Anklage wegen Landfriedensbruch

Rotlicht-Razzia in Rosenheim: Verhandlung musste abgesetzt werden

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Razzia im Rosenheimer Rotlichtmilieu im August 2017
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Rosenheim - Vor ziemlich genau einem Jahr kam es in Rosenheim zu einer Razzia in einem Bordell. Etliche Kriminalbeamte und Streifenwagenbesatzungen waren an der Aktion beteiligt. Nun fiel das erste Urteil.

Update, Donnerstag:

Wie uns Pressesprecher Stefan Tillmann, Pressesprecher des Amtsgerichts Rosenheim auf Nachfrage mitteilte, musste die Verhandlung abgesetzt werden. Es wurde also gestern noch nicht verhandelt und es gibt auch noch kein Urteil. Ein neuer Termin wird demnächst bestimmt werden. Zu den näheren Gründen äußerte sich das Gericht nicht.

Vorbericht

Im August 2017 hatte die Betreiberin eines Bordells an der Ecke Münchener Straße /Papinstraße die Polizei gerufen, weil es mit einem 31-Jährigen einen Streit gegeben hatte. Im Auto des Mannes lagen auf dem Beifahrersitz ein Messer, ein Hammer und ein weiteres Werkzeug, der Fahrer war außerdem alkoholisiert.

Plötzlich änderte sich die Situation

Während der Festnahme auf offener Straße kam eine Gruppe aus 25 bis 35 Personen hinzu, deren Mitglieder die Polizeibeamten erst bedrängten und provozierten, dann sogar angingen. Nur durch den Vorhalt der mitgeführten Maschinenpistole und durch lautstarke Warnungen konnten die Beamten verhindern, dass der festgenommene 31-Jährige von der Gruppe befreit und die Polizisten selbst nicht attackiert wurden. Mehrere Personen aus der Gruppe konnten identifiziert werden, es handelt sich dabei um amtsbekannte Männer aus Rosenheim und dem Landkreis. Gegen sie wurde wegen Landfriedensbruchs, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.

Die Polizei führte auf Grund dieses Vorfalls am 30. August 2017 eine Razzia in dem Bordell durch.

Verhandlung vor dem Amtsgericht Rosenheim

Kommenden Mittwoch, den 26. September werden sich drei Männer, die an der Sache beteiligt gewesen sein sollen wegen Landfriedensbruch vor dem Rosenheimer Amtsgericht verantworten müssen, teilte Pressesprecher Stefan Tillmann auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Erster Fall wurde bereits verhandelt

Am 1. August stand der erste von derzeit insgesamt sechs Angeklagten vor dem Rosenheimer Amtsgericht

Der junge Mann wurde wegen Landfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt, dies ist allerdings eine Aufstockung zu einer früheren Strafe von 2,5 Jahren. Außerdem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Anders als erst gedacht

Laut Tillmann habe sich herausgestellt, dass, anders als damals von der Polizei zunächst angenommen, die Gruppe den Mann im Auto nicht befreien, sondern sich mit dem 31-Jährigen eine Auseinandersetzung liefern wollten. Die Personen seien verfeindet gewesen und die Gruppe habe den Mann aus dem Auto ziehen wollen.

Bilder und Video von der Razzia im vergangenen Jahr

Bilder vom Polizeieinsatz in der Münchener Straße am Mittwoch

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