Frauen.Leben.Demokratie

Sekt und Selters der Rosenheimer SPD Frauen mit Prof. Gesine Schwan

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Gesine Schwan am 19. Februar bei Sekt und Selters der SPD Frauen Rosenheim

Rosenheim - Zum 13. Mal luden die Rosenheimer SPD Frauen mit ihrer Vorsitzenden Susanne Kieslinger zur jährlichen Veranstaltung Sekt & Selters ein.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Datum und Ort brachten einen Hauch Historie mit zur Veranstaltung: Am 19. Februar 1919 hatte Maria Juchacz, Gründerin der AWO, als erste Frau eine Rede im Reichstag gehalten, 101 Jahre später konnten die heimischen SPD Frauen Prof. Gesine Schwan als Rednerin bei Sekt & Selters im AWO-Mehrgenerationenhaus in Rosenheim gewinnen. 

Schwan, Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD, ehemalige Präsidentin der Europa - Universität Viadrina in Frankfurt (O.), der Humboldt-Viadrina School of Governance sowie amtierende Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Plattform, sprach im Mehrgenerationenhaus zu Frauen.Leben.Demokratie. 

Der rote Faden der Sozialisierung von Frauen zog sich durch die Erläuterungen der zweimaligen Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. „Die Sozialisierung prägt Frauen. Wer mit Kindern zu tun hat oder auch selbst welche hat, wird von ihnen zu einem anderen Umgang miteinander erzogen“, so Schwan. Frauen hätten daher eine andere Kommunikationsebene, würden Probleme und Sachverhalten ausdiskutieren und nicht aussitzen und bewiesen so auch einen anderen Führungsstil - „wenn’s schwierig wird holt man Frauen zur Problemlösung und Problembewältigung“. Frauen müssten findiger, raffinierter sein und mehr lernen, um die schwächere gesellschaftliche Position auszugleichen. 

Persönlichkeitsmerkmale bei Frauen wie Empathie und Kooperationsbereitschaft seien zudem wichtig für die Demokratie. „Nur wer bereit ist zu kooperieren lebt Demokratie“, betonte Schwan. Zudem hätten Frauen auch einen anderen Bezug zur Macht. Während der Soziologe Max Weber Macht als Fähigkeit sich gegen andere durchzusetzen definierte, sah die politische Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt in dieser Definition einen Aufruf zur Gewalt. Für sie bedeutete Macht etwas mit anderen zu bewirken. Die Definition Arendts sah Schwan als Grundlage der Politik: etwas gemeinsam schaffen. Schwan plädierte zum Abschluss ihrer Rede für ein partnerschaftliches statt hierarchisches Verhältnis in Politik und Gesellschaft. Die anwesenden Frauen zeigten sich begeistert von der Rede Gesine Schwans. Die Stadträtin und Vorsitzende der Rosenheimer SPD, Elisabeth Jordan betonte, dass es bei der Kommunalwahl wichtig sei, Frauen zu unterstützen. "Frauen wählt Frauen und traut ihnen was zu!" appellierte Jordan an die Anwesenden. Traditionell fand im Anschluss noch der gesellige Abschluss der Veranstaltung bei Sekt und Selters statt.

Pressemeldung der SPD Rosenheim

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