Huber (CSU) kritisierte, das geplante Vordach für das Foyer würde das "Rund" des Lokschuppens beeinträchtigen. "Bisher ist das Gebäude ja noch in seinem historischen Aussehen erhalten und man kann sich noch gut vorstellen, wie es zur Zeit des Bahnbetriebs gewesen sein muss." Peter Weigel (Grüne) fragte, weshalb für das Vordach keine flexibel auf- und abbaubare Lösung gefunden worden sei, die nur an Regentagen zum Einsatz kommen würde. Seitens der Stadtverwaltung wurde betont, dass das geplante Vordach baulich vom Gebäude getrennt sei. Zumindest ein Rückbau sei also ohne Beeinträchtigungen möglich. 

Ein Vertreter des Hochbauamtes ergänzte, es hätten für den Anbau auch umfangreiche Bodenuntersuchungen stattgefunden. "Der Boden ist tragfähig", erklärte er, "Die Bodenwerte sind außerdem besser, als erwartet." Im Übrigen sei lediglich ein unerwartetes Gewölbe entdeckt worden, welches bei den Bauarbeiten für den Keller des Anbaus beachtet werden würde. 

Sanierungsbedarf schon lange bekannt

Das der Lokschuppen saniert werden muss, war schon länger bekannt. Denn er weißt sowohl in Sachen Brandschutz als auch bei den technischen Anlagen ein deutliches Defizit auf. Auch, dass die Garderobe, Schließfächer und die Museumspädagogik in einem Zelt untergebracht werden sollten, war ein Dauerproblem. In der Stadtrats-Sitzung Ende September 2017 verabschiedete das Gremium den aktuellen Stand der Planungen. Die Kosten liegen bei rund 10 Millionen Euro netto für Sanierung und Erweiterung und nochmal 2,4 Millionen Euro für den Brandschutz im Bereich der Räume des Stadtjugendrings.

Von Januar 2018 bis voraussichtlich September 2019 ist das Ausstellungszentrum nun geschlossen. Für den Herbst 2019 ist die Eröffnung der Ausstellung "Saurier der Meere" geplant.

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