Berufsausbildung plus Deutschkurs

Neues Ausbildungsformat an Berufsschule I in Rosenheim soll Fachkräftemangel entgegenwirken

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von links nach rechts: Petra Kremer (IHK-Integrationskoordinatorin), Bärbel Marx (Schulleiterin der Berufsschule I Rosenheim) und Thomas Gebert (Bildungsberater der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim)

Rosenheim – Die IHK für München und Oberbayern plant zusammen mit der Berufsschule I Rosenheim ein Ausbildungsformat speziell für Flüchtlinge, Migranten und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, die eine Ausbildung in der Hotel- und Gastrobranche absolvieren wollen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Das „Kombimodell“ verbindet die Ausbildung im Betrieb und Berufsschule mit dem Erwerb der Berufssprache direkt an der Berufsschule. Diese Kombination wäre eine Premiere in Oberbayern. Ziel von IHK und Berufsschule ist, dass die erste Klasse bereits im September starten kann. 

Vor allem bei den Gastroberufen falle es den Betrieben schwer, neue Fachkräfte zu finden und offene Stellen zu besetzen, sagt Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Rosenheim. „Flüchtlinge, die eine Ausbildung machen, sind ein Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel.“ Die größte Barriere auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung sei aber noch immer die Sprache. „Es braucht einfach ausreichend Zeit, um Deutsch zu lernen. Das Kombimodell bietet genau diese Zeit." 


Kombimodell entlastet die Ausbildungsbetriebe 

Petra Kremer, Integrationskoordinatorin der IHK für München und Oberbayern, zufolge sei bei den Auszubildenden mit Flucht- oder Migrationshintergrund nicht die Alltagssprache das Problem, sondern die berufsspezifische Fachsprache. „Mit dem Kombimodell wollen wir erreichen, dass die Azubis mehr Zeit haben, die jeweilige Fachsprache zu lernen. Diese ist Voraussetzung, um den Berufsalltag sowie die Anforderungen in der Schule und der Ausbildung meistern zu können.“ Das Modell entlaste die Ausbilder, weil die Jugendlichen umfänglich direkt an der Berufsschule ihre Deutschkenntnisse verbessern und die Betriebe sich nicht um Förder- und Nachhilfe kümmern müssten. Dazu wird die Ausbildungszeit der jeweiligen Ausbildungen in den Hotel- und Gastro-Berufen um ein Jahr verlängert. 

Die Leiterin der Berufsschule I Rosenheim, Bärbel Marx, begrüßt die Idee, den Azubis beim Lernen der Sprache mehr Zeit zu geben. „Wir sehen, dass Jugendliche mit Flucht- oder Migrationsprobleme es im Unterricht einfach schwerer haben als ihre Mitschüler. Ich bin überzeugt, dass das geplante Kombimodell ihren Schulalltag und die Ausbildung erleichtern kann. Ich wünsche mir, dass dieses Projekt gut anlaufen wird und in drei Jahren erste gute Ergebnisse bringt.“ 

Weitere Informationen zum Thema Kombimodell finden Sie unter: www.ihk-muenchen.de/ausbildung/integration/kombimodell/

Coburg und Niederbayern als Vorbild 

An dem geplanten Kombimodell können sich Betriebe beteiligen, die in Hotel- und Gastronomieberufen ausbilden, und in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Raum Ebersberg ansässig sind. Bei Auszubildenden in der Systemgastronomie umfasst das Einzugsgebiet zusätzlich die Landkreise Traunstein, Miesbach und Berchtesgadener Land. Bei den Plänen zur Einführung des Kombimodells orientieren sich die Berufsschule I Rosenheim und die IHK für München und Oberbayern an den Erfahrungen anderer Regionen. Im Kammerbezirk der IHK zu Coburg gibt es seit 2016 das Kombimodell und im Bezirk der IHK Passau startete im vergangenen Herbst die erste Klasse. 

Pressemeldung der IHK für München und Oberbayern

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