Luitpoldhalle wird Notunterkunft für Flüchtlinge

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Rosenheim - Im Bedarfsfall wird die Luitpoldhalle als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2015 könnten bis zu 460 Personen in Rosenheim unterzubringen sein. **Neue Infos**

UPDATE 18.10 Uhr: Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Die Stadt Rosenheim muss im Rahmen der bereits bestehenden Quoten- bzw. Zuweisungsregelungen bis Jahresende 2014 weitere 100 Asylbewerber aufnehmen. Bis Ende 2015 könnten sogar bis zu 460 Personen unterzubringen sein. „Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird erkennbar, dass die Anforderungen an die Stadt erheblich steigen werden. Unter Hochdruck akquirieren wir neue Unterkünfte, um unsere städtischen Aufnahmequoten erfüllen zu können. Dabei sind nachbarschaftliche Interessen besonders zu beachten. Zudem sollen nach Möglichkeit nicht zu große Unterkünfte angemietet werden“, so Sozialamts-Leiter Christian Meixner.

Eine ganz besondere Herausforderung stellt der Winter-Notfallplan des Krisenstabs der Bayerischen Staatsregierung dar. Die Stadt Rosenheim wurde von der Regierung von Oberbayern angewiesen, die Voraussetzungen für eine kurzfristige Notaufnahme von 200 bis 300 Asylbewerbern zu schaffen. Dazu muss die Stadt der Regierung in den nächsten Tagen eine geeignete Unterkunft benennen.

Von dieser Anweisung sind alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern gleichermaßen betroffen. Die Staatsregierung will mit dieser Maßnahme eine kurzfristig verfügbare Unterbringungskapazität von ca. 30.000 Plätzen für die Wintermonate in Bayern schaffen. Die Unterbringungsdauer in diesen Notquartieren wird derzeit mit fünf bis sechs Wochen angegeben. Diese Maßnahme ist der erste Teil eines Stufenplanes der Staatsregierung. In weiteren Stufen ist vorgesehen, die Asylbewerber in höherwertigen Quartieren für mehrere Monate unterzubringen.

Nach Abwägung aller maßgeblichen Faktoren hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, die Luitpoldhalle für die Notunterbringung von 200 Personen bereitzustellen. Zur Bewältigung des Winter-Notfallplanes Asyl wurde bei der Stadt unter der Leitung von Christian Meixner ein Planungsstab gegründet, dem Stadtbrandrat Hans Meyrl sowie Verantwortliche des Bayerischen Roten Kreuzes, des Malteser-Hilfsdienstes und weitere Vertreter der Stadtverwaltung angehören.

Derzeit werden die notwendigen Vorbereitungen für die kurzfristige Umnutzung der Luitpoldhalle getroffen. So wurden beispielsweise in einem Nebengebäude Betten eingelagert. Auch Teilflächen des Gymnastikraums im Obergeschoss werden als Lagerflächen verwendet.

Frank Leistner, Leiter des Schul- und Sportamtes: „Ob und wann eine Aufnahme von Asylbewerbern erfolgt, ist derzeit noch unklar. Bis deren Zuweisung für eine Unterbringung in Rosenheim sicher ist, steht die Halle weiterhin für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung.“

Sollte es zu einer Umnutzung der Luitpoldhalle kommen, werden für den Schulsport der Mittelschule am Luitpoldpark und des Ignaz-Günther-Gymnasiums im Rahmen bestehender Möglichkeiten andere städtische Sportstätten angeboten. Damit soll der Schulsport zumindest eingeschränkt weitergeführt werden können. Gleiches gilt für die betroffenen Sportvereine, speziell für die im Wettkampfbetrieb befindlichen Vereine.

In der Stadt Rosenheim leben aktuell 161 Asylbewerberinnen und –Bewerber. Die Flüchtlinge sind in 38 vom städtischen Sozialamt angemieteten dezentralen Unterkunftseinheiten untergebracht. „Die Lage und Situation der teils traumatisierten Menschen gestaltet sich bisher positiv. Speziell in Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen und professionellen Helfern können wir dazu beitragen, ein gutes Miteinander mit der heimischen Bürgerschaft zu fördern. Diese Unterstützung kann nicht hoch genug gewürdigt werden“, so Meixner.

Erstmeldung 6.30 Uhr

Das ist laut Radio Charivari am Dienstag bekannt geworden. Bis die Luitpoldhalle aber zur Notunterkunft für Asylbewerber umfunktioniert wird, wird sie weiter als Sporthalle genutzt. Das betonte der Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim, Thomas Bugl, gegenüber dem Radiosender. Auf Verdacht die Halle zu sperren, sei unsinnig. Man werde, wenn es soweit ist, kurzfristig entscheiden. Werde die Halle auf "Vorrat" gesperrt, würden Vereinssportler und Schüler vor verschlossenen Türen stehen und sich fragen, ob die Verantwortlichen bei der Stadt noch alle Tassen im Schrank hätten, findet Bugl deutliche Worte.

Wie berichtet, müssen Stadt und Landkreis Rosenheim bis Anfang nächster Woche kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten für 200 bis 300 Asylbewerber an die Staatsregierung in München melden.

Quelle: Radio Charivari

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