Nach vermeintlich brutaler Tat im Riedergarten in Rosenheim

Jetzt steht fest: Es war keine Vergewaltigung!

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Rosenheim - Der Fall sorgte für Schlagzeilen in der Region und darüber hinaus. Auf dem Heimweg vom Herbstfest soll eine junge Frau im Riedergarten von einem Unbekannten vergewaltigt worden sein. Jetzt kam heraus, dass alles ganz anders war:

Nach intensiven und langwierigen Ermittlungen und Vernehmungen sowie Auswertung vieler Spuren steht nun fest: Es war keine Vergewaltigung! "Der zusammenfassende Abgleich der intensiven, langwierigen Vernehmungen mit den gesicherten Spuren führte schließlich zu dem Ergebnis, dass durch das Geschehen in der Nacht vom 8. September 2019 in der Rosenheimer Innenstadt nicht von einer strafbaren Handlung zum Nachteil der Frau auszugehen ist. (...)", teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstagvormittag, 11. Februar, nun mit.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen inzwischen eingestellt, nachdem die Fahnder der "Ermittlungsgruppe (EG) Park" zwischenzeitlich einen jungen Mann aus dem Landkreis Rosenheim ausfindig gemacht hatten, der zunächst als "dringend tatverdächtig" eingestuft worden war. Es wurde darüber hinaus auch eine Befragung von etwa 120 Personen durchgeführt, welche sich im September 2019 als Betreiber oder deren Mitarbeiter von Fahrgeschäften, Imbissbuden, Schaustellern und anderen Gewerbetreibenden des Herbstfestes in Rosenheim aufgehalten hatten.

Vergewaltigung in Rosenheim im Riedergarten

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Die 21-jährige Frau war in der Nacht auf Sonntag, 8. September, gegen 2.30 Uhr, alleine auf dem Heimweg vom Feiern nach dem Rosenheimer Herbstfest. Dabei ging sie durch die Innenstadt und schließlich durch den Riedergarten, wo der Täter sie schließlich von hinten angegriffen, zu Boden gebracht und dann brutal vergewaltigt haben sollte. Anschließend sei sie "ziellos und geschockt" durch die Innenstadt gelaufen, ehe sie Passanten zur Polizei brachten. Dort tischte die 21-Jährige dann den Beamten ihre Version der Geschichte auf.

Keine Konsequenzen für "Opfer"

Genauere Angaben zum Geschehen in der fraglichen Nacht und ob es möglicherweise einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen "Täter" und "Opfer" gegeben hat, wollte die Polizei auf Nachfrage von rosenheim24.de nicht machen. Polizeisprecher Martin Emig nannte dabei den "Schutz der Persönlichkeitsrechte" als Grund. Juristische Konsequenzen drohen der jungen Frau keine. "Die Staatsanwaltschaft hat dies umfassend geprüft und ist zu dem Schluss gelangt, dass kein Ermittlungsverfahren gegen die junge Frau eingeleitet wird", sagte Emig.

Nach der vermeintlich brutalen Tat war bei der Polizei die entsprechende Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, die mit bis zu neun Mitarbeitern besetzt war. Zur Auswertung der immens hohen Menge an Datenmaterial aus der Videoüberwachung in der Rosenheimer Innenstadt wurde die "EG Park" zeitweise zudem von bis zu 16 weiteren Mitarbeitern der Kripo Rosenheim sowie umliegender Polizeidienststellen unterstützt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nun mitteilte.

Die Polizei wertete den Ausgang der Ermittlungen als großen Erfolg. Das Sicherheitsgefühl der Bürger in Rosenheim und Herbstfest-Besucher habe dadurch gestärkt werden können, hieß es. "Es war uns von Anfang an wichtig, das Geschehene umfassend aufzuklären", betonte Emig abschließend und erklärte, dass es sich um ein "komplexes Verfahren" gehandelt habe.

mw

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