Mangfallstraße in Rosenheim wird 2020 endlich saniert 

Stadtrat gibt grünes Licht für Ausbau von "gefährlichem Monster"

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Schlaglöcher und Risse im Teer: Die Mangfallstraße ist marode und muss ausgebaut werden. 
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Rosenheim - Schlaglöcher, Risse im Teer, Fleckerlteppich: die Mangfallstraße hat schon bessere Zeiten erlebt. Dessen ist sich auch der Stadtrat bewusst. In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause brachten die Mitglieder den Ausbau der maroden Straße im Süden von Rosenheim auf den Weg. Diskussionsfrei allerdings ging der Punkt nicht über die Bühne. 

Die Mangfallstraße befindet sich in einem baufälligen Zustand, jährlich anfallende Unterhaltskosten zur Aufrechterhaltung belasten seit Jahren den städtischen Haushalt. Der Ausbau der Mangfallstraße hätte bereits 2014 erfolgen sollen. Aufgrund deutlich erhöhter Angebote gegenüber der Kostenberechnung jedoch wurde die Ausschreibung wieder aufgehoben, die Sanierung verschoben.  

Keine Förderung für geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen

Nun steht die Ausschreibung erneut vor der Tür: Geplant ist, die Mangfallstraße in voller Länge im Stadtteil Aisingerwies von der Aisingerstraße im Süden bis zur Mangfallbrücke im Norden auszubauen. Laut Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer geschehe das in einem kompletten Vollausbau, der im kommenden Jahr mit insgesamt drei Bauabschnitten starten soll. Die geschätzte Bauzeit wird bis Ende 2021 datiert. 

Die Mangfallstraße in Rosenheim gleicht einem Fleckerteppich. 

Nach Rücksprache mit der Regierung von Oberbayern sei indes ans Licht gekommen, dass die Mangfallstraße bei Einbau von geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen nicht als Hauptverkehrsstraße eingestuft werden könne. "Im Klartexte bedeutet das, wir bekämen für den Einbau solcher Elemente keine Förderung", erklärte Bauer den Räten. "Wir müssen die Fahrbahn so ausrichten, dass sie förderungsfähig ist und auf geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen deshalb verzichten."
Diese neue Planung gefiel vielen Räten nicht: SPD-Stadtrat Robert Metzger unterstrich: "Für unserer Fraktion ist es nicht nur relevant eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h zu erwirken, sondern auch von Bedeutung, geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen einzubauen. Wir können so nicht zustimmen." 

Ins selbe Horn blies Franz Lukas vom Bündnis90/Grüne: "Ich kann mich hier nur der SPD-Fraktion anschließen, wir wollen Tempo 50 auf dauerhaft 30 drosseln - wo steht das im Beschlussvorschlag? Wenn das nicht aufgenommen wird, können wir nicht mitgehen." 

Ein Antrag Metzgers, dass man Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung als "unausweichliche Voraussetzungen für diesen Ausbau" in den Beschluss miteinbringen soll, wurde jedoch im Rat mit 31:9 Stimmen mehrheitlich abgelehnt

Maßnahmen für fahrradfreundliche Stadt oder Förderung in Millionenhöhe? 

Herbert Borrmann (CSU) betonte, auf das Tempo-30-Limit wolle er keinesfalls verzichten - genauso wenig wie auf Geschwindigkeitsmessungen durch Radarfallen in der Mangfallstraße. 

Herbert Hoch vom Rechtsdezernent der Stadt Rosenheim versicherte daraufhin, man werde die Drosselung der Geschwindigkeit auf 30 km/h dem Beschluss zufügen, betonte aber gleichzeitig: "Geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen aber können wir nicht mitnehmen." 

Robert Multrus (Freie Wähler/UP) bedauerte indes die fehlenden Verbesserungen für Radfahrer. "Uns ist es wichtig, auf dieser nicht besonders Radler-freundlichen Straße sichere und attraktive Wege für Radfahrer zu schaffen." Fraktionskollegin Dr. Beate Burkl ergänzte: "Gibt es bei uns eigentlich einen offiziellen Radbeauftragten, der sich der Sache annehmen könnte? Wäre ich Radbeauftragte, ich wäre mit dieser Planung nicht zufrieden."

Oberbürgermeisterin Bauer betonte mit Blick auf die voraussichtlichen Gesamtkosten von 3,56 Millionen Euro in Richtung der Freien Wähler: "Leider, Frau Dr. Burkl, ist die Welt nicht nur schwarz und weiß. Wir müssen uns im Klaren sein: Wollen wir eine fahrradfreundliche Stadt aber dafür auf rund 1,4 Millionen Euro an Fördersumme beim Ausbau verzichten? Das ist in meinen Augen eine ganz einfache Rechnung." 

Josef Gasteiger (CSU) unterstrich, die Mangfallstraße sei "das gefährlichste Monster, das es bei uns gibt. Wir warten seit Jahren sehnlichst auf die Sanierung, denn die Straße ist in einem katastrophalen Zustand und wir sollten schauen, dass wir jetzt schleunigst ausschreiben. Ich bin froh, dass der Ausbau überhaupt kommt." 

Am Ende der Debatte wurde dem Projektausbau Mangfallstraße ab 2020 zugestimmt

mb

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