Brenner-Nordzulauf: So startet der Neustart

Bauer: "Das wird uns noch Jahre wirklich beschäftigen"

  • schließen

Rosenheim - Wie könnten künftig die Gleise aus dem Inntal und vom Brenner-Basistunnel im Stadtgebiet verlaufen und wie kann passender Lärmschutz aussehen? Vorschläge aus dem Stadtrat:

Bis zu 400 Züge täglich auf der Strecke, so sehen die aktuellen Prognosen in Bezug auf den Brenner-Nordzulauf im Bereich des Landkreises und der Stadt Rosenheim derzeit aus. Egal ob auf der Bestandsstrecke oder einer Neubautrasse, mit steigendem Verkehrsaufkommen steigt dann für die Anwohner auch die Belastung durch den Lärm. Gleichzeitig könne es sich die Stadt Rosenheim jedoch nicht leisten, von eben diesen Verkehren abgetrennt zu werden. Das betonte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in der Sitzung des Stadtrats am Mittwoch ebenso deutlich. Eine echte Zwickmühle aus Lärmschutz, wirtschaftlichen Interessen und privaten Bedenken also. 

Knotenpunkte, Tunnel-Lösung und Bestandssanierung

Themenseiten

- Brenner-Nordzulauf 

- Brenner- Basistunnel

Facebook-Seite

- Brenner-Nordzulauf

Konsequent demnach die Forderung der Stadt in einem eigenen Positionspapier: "Um Rosenheim nicht vom internationalen Schienenfernverkehr abzukoppeln, sind über die Verknüpfungsstellen deutsches Inntal im Süden der Stadt und eine über die Korridorstudie noch zu definierende Verknüpfungsstelle im Rosenheimer Norden, die Anbindungen der Fernzüge an die Bestandsstrecke zu gewährleisten," denn: So könnten Personenzüge mit nur minimalem Zeitverlust auf der Strecke nach wie vor in Rosenheim halten, auch wenn am Ende des Planungsdialogs eine Umfahrung der Stadt realisiert werden würde.

Besonders angetan hatte es der Verwaltung bereits in der Vergangenheit die Herangehensweise der österreichischen Nachbarn an das Thema Neubau-Strecken: Nach sogenanntem "Tiroler Standard" sollen neue Gleise am besten unterirdisch verlegt werden. Doch auch die bestehende Trasse müsse selbstverständlich weiter den kommenden Bedingungen angepasst werden. Durch einen gezielten Ausbau müsse die Bestandsstrecke bis zu einer Kapazität von 300 Zügen pro Tag fit gemacht werden. Dem Lärmschutz für die Anwohner müsse dabei oberste Priorität zukommen.

Diskussion künftig in den Gemeindeforen

Nach den Fehlern und Unzulänglichkeiten der Planung in der Vergangenheit, will die Stadt jetzt, beginnend im November, im Planungsraum Rosenheim-Süd, zusammen mit den Kommunen Kolbermoor, Bad Feilnbach, Riedering, Stephanskirchen und Rohrdorf, zielführende Ideen weiter vorantreiben. Zusammen mit Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft und dem Bereich Naturschutz, wird Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Interessen der Stadt in den sogenannten Gemeindeforen vertreten. Frühestens im Jahr 2020 könnte das sogenannte Trassenauswahlverfahren dann abgeschlossen sein. Mit den ersten, neuen Korridoruntersuchen rechnet die Verwaltung frühestens Anfang 2018. 

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT