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Michael Stürzenberger-Kundgebung in Rosenheim

Ein 20-jähriger Soyener gegen einen Rechtspopulisten 

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Luca Fischer (links) ist sein 2017 bei den Jusos und organisiert die Gegendemo gegen den Auftritt von Michael Stürzenberger (rechts) in Rosenheim
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Rosenheim - Am 13. Juli hat sich der deutsche Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger, der auch Mitglied der Bürgerbewegung "Pax Europa" ist, zu einer Kundgebung in Rosenheim angekündigt. Es formiert sich bereits Widerstand. Ein 20-jähriger junger Mann aus Soyen ist der Organisator. Wir haben mit ihm ein Interview geführt.

Am 13. Juli haben Privatpersonen bei der Stadt von 11 bis 16 Uhr eine Kundgebung mit dem Rechtspopulisten, Blogger und Pegida-Mann Michael Stürzenberger aus München am Max-Josefs-Platz angemeldet. Dies bestätigte uns Stadtpressesprecher Chriatian Schwalm auf Nachfrage. Angekündigt worden seien etwa 50 Teilnehmer. 

Michael Stürzenberger wird wegen islamophober Umtriebe vom Verfassungsschutz beobachtet. Zuletzt war er 2017 vom Amtsgericht Duisburg wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er war Bundesvorsitzender der inzwischen aufgelösten rechtspopulistischen Kleinpartei „Die Freiheit“ und regelmäßiger Autor im islamfeindlichen Blog "Politically Incorrect".

Die Jusos Rosenheim haben bereits eine Gegendemonstration von 10 Uhr bis 16 Uhr mit etwa 150 Teilnehmern auf dem Max-Josefs-Platz angemeldet. Zudem werden sie einen Protestmarsch vom Bahnhof zum Max-Josefs-Platz machen. Die Auftaktkundgebung findet um 10 Uhr am Bahnhof statt.

20-Jähriger Soyener organisiert den Widerstand

Die Gegendemo wird federführend vom 20-jährigen Juso Mitglied Luca Fischer aus Soyen organisiert. Wir haben mit ihm über seine Beweggründe gesprochen:

rosenheim24.de: Was ist Ihre Motivation für die Gegendemo?

Fischer: Wir Jusos waren uns schnell einig, dass wir einen vom Verfassungsschutz beobachteten Rechtspopulisten nicht einfach eine offene Bühne für seine rassistischen und hetzenden Parolen geben dürfen. Daher haben wir uns gleich um die Organisation der Gegendemo gekümmert. Wer Menschen mit einer anderen Kultur herabwürdigt, darf in Rosenheim keine Bühne bekommen.

rosenheim24.de: Wie viele Leute erwarten Sie?

Fischer: Wir rechnen zurzeit mit etwa 150 Menschen, die sich an der Demo beteiligen. Herr Stürzenberger rechnet mit ca. 50 Menschen. Da sieht man, dass Rosenheim bunt ist und bunt bleibt!

rosenheim24.de: Wer wird sich alles an dieser Demonstration beteiligen?

Fischer: Insgesamt beteiligen sich an der Demonstration über 30 Bündnispartner aus dem Bündnis „Rosenheim-Nazifrei“. Darunter sind nicht nur Parteien und deren Jugendorganisationen, sondern auch Gewerkschaften und Vereine aus dem ganzen Landkreis.

rosenheim24.de: Was ist die Botschaft?

Fischer: Es geht darum zu zeigen, dass viele Menschen in Rosenheim nicht wort- und tatenlos dabei zusehen, wie sich diskriminierendes und rassistisches Gedankengut in der Öffentlichkeit verbreitet. Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus aller Art setzen. Es darf nicht sein, dass jemand hier in Deutschland unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und Religionskritik alle Moslems als Gefahr für eine freie Gesellschaft bezeichnet.

rosenheim24.de: Was denken Sie ist der Grund dafür, dass Rechtspopulisten wie Herr Stürzenberger immer mehr Zuspruch aus Teilen der Gesellschaft bekommen?

Fischer: Ein großes Problem heutzutage ist, dass einige Teile der Gesellschaft eine gewisse Politikverdrossenheit an den Tag legen. Diese Menschen springen sehr schnell auf populistische und extreme Meinungsmache auf. Dazu kommen noch gezielte Fake News aus dem Lager der AfD und anderer rechten Parteien. Diese fordern die Bürger dazu auf, nicht mehr den `Mainstream– Medien zu glauben, sondern nur noch das zu glauben, was eben diese Rechen behaupten.

rosenheim24.de: Welche Auffassungen von Herrn Stürzenberger kritisieren Sie am meisten?

Fischer: Wir kritisieren aufs Schärfste, dass er alle Muslimas und Moslems über einen Kamm schert. Der Islam ist eine friedliche Religion! Muslimas und Moslems mit Islamisten zu vergleichen ist ein Angriff auf die Religionsfreiheit jedes Gläubigen. Es gibt genauso christlichen Terror, wie Anfang des Jahres in Neuseeland. Das Terror ausschließlich vom Islam ausgeht ist einfach falsch!

rosenheim24.de: Was erhoffen Sie sich von der Gegendemonstration?

Fischer: Wir erhoffen uns, dass Rosenheim zeigt, dass es keinen Platz für Rassismus und Fremdenhass bietet und möglichst viele Menschen unserem Aufruf folgen und gegen Rassismus und für Toleranz auf die Straße gehen. Wir möchten, dass sich Rosenheim im Kampf gegen rechte Meinungsmache klar positioniert! Die Zeit rechten Gedankengutes ist seit 1945 vorbei. Rassisten und Nazis sollen da bleiben, wo sie hingehören! In die Vergangenheit.

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