Mehrere Kundgebungen in Rosenheim

Stürzenberger-Demo: Diese Bilanz zieht die Polizei

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Rosenheim - Am Samstag sprach Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger zum zweiten Mal binnen weniger Monate in Rosenheim. Zeitgleich war auch eine entsprechende Gegenkundgebung angemeldet worden.

"Rosenheim tut sich gerade keinen Gefallen. (...) Ihr zeigt das hässliche Gesicht des Linksextremismus. Ihr seid linksextreme totalitäre Faschisten", hatte Stürzenberger während seiner Ansprache in der Nähe des Nepomuk-Brunnens am Max-Josefs-Platz den rund 250 Gegendemonstranten zugerufen, die sich vom Bahnhof zur Heilig-Geist-Straße bewegt hatten.

Diese protestierten gegen Stürzenbergers Auftritt mit Trillerpfeifen, Bannern und Fahnen. Außerdem gab es immer wieder Sprechchöre wie "Gegen den Staat und die Nation", "Niemand mag den Stürzi", "Mord, Folter, Abschiebehaft, das ist Deutschlands Gastfreundschaft" oder "Alle zusammen gegen den Faschismus". 

Bilder von der Stürzenberger Kundgebung 

Auch die Polizei war bei den Kundgebungen im Einsatz und hat nun eine entsprechende Bilanz veröffentlicht. Obwohl wegen einer nicht angekündigten Versammlung ein Vorplatz geräumt werden musste, blieb es insgesamt friedlich.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Am Samstag, 21. September, fand in der Zeit von 11 bis 17 Uhr eine angezeigte Demonstration der PAX-Bürgerbewegung am Max-Josefs-Platz statt. Dabei fungierte ein Hauptredner aus dem Raum München zur Thematik des politischen Islams. Als Gegenpart wurde ein Aufzug durch Rosenheim mit einer Abschlusskundgebung in der Heilig-Geist-Straße bei der Stadt durch eine gewerkschaftliche Bewegung angezeigt. Um 10.30 Uhr startete dieser am Bahnhof Rosenheim durch die Bahnhofstraße in Richtung Münchener Straße. Im weiteren Verlauf bewegte sich der Aufzug über die Fußgängerzone zur Stollstraße, um in die Heilig-Geist-Straße zur Abschlusskundgebung gelangen zu können. 

Die Polizei schätzt die Teilnehmer in der Spitze auf rund 250 Personen. Nach einem kurzem Redebeitrag in der Heilig-Geist-Straße zog eine Vielzahl der Teilnehmer von der Heilig-Geist-Straße ab und marschierte rückseitig über die Nikolaistraße in Richtung der Demonstration der PAX-Bewegung. Eine Vielzahl von Personen versammelte sich direkt vor dem Stand der PAX-Bewegung und zeigte durch Zwischenrufe, Pfeifen und sonstigen Lauten ihren Unmut. 

Da es sich um eine nicht ordnungsgemäß angezeigte Versammlung handelte, räumte die Polizei nach mehrmaliger Ankündigung den Vorplatz. Es kam dabei zu keinen polizeilichen Zwangsmaßnahmen, sämtliche Teilnehmer zogen in Richtung Mittertor friedlich ab. Im Anschluss erfolgte die Anzeige einer Spontanversammlung, die unter Auflagen der Polizei zwischen dem Mittertor und der PAX-Versammlung genehmigt wurde. Gegen 17 Uhr wurden beide Versammlungen beendet.

Während des Versammlungsgeschehens wurden einige Straftaten (Beleidigungen und Verleumdungen) durch die Versammlungsteilnehmer angezeigt. Diese Ermittlungsverfahren werden an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Entscheidung weitergeleitet.

Polizei bereits am Freitag im Einsatz

Darüber hinaus war die Polizei bereits am Freitagnachmittag bei einer Kundgebung zum Thema "Fridays for Future" zwischen 14 und 16 Uhr gefordert. Nach einer kurzen Auftaktkundgebung am Max-Josefs-Platz führte ein Aufzug durch die Innenstadt, dem sich verschiedene Sympathisanten und Befürworter der Thematik nach und nach anschlossen.

In der Spitze schätzt die Polizei die Teilnehmerzahl auf über 1.000 Personen. Nach einer Abschlusskundgebung wurde die Demonstration friedlich und störungsfrei gegen 16 Uhr beendet.

Polizei Rosenheim/mw

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