Metzger zum SPD-Bürgermeisterkandidaten gewählt

"Jetzt fragen sich sicherlich einige: 'Ist das sein Ernst?'"

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Rosenheim - Am Dienstag (4. Juni) hat sich Robert Metzger offiziell auf der Aufstellungskonferenz der SPD, ab 19.30 Uhr im Gasthof Höhensteiger, als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl beworben und den Delegierten seiner Partei seine inhaltlichen Ziele vorgestellt.

Update, Mittwoch, 10.35 Uhr: So lief die Wahl Metzgers

"Jetzt fragen sich sicherlich einige, in Anbetracht des Ergebnisses der Europawahl aber auch der derzeitigen Umfrageergebnisse: 'Ist das sein Ernst?'", eröffnete Metzger seine Bewerbungsrede. "All jenen sagen ich: Ja, das ist mein voller Ernst. Den erstens ist es kein Naturgesetz, dass in Rosenheim die CSU den Oberbürgermeister stellt und zweitens haben sie es auch nicht verdient, diese Stadt auch weiterhin zu führen!" Er glaube, dass er sein Ergebnis von 19 Prozent bei der Kommunalwahl 2014 toppen könne, gab sich Metzger gegenüber rosenheim24.de zuversichtlich. "In fünf Jahren als Fraktionsvorsitzender bin ich noch einmal deutlich bekannter geworden und man darf nicht vergessen, dass ich diesmal keine Gegenkandidatin habe, die bereits Amtsinhaberin ist." Er, wie auch der potenzielle CSU-Kandidat Andreas März hätten also die gleichen Voraussetzungen. "Vor allem glaube ich, dass ich die letzten Jahre im Stadtrat gut gearbeitet und das auch gut dokumentiert habe, so das ich mir jetzt deutlich mehr verspreche!"

Über sein Wahlergebnis bei der Nominierung von 96 Prozent der Stimmen sei er glücklich. "Daraus nimmt man die Kraft dazu, in diesen Wahlkampf hineinzugehen. Der zweite Teil ist dann aber auch ein Team von engagierten Kandidatinnen und Kandidaten für die Stadtratsliste zu gewinnen und da sind wir auf sehr, sehr gutem Wege. Am 26 Juni werden wir der SPD-Basis unsere Kandidaten vorstellen." Als eines seiner wichtigsten Themen würde er den Verkehr sehen. "Wir müssen da deutlich was verändern, weil sich die Mobilität entsprechend verändert. Da dürfen wir nicht einfach zuschauen, sonst haben wir in ein paar Jahren den Verkehrs-Kollaps." Auch das Thema Wohnen wolle er anpacken. "Das ist seit fünf Jahren mein Steckenpferd, da muss mehr durchgesetzt werden!" 

Update, 20.35 Uhr - Robert Metzger zum Bürgermeisterkandidaten gewählt

Robert Metzger wurde mit 29 von 30 Stimmen der Deligierten zum Bürgermeisterkandidaten der SPD gewählt. Ein ausführlicher Bericht folgt am Mittwoch.

Erstmeldung

"Der SPD Unterbezirksvorstand Rosenheim Stadt hat in seiner letzten Sitzung einstimmig Robert Metzger als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl vorgeschlagen", gab am Montag der vergangenen Woche die Vorsitzende des SPD Unterbezirks Rosenheim-Stadt, Elisabeth Jordan bekannt. Zuvor habe Metzger in einer persönlichen Erklärung gegenüber dem Gremium seine Bereitschaft erklärt, wieder für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren zu wollen. "Nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit der SPD-Fraktion, möchte Metzger auch als Oberbürgermeister die Zukunft der Stadt erfolgreich gestalten", erklärte Jordan. "Rosenheim muss sich wie viele andere Städte dem gesellschaftlichen Wandel stellen und mutig neue Wege gehen", betonte Metzger.

Wohnen, Verkehr, Digitalisierung und Klimawandel seien hierbei zukunftsweisende Themen. "Es braucht allerdings einen durchsetzungsfähigen Oberbürgermeister, der bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen, die Themen zusammen mit den Bürgern anzupacken und Entscheidungen entschlossen zu treffen", machte Metzger deutlich.

Bereits 2014 Kandidatur

"Ja Herrschaftszeiten, das kann doch nicht wahr sein, dass die SPD da ein wahlkampftechnisches Manöver fährt", entfuhr es Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) auf der Stadtratssitzung Ende März angesichts eines Redebeitrags Metzgers, der derzeit den SPD-Fraktionsvorsitz inne hat. Dieser hatte erneut eine Nutzung des Geländes für den sozialen Wohnungsbau gefordert, was heftigen Widerspruch und eine hitzige Diskussion nach sich zog. Zuletzt hatte Metzger Ende Mai in einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin den Antrag gestellt, die Haltestellen des Stadtverkehrs auch in den neuen ZOB am Bahnhof zu integrieren. 

Robert Metzger bei der Kommunalwahl 2014 am Wahlabend im Rathaus

2014 war Metzger bereits als Bürgermeisterkandidat angetreten, damals bekam er 19 Prozent der Stimmen. "Mein Ziel war es, den Teil der Rosenheimer für uns zu gewinnen, die sich vor sechs Jahren entschlossen haben, überhaupt nicht zur Wahl zu gehen," erklärte er damals gegenüber unserer Redaktion. Obwohl er mit den betreffenden Personen einen Teil seines eigenen Wahlprogramms erarbeitet habe, sei es ihm offenbar nicht gelungen, diese Menschen auch wirklich zum Gang an die Urne zu bewegen. Diese Tatsache sei hauptverantwortlich dafür, dass sich das Ergebnis seiner Partei auf demselben Niveau eingependelt habe, wie bereits im Jahr 2008.

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