Anklage wegen Landfriedensbruch

Nach Rotlicht-Razzia in Rosenheim: 19-Jähriger verurteilt

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Razzia im Rosenheimer Rotlichtmilieu im August 2017
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Rosenheim - Vor ziemlich genau einem Jahr kam es in Rosenheim zu einer Razzia in einem Bordell. Etliche Kriminalbeamte und Streifenwagenbesatzungen waren an der Aktion beteiligt. Nun fiel das erste Urteil.

Im August 2017 hatte die Betreiberin eines Bordells an der Ecke Münchener Straße /Papinstraße die Polizei gerufen, weil es mit einem 31-Jährigen einen Streit gegeben hatte. Im Auto des Mannes lagen auf dem Beifahrersitz ein Messer, ein Hammer und ein weiteres Werkzeug, der Fahrer war außerdem alkoholisiert.

Plötzlich änderte sich die Situation

Während der Festnahme auf offener Straße kam eine Gruppe aus 25 bis 35 Personen hinzu, deren Mitglieder die Polizeibeamten erst bedrängten und provozierten, dann sogar angingen. Nur durch den Vorhalt der mitgeführten Maschinenpistole und durch lautstarke Warnungen konnten die Beamten verhindern, dass der festgenommene 31-Jährige von der Gruppe befreit und die Polizisten selbst nicht attackiert wurden. Mehrere Personen aus der Gruppe konnten identifiziert werden, es handelt sich dabei um amtsbekannte Männer aus Rosenheim und dem Landkreis. Gegen sie wurde wegen Landfriedensbruchs, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.

Die Polizei führte auf Grund dieses Vorfalls am 30. August 2017 eine Razzia in dem Bordell durch.

Erster Fall am Mittwoch vor Gericht

Am Mittwoch stand nun der erste von derzeit insgesamt sechs Angeklagten vor dem Rosenheimer Amtsgericht. Der 19-Jährige Rosenheimer wurde abgetrennt von den anderen Angeklagten verhandelt, weil für ihn noch Jugendstrafrecht gelte, erklärte Richter und Pressesprecher Stefan Tillman vom Amtsgericht im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Der junge Mann wurde wegen Landfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt, dies ist allerdings eine Aufstockung zu einer früheren Strafe von 2,5 Jahren. Außerdem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Anders als erst gedacht

Laut Tillmann habe sich herausgestellt, dass, anders als damals von der Polizei zunächst angenommen, die Gruppe den Mann im Auto nicht befreien, sondern sich mit dem 31-Jährigen eine Auseinandersetzung liefern wollten. Die Personen seien verfeindet gewesen und die Gruppe habe den Mann aus dem Auto ziehen wollen.

Bilder und Video von der Razzia im vergangenen Jahr

Bilder vom Polizeieinsatz in der Münchener Straße am Mittwoch

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