Update

Schmieraktionen in Rosenheim - das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen

+

Rosenheim - In der Nacht von Dienstag, 23. Juni, auf Mittwoch, 24. Juni, kreiste über einen längeren Zeitraum ein Hubschrauber über der Stadt. Die Polizei hielt sich auf Anfrage lange bedeckt. Nun gibt es eine Erklärung.

Update, 12.15 - Das ist der aktuelle Ermittlungsstand

Wie die Polizei auf Anfrage von rosenheim24.de mitteilt, habe es im Zusammenhang mit den Festnahmen nach den Schmieraktionen auch Hausdurchsuchungen gegeben. Darüber, was gefunden wurde, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Angaben machen. 

Ermittelt würde in Richtung gemeinschädliche Sachbeschädigung, die Taten an sich würden aber als "politisch motivierte Kriminalität" eingestuft. Aus diesem Grunde lägen die Ermittlungen auch beim Kommissariat Staatsschutz der Kripo.

Inwieweit die vier festgenommenen Personen für andere, ähnlich gelagerte Delikte verantwortlich seien, stünde ebenso im Fokus der Fahnder. Ermittelt würde zudem, inwieweit die Gruppe Verbindungen zu anderen Gruppen im Bundesgebiet habe. Zu möglichen Erkenntnissen über weitere geplante Aktionen wollte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen. 

Update, 26. Juni - Auch Kirche beschmiert

Offenbar wurde auch die Rosenheimer Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zum Ziel der Linksextremen. Bilder eines Users zeigen, wie groß mit roter Farbe die Parole "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat" auf die Mauern geschmiert wurde. 

Wie Pfarrer Andreas Maria Zach im Gespräch mit rosenheim24.de zu berichten weiß, seien Vorfälle dieser Art seit einigen Wochen eine kontinuierliche Erscheinung. Immer wieder sei die Kirche zum Ziel geworden. Auf Blumentöpfe wurde wiederholt "no religion" geschmiert. Auch das Wort "Antifa" sei gut sichtbar im Nahbereich der Kirche aufgetragen worden. 

Eingeschüchtert wirkt der Pfarrer durch die Vorkommnisse aber nicht. In Gesprächen mit Bürgern und Gläubigen spüre er aber, dass eine gewisse Verärgerung vorherrsche. Die Beseitigung der Schäden kostete schließlich auch Geld - er rechnet allein für die Beseitigung der Parole an der Mauer mit einer Summe im drei- bis vierstelligen Bereich. Direkt bedroht wurde er von Extremisten nicht, auch Kirchenbesucher und Gläubige seien bislang keinen Angriffen ausgesetzt gewesen.

Auch in der Geschichte des Christentums habe es Gewalt gegeben, wie er selbstkritisch anmerkt - aber die Kirche "habe aus ihrer Geschichte gelernt", diese Fehler lägen "hinter uns". Denn "Gewalt", wie Pfarrer Zach zum Schluss anmerkt, "ist immer eine schlechte Lösung."


Update, 25. Juni - Festnahmen nach politisch-motivierten Sachbeschädigungen

Die Meldung im Wortlaut:

Zwei Wochen lang wurden verschiedenste Gebäude und Bauwerke im Stadtgebiet von Rosenheim verunstaltet und beschädigt. Der dadurch entstandene Sachschaden dürfte im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Zur Klärung der Taten wurde eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei und der Polizeiinspektion Rosenheim gegründet. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung gelang nun die Festnahme von vier dringend tatverdächtigen Personen. 

In den vergangenen 14 Tagen wurde im Stadtgebiet Rosenheim eine signifikante Steigerung von Sachbeschädigungsdelikten, insbesondere in Form von Graffitis und Schmierereien, festgestellt. Betroffen waren neben Privateigentum primär öffentliche Einrichtungen, Bauwerke, Denkmäler und Verkehrseinrichtungen. Der Inhalt der Schmierschriften bezieht sich auf linksextremistische, zeitgenössische, aber auch polizeifeindliche Themen. Unter anderem wurde am frühen Sonntagmorgen, 21. Juni, das Ordnungsamt der Stadt Rosenheim in der Arnulfstraße in einer gemeinsamen Aktion von ca. zehn vermummten Personen mit mehreren mit Farbe befüllten Flaschen beworfen. 

