Architekturwettbewerb für Bauprojekt Lena-Christ-Straße

Gegen die Wohnungsnot: 200 neue Wohnungen in Rosenheim 

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gegen die Wohnungsnot: An der Lena-Christ-Straße in Rosenheim sollen 200 neue Wohnungen entstehen

Rosenheim - Bezahlbarer Wohnraum ist in Rosenheim ein seltenes Gut. Um dem Problem Herr zu werden, geht die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt (GRWS) die Problematik an.

Herausforderung und Chance zugleich ist das Bauprojekt an derLena-Christ-Straße im Norden Rosenheims: Die Stadt bekommt in unmittelbarer Nähe der Hochschule einen komplett neuen Stadtteil mit rund 200 Wohnungen. 600 Menschen – darunter viele Familien – sollen dort ein neues Zuhause finden. Bauträger ist die GRWS. Zwölf Arbeiten der ersten Wettbewerbsphase liegen bereits vor und werden am 21. Februar von einem Preisgericht bewertet. In einer weiteren Planungsphase werden drei bis fünf ausgewählte Entwürfe bis Anfang April weiter überarbeitet und optimiert. Am 25. April findet dann die zweite Preisgerichtssitzung im Bürgerhaus in der Lessingstraße statt. Die Ergebnisse werden anschließend in der Hochschule Rosenheim öffentlich ausgestellt.

Den Baugrund von rund 10.000 Quadratmeter hat die GRWS im Tausch mit der Bogensiedlung vom Freistaat erhalten, weitere 7.300 Quadratmeter befanden sich schon in ihrem Besitz. Profitieren werden Hochschule, Studierende und Wohnungssuchende gleichermaßen: Die Hochschule kann ihr Areal an der Bogenstraße erweitern und zu einem kompakten und funktionsfähigen Campus erweitern und somit letztendlich auch die Zahl der Studenten von derzeit 6000 auf 8000 erhöhen. Die Stadt bekommt 200 Neubauwohnungen, die dringend benötigt werden. Vorgesehen ist eine Mischung: zu 50 Prozent geförderte, zu 50 Prozent frei finanzierte Wohnungen.

Das Bauprojekt an der Lena-Christ-Straße ist aktuell eines der größten Bauvorhaben im Stadtgebiet. „Die Chance, ein in der Stadt gelegenes Gelände in dieser Größenordnung zu bebauen, hat man nicht jeden Tag“, betont Joachim Seethaler, technischer Leiter bei der GRWS, und für das Projekt verantwortlich.

Nachhaltige Architektur mit urbanem Charakter 

Selbst für die bauerfahrene GRWS stellt dieses städtebaulich spannende Vorhaben eine Herausforderung dar. Die Idee dazu: Mit nachhaltiger Architektur einen Akzent setzen für zeitloses, nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Wohnen und Leben, mit urbanem Charakter. „Es geht uns nicht darum, Wohnungen in austauschbaren und gesichtslosen Wohnblöcken zu stapeln, sondern darum, ein nachhaltiges und lebendiges Wohngebiet in Rosenheim entstehen zu lassen, in dem man gerne wohnt“, erklärt Joachim Seethaler. Wir möchten Stadträume entwickeln und nicht nach Abstandsflächen maximierte Wohnsiedlungen.“

Damit sich dieses Ziel realisieren lässt, wurde bereits im Vorfeld ein ungewöhnlicher Weg gewählt: Zu dem Architektenwettbewerb wurden direkt die 35 namhaften Architekturbüros aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen, die in den vergangenen Jahren im Wohnungsbau erfolgreich Akzente gesetzt haben. 24 signalisierten ihr Interesse an einer Wettbewerbsteilnahme. Aus ihren Reihen wurden wiederum zwölf ausgewählt, unter ihnen einige der namhaftesten Büros Deutschlands, die sich mit zukunftsweisenden Wohnraumkonzepten schon einen Namen gemacht haben und aktuell tonangebend im Bereich des nachhaltigen Wohnungsbaus sind. „Wir versprechen uns durch diese Form des Wettbewerbs viele richtungsweisende Impulse, mit neuen Ansätzen, die dieses neue Quartier zu etwas Eigenständigem und Neuem in Rosenheim machen“, so Joachim Seethaler. Er wünscht sich keine „modische Architektur“ mit kurzer Verfallzeit, sondern ein Wohngebiet, das auch noch in 20 Jahren für rund 600 Bewohner attraktiv und lebenswert ist.

Grünflächen und Anbindung an Nahversorgung Lessingstraße

Die Planungen zum Wohnbau schließen auch die Grünflächen ein. Die Allee entlang der Westerndorfer Straße muss zwingend vollständig erhalten bleiben.

Der vitale Baumbestand innerhalb des Bauquartiers wird ebenfalls in die Neubauplanung integriert. Zusätzlich will man gut und vielfältig nutzbare Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen, beispielsweise Kinderspielplätze. Der Fokus des gesamten Bauprojekts liegt auf hoher Lebensqualität durch moderne, großzügig konzipierte Wohnungen mit ansprechendem Umfeld.

Bei den Entwürfen werden auch Vorschläge erwartet, die eine Anbindung des neuen Wohnquartiers an das Stadtteilzentrum Lessingstraße vorsehen, um die Nahversorgung der zukünftigen Bewohner des Gebiets an der Lena-Christ- Straße sicherzustellen.

Am 25. April wird der Architektenwettbewerb mit der Preisgerichtssitzung abgeschlossen. Am 27. April wird die Entscheidung die Preisträger einem Fachpublikum und der Presse vorgestellt. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus einer Fachjury mit sechs Architekten und Landschaftsarchitekten, vier Stadträten und dem Geschäftsführer der GRWS, Stefan Ludwig. Direkt im Anschluss an die Entscheidung des Preisgerichts werden die Arbeiten von Samstag, 28. April bis einschließlich Samstag, 12. Mai, im Foyer des R-Gebäudes der Hochschule ausgestellt und somit der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Fakten zum Bauprojekt Lena-Christ-Straße

Baugebiet: Im Norden Rosenheims südlich der Hochschule an der Lena-Christ-Straße

Größe des Baugebiets: Rund 17.300 qm (7.300 qm waren schon im Besitz der GRWS, 10.000 qm hat die GRWS im Tausch für die Bogensiedlung vom Freistaat erhalten)

Zahl der Wohnungen: Rund 200, davon ca. 100 öffentlich gefördert und ca. 100 frei finanziert

Größe der Wohnungen:  zwischen 50 qm (2-Zimmer) bis ca. 90 qm (4-Zimmer) öffentlich gefördert, zwischen 60 qm (2-Zimmer) bis ca. 95 qm (4-Zimmer) frei finanziert

Zahl der zukünftigen Bewohner: ca. 600 Personen

Bauherr: GRWS Wohnungsbau- und Sanierungs- gesellschaft der Stadt Rosenheim mbH

Voraussichtlicher Baubeginn: 1. Quartal 2020

Voraussichtliche Fertigstellung - erster Abschnitt: 3. Quartal 2021

Pressemitteilung GRWS

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