Nachbarn reden nach Bränden am Rosenheimer Brückenberg

"Nach dem Feuer haben 30 Leute samt Kindern drin gewohnt"

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Die Feuerwehr verrammelte nach dem dritten Brand den Eingang des Abbruchhauses mit einem großen Holzteil.
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Rosenheim - Insgesamt drei Mal hat es binnen eines Dreivierteljahres in einem stark heruntergekommenen Haus am Brückenberg gebrannt. Was steckt da genau dahinter? rosenheim24.de hat mit einigen Nachbarn gesprochen:

Ein Schrotthändler, dessen Firmengrundstück direkt hinten an das Brandobjekt angrenzt, sagte rosenheim24.de: "Ich habe immer erst am nächsten Morgen von den Bränden erfahren." Allerdings hat der Mann auch mitbekommen, dass sich nach dem ersten Feuer bereits wieder Personen in dem Haus aufgehalten haben: "Nach dem ersten Feuer haben dann wieder bis zu 30 Leute samt Kindern in dem Gebäude gewohnt."

Seine Aussage wird von einem Autohändler gestützt. Auch dieser bestätigte gegenüber rosenheim24.de, dass sich nach den Bränden Personen in dem Haus aufgehalten hätten. Aus seiner Sicht seien dies Rumänen gewesen. Von etwaigen Partys oder sonstigen Ruhestörungen wusste der Mann jedoch nichts.

Dritter Brand am Brückenberg: Fotos vom Tag danach

Besonders hart könnte es hingegen die Mitarbeiter eines Kfz-Zulassungsservice treffen, dessen Räumlichkeiten in einem Anbau vor dem Brandhaus untergebracht sind. Sie vermuten, dass sie sich bald ein neues Büro suchen müssen, da das baufällige Gebäude nun höchstwahrscheinlich abgerissen wird. 

Auf jeden Fall hätte es nach dem zweiten Feuer Ende Januar keine Strom- und Wasserversorgung mehr gegeben. Die beiden Mitarbeiter bestätigten ebenfalls, dass sich im letzten halben Jahr wiederholt Personen im Haus aufgehalten haben.

Fotos vom Brand in der Äußeren Münchener Straße

Insgesamt drei Brände seit Juni 2018

Nach dem ersten Brand im Juni 2018 wurde der Verursacher, ein 26-jähriger Bosnier, inzwischen vom Landgericht Traunstein wegen Brandstiftung und versuchten Mordes zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. "Das war keine spontane und unüberlegte Tat", begründete Richter Erich Fuchs sein Urteil. Als Motiv für die Tat wurden "unhaltbare Zustände in dem Haus" genannt.

Wohnhausbrand in Rosenheim am 26. Januar

Am Abend des 26. Januar 2019 kam es dann zu dem zweiten Feuer, dessen Ursache bis dato noch nicht geklärt werden konnte. Und schließlich gab es am vergangenen Samstagabend den dritten Einsatz der Rettungskräfte, nachdem sich dort zwei Personen widerrechtlich aufgehalten und nach Polizeiangaben ein "hauseigenes Lagerfeuer" entfacht hatten. Eine der Personen wurde kurz darauf wegen eines offenen Haftbefehls - der allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Brand stand - festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

jb/mw/Natalie Leger/Vera Mair

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