Zum jetzigen Zeitpunkt sind der Polizei über 50 Fälle von Sachbeschädigungen bekannt. Am Mittwochmorgen, 24. Juni, gegen 2.25 Uhr, teilte ein aufmerksamer Anwohner der Alzstraße im Rosenheimer Stadtteil Happing telefonisch bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit, dass er in der näheren Umgebung der Alzstraße mehrere frisch angebrachte Graffitis an Hauswänden und Gegenständen festgestellt habe. 

In Zuge der von Kräften der Polizeiinspektion Rosenheim und der Zivilen Einsatzgruppe der Operativen Ergänzungsdienste Rosenheim durchgeführten Tatortbereichsfahndung konnten zunächst zwei 18 und 19 Jahre alte Frauen sowie ein 19-jähriger Mann festgestellt werden. Alle drei Personen wiesen frische Farbspuren am Körper bzw. an der getragenen Kleidung auf. Zudem konnten weitere Beweismittel sichergestellt werden. Die drei Tatverdächtigen wurden an Ort und Stelle vorläufig festgenommen.

Wenig später konnte durch Beamte der Zivilen Einsatzgruppe ein 20-Jähriger, der sich vor den Einsatzkräften unter einem Wagen versteckt hatte, ebenfalls vorläufig festgenommen werden. Da nicht auszuschließen war, dass weitere Personen an den Taten beteiligt waren und sich versteckt halten könnten, wurde der Polizeihubschrauber angefordert, der die Kräfte am Boden aus der Luft unterstützte. Es konnten jedoch keine weiteren Verdächtigen ausfindig gemacht werden.

Die vier vorläufig festgenommenen Personen sind deutsche Staatsangehörige und in der Stadt bzw. dem Landkreis Rosenheim wohnhaft. Sie sind der aktiven Szene des linksradikalen Spektrums zuzuordnen. 

Die gemeinsame Ermittlungsgruppe beim Fachkommissariat Staatsschutz der Kripo Rosenheim wertet derzeit sichergestelltes Beweismaterial aus und führt Ermittlungen zu weiteren Tatverdächtigen. Die vier jungen Männer und Frauen wurden nach Beendigung der kriminalpolizeilichen Maßnahmen noch am selben Tag wieder auf freiem Fuß entlassen. Sie müssen neben den strafrechtlichen Folgen auch mit erheblichen Regressforderungen rechnen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rosenheim dauern indes an.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Erstmeldung:

Ein mysteriöser nächtlicher Hubschrauber-Flug sorgt derzeit für Rätselraten in Rosenheim. Wie uns User berichten, kreiste der Heli gegen 3.30 Uhr über Teilen der Stadt. Vor allem über Happing soll er für längere Zeit seine Bahnen gezogen haben. 

Bei der Polizei weiß man um den nächtlichen Einsatz und dessen Hintergründe - man möchte sich aber vorerst bedeckt halten, ehe man die Öffentlichkeit über Näheres informiere. Man befinde sich noch in Abklärung mit der Staatsanwaltschaft, wie es aus Polizeikreisen hieß. 

Nur so viel war zu erfahren: Konkrete Gefahr für die Bevölkerung habe keine bestanden, der Helikopter-Einsatz sei im Zuge von Nahfahndungen in einem Tatort-Bereich im Zusammenhang mit "Beschädigungen" erfolgt. Es habe Festnahmen gegeben, Einvernahmen liefen. Die Bevölkerung soll aber zeitnah über die genaueren Hintergründe informiert werden. 

Weitere Infos folgen!

Leserreporter

Dieser Artikel wäre ohne die Hinweise unserer Leser nicht erschienen! Werden auch Sie Leserreporter und informieren Sie uns über Geschehnisse in unserer Region. Nutzen Sie hierfür die Leserreporter-Funktion unserer App (Google play & App Store) oder schicken Sie uns über unsere Facebook-Seite eine persönliche Nachricht.

Helfen auch Sie mit, unser News-Portal noch aktueller und abwechslungsreicher zu gestalten – besten Dank!

dp

Kommentare