Großeinsatz am frühen Morgen in Rosenheim

180 Polizeikräfte in Asylunterkunft: Das steckt dahinter

  • schließen

Rosenheim - Am frühen Mittwochmorgen kam es im Bereich der Äußeren Oberaustraße zu einem Großeinsatz der Polizei an einer Asylbewerberunterkunft. Die Polizei hat nun über die Hintergründe des Einsatzes informiert:

Insgesamt waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd rund 180 Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Rosenheim, der Kriminalpolizei Rosenheim, der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Rosenheim, Traunstein und Weilheim, der Grenzpolizei Raubling sowie der Bereitschaftspolizei an der Aktion beteiligt. "Die große Anzahl der Bewohner, derzeit sind dort knapp 200 Asylsuchende untergebracht, wie auch die baulichen Gegebenheiten, machten das hohe Kräfteaufkommen erforderlich, um die Kontrollaktion gezielt durchführen zu können", teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Auch Vertreter der Regierung von Oberbayern waren vor Ort.

Einsatzleiter zufrieden mit Verlauf

Die Bilanz fiel recht erfreulich aus: Insgesamt konnten bei der Begehung nur zwei Verstöße nach dem Hausrecht festgestellt werden. Diese werden jeweils zur Anzeige gebracht. Auch Einsatzleiter Johann Brumbauer zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: "Die umfangreichen Planungen im Vorfeld haben sich als richtig erwiesen und gegriffen. Die Kontrolle aller anwesenden Bewohner und der Räumlichkeiten konnte deshalb sehr zügig und störungsfrei innerhalb von nur knapp einer Stunde abgearbeitet werden."

"Das Ziel der Begehung war nicht, die Bewohner zu verunsichern. Wir möchten durch die Präsenz der Polizei künftigen Sicherheitsstörungen entgegenwirken und friedlichen Bewohnern den Rücken stärken", ergänzte Brumbauer, der gleichzeitig auch als stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim fungiert.

Schon mehrfach Polizeieinsätze in Unterkunft

In der durchsuchten Asylunterkunft war es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Polizeieinsätzen gekommen. So zum Beispiel im Dezember 2017, als eine Geschenkübergabe bei einem Nikolaus-Besuch eskaliert war. Damals musste ein Nigerianer in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden. 

Vor fast genau einem Jahr war die Unterkunft schon einmal durchsucht worden. Im April 2018 hatte die Polizei ebenfalls mehrere Verstöße nach dem Hausrecht festgestellt und acht Strafverfahren eingeleitet. Die Unterkunft in der Äußeren Oberaustraße war im Jahr 2016 neu entstanden und ist auf bis zu 200 Asylbewerber ausgelegt.

Hintergrund:

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd möchte mit derartigen Einsätzen frühzeitig verhindern, dass sich Brennpunkte bilden oder Situationen verfestigen, die ein positives Zusammenleben innerhalb und außerhalb solcher Unterkünfte unnötig erschweren. (...) Zudem stellte die Polizei klar: Die überwiegende Mehrheit der Bewohner trat bislang polizeilich nicht in Erscheinung. Nachdem in der Unterkunft einige Familien mit Kindern untergebracht sind, ging die Polizei besonders behutsam bei der Aktion vor.

mw/Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT