Nach brutaler Vergewaltigung in Rosenheim

Kripo richtet Ermittlungsgruppe ein und bittet weiter um Hinweise

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Im Riedergarten in Rosenheim wurde eine junge Frau vergewaltigt.
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Rosenheim - Am frühen Sonntagmorgen, 8. September, hat eine Horror-Tat für Schlagzeilen gesorgt: Im Riedergarten wurde ein junge Frau auf dem Heimweg vom Herbstfest brutal vergewaltigt. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.

UPDATE, 17.05 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Pressemeldung im Wortlaut:

Wie bereits berichtet, wurde in den frühen Morgenstunden des Sonntag, 8. September 2019, eine 21-jährige Frau im Rosenheimer „Riedergarten“ von einem bislang unbekannten Täter überfallen und vergewaltigt. Die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim hat deshalb nun die Ermittlungsgruppe (EG) „Park“ ins Leben gerufen, um diese abscheuliche Tat möglichst schnell und umfassend aufklären zu können. 

Das Opfer war in der Nacht von Samstag (7. September) auf Sonntag (8. September) alleine und zu Fuß in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs. Beim Durchqueren des „Riedergarten“ wurde sie plötzlich von dem bislang unbekannten Täter angegriffen, zu Boden gebracht und anschließend vergewaltigt. Nach der Tat flüchtete der Mann in unbekannte Richtung. Auf die schockierte Frau wurde ein Passant aufmerksam, als er sie auf einer Parkbank sitzend in der Innenstadt antraf und anschließend zur Polizei brachte. Die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim hat zur Klärung der Tat nun die Ermittlungsgruppe „Park“ mit acht Mitarbeitern eingerichtet. „Wir setzen alles daran, dieses Verbrechen schnellstmöglich aufzuklären. Die Einrichtung der Ermittlungsgruppe ist hierzu die Basis“, erklärt Polizeipräsident Robert Kopp. „Zur Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger haben wir die, ohnehin schon hohe sichtbare Präsenz von Einsatzkräften in der Rosenheimer Innenstadt, nochmals erhöht“, so Kopp weiter.

Aufgrund der bislang erlangten Erkenntnisse aus den Ermittlungen der „EG Park“ kann die Beschreibung des Täters wie folgt ergänzt werden:

  • circa 25 - 30 Jahre alt. 
  • unter 170 cm groß.
  • dünne Statur. 
  • braune Augen. 
  • südländische Erscheinung mit braunem Teint. 
  • mittellange (ohrläppchenlange), glatte und dunkle Haare, welche zur Tatzeit fettig oder nass waren. 
  • unrasiert (Dreitagebart oder Stoppelbart).

Bekleidung: 

  • helle Schuhe. 
  • Bluejeans. 
  • dunkles T-Shirt oder Pulli. 
  • Dickere Jacke: hüftlang, auffällig knallig hellrot; am Rücken weißer Querbalken oder Querstreifen, welcher nicht über die gesamte Breite verlief.

Der Täter roch intensiv nach Urin und Nikotin. 

Die Ermittlungen der EG Park richten sich, neben dem eigentlichen Tatgeschehen, auch auf das Vor- und Nachtatverhalten des Täters. Der bereits geschehene Zeugenaufruf an die Bevölkerung hat nach wie vor Bestand, ist von enormer Wichtigkeit und wird deshalb im Folgenden nochmals wiederholt

Die EG Park bittet die Bevölkerung um Hinweise, insbesondere zur Beantwortung folgender Fragen

  • Wer hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 2.30 Uhr und 5.30 Uhr in der Rosenheimer Innenstadt, insbesondere im Riedergarten und dem dortigen Umgriff, verdächtige Wahrnehmungen hinsichtlich der geschilderten Tat gemacht? 
  • Wer kann aufgrund der geschilderten Personenbeschreibung Hinweise zum Täter geben? 
  • Wer hat den Täter möglicherweise vor oder nach der Tat in der Innenstadt von Rosenheim wahrgenommen oder vielleicht sogar mit ihm gesprochen? 
  • Das Opfer war zur Tatzeit mit einem grünen, geblümten Dirndlkleid und schwarzer Jacke bekleidet. Die Frau hat blonde schulterlange Haare. Wer hat das Opfer möglicherweise vor oder nach der Tat im Riedergarten bzw. auf dem Weg durch die Rosenheimer Innenstadt gesehen und kann hierzu Hinweise geben? 

Zeugen, welche Hinweise zu diesen Fragen bzw. allgemein zur Tat abgeben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08031/2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 12.30 Uhr - Ermittlungsgruppe eingerichtet

Um den Fall möglichst rasch aufklären zu können, hat die Polizei nun eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, wie Pressesprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage von rosenheim24.de am Mittag bestätigte. Bis dato seien bereits mehrere Hinweise seitens der Bevölkerung eingegangen. Zu den Ergebnissen wollen sich die Beamten bis auf weiteres aber bedeckt halten.

"Über die genauen Maßnahmen der Kriminalpolizei und der Ermittlungsgruppe kann ich aus ermittlungstaktischen Gründen keine genauen Auskünfte geben", erklärte Emig. Im Laufe des Tages hat das Polizeipräsidium jedoch eine Pressemitteilung zum aktuellen Stand des Falles angekündigt.

Die Erstmeldung:

Am frühen Sonntagmorgen, 8. September, hat eine Horror-Tat für Schlagzeilen gesorgt: Im Riedergarten wurde ein junge Frau auf dem Heimweg vom Herbstfest brutal vergewaltigt. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck in dem Fall.

Allerdings befänden sich die Ermittlungen derzeit noch in einem "sehr frühen Stadium", wie Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, am Montagmorgen auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte. Ob bislang konkrete Hinweise eingegangen sind, konnte oder wollte der Sprecher, vermutlich aus ermittlungstaktischen Gründen, nicht sagen.

Wann passierte die schreckliche Tat genau?

In der Pressemitteilung vom Sonntag wurde von der Polizei dazu aufgerufen, dass sich Zeugen melden sollen, die möglicherweise verdächtige Wahrnehmungen am Tattag im Zeitraum zwischen 2.30 Uhr und 5.30 Uhr gemacht haben. Doch wann passierte die schreckliche Tat denn genau? "Wir können den genauen Tatzeitraum schon einigermaßen eingrenzen. Allerdings gibt es ein sogenanntes Vor- und Nach-Tat-Verhalten, was für die Polizei in solchen Fällen sehr interessant ist", sagte Huber hierzu. Wahrnehmungen von Bürgern, seien sie auch noch so "klein", können sehr wichtig sein, betonte der Sprecher.

Der entsprechende Zeugenaufruf gilt deswegen weiterhin: Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 08031/2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Die 21-Jährige war in der Nacht auf Sonntag, gegen 2.30 Uhr, alleine auf dem Heimweg vom Feiern nach der Wiesn. Dabei ging sie durch die Innenstadt und schließlich durch den Riedergarten, wo der Täter sie angriff, zu Boden brachte und sich an ihr verging. Anschließend flüchtete der Mann in unbekannte Richtung. Die Frau ging anschließend laut Polizei "ziellos und geschockt" durch die Innenstadt und setzte sich auf eine Bank, wo letztlich ein Passant auf sie aufmerksam wurde und sie zur Polizei brachte.

Vergewaltigung in Rosenheim im Riedergarten

Die Beschreibung des Täters:

Der Mann ist etwa 25 - 30 Jahre alt, circa 165 - 170 cm groß und hat eine südländische Erscheinung mit braunem Teint. Außerdem trägt er mittellange, glatte und dunkle Haare, einen Drei-Tage-Bart oder einen Stoppelbart. Bekleidet war er mit hellen Schuhe, einer Bluejeans und einem dunkles T-Shirt sowie einer signalroten Jacke mit einem Reißverschluss an der Vorderseite, der zur Tatzeit aufstand.

Schon mehrere schlimme Fälle

In der Vergangenheit haben in Rosenheim und Umgebung schon mehrere schlimme Fälle für Aufsehen gesorgt: Im August 2018 war eine junge Frau in der Gabelsbergerstraße von zwei Männern vergewaltigt worden. Die Kripo setzte damals eine eigene Ermittlungsgruppe ein und konnte die Täter bereits wenig später festnehmen. Die beiden Somalier wurden anschließend zu langen Haftstrafen (siebeneinhalb und acht Jahre) verurteilt.

Ein gutes Jahr davor, im Juli 2017, war es am Mangfalldamm zu einem schlimmen sexuellen Übergriff gekommen. Dabei war eine 21-Jährige brutal vergewaltigt worden. Zwei Monate später, im September 2017, war ein Mann bei Riedering über eine Joggerin hergefallen und hatte die Frau im Bereich eines Radwegs südlich des Simssees vergewaltigt.

Darüber hinaus hatte im November 2015 ein 28-Jähriger eine 29-jährige Frau am Inndamm in ein Dickicht gezerrt und sich brutal an ihr vergangen. Der Mann wurde später zu 14 Jahren Haft verurteilt, weil er laut Gericht auch für eine Vergewaltigung im Englischen Garten in München verantwortlich war. Die Polizei hatte in diesen Fällen monatelang akribisch ermittelt.

mw

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