Diskussion um die Sanierung des Ausstellungszentrums

"Können stolz sein, der Lokschuppen ist jeden Cent wert"

Rosenheim - Mit stolzen 10 Mio. Euro für die Sanierung des Ausstellungszentrums Lokschuppen rechnet die Stadtverwaltung derzeit. Für manches Stadtratsmitglied dennoch deutlich zu viel:

Schon länger ist bekannt, dass der Lokschuppen saniert werden muss: Sowohl in Sachen Brandschutz und bei den technischen Anlagen weist das Rosenheimer Ausstellungszentrum ein deutliches Defizit auf. Die Garderobe, Schließfächer und auch Räumlichkeiten für die sogenannte Museumspädagogik mussten in der Vergangenheit aufgrund mangelnden Platzes in einem Zelt untergebracht werden. Damit soll jetzt Schluss sein. In der Sitzung des Stadtrats am Mittwoch verabschiedete das Gremium den aktuellen Stand der Planungen; Kostenpunkt rund 10 Mio. Euro netto für Sanierung und Erweiterung und nochmal 2,4 Mio. Euro für den Brandschutz im Bereich der Räume des Stadtjugendrings.

Luxus-Sanierung oder Pflicht?

Mit insgesamt 12 Gegenstimmen sprach sich das Gremium um Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer am Ende für die Baumaßnahmen im Bereich des Lokschuppens aus. Neben den nötigen Ertüchtigungen der technischen Anlagen wie Klima samt Elektrik und der Erneuerung von Dämmmaterialien im Dach, sollen angrenzend an das Bestandsgebäude neue Räume in einem Erweiterungsbau samt Keller entstehen.

"Wir halten die Maßnahme nach wie vor für eine Luxus-Sanierung. (...) Was über den üblichen Rahmen hinaus geht, ist für uns nicht mehr tragbar. Erst recht wenn ich an Folgekosten in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr denke", merkte Franz Lukas von den Grünen an. Auch Josef Gasteiger von der CSU konnte sich eine bessere Anlage des Geldes vorstellen, und weiter: "Ich schätze, dass wir deutlich mehr Geld brauchen werden. (...) Da muss ein Neubau her!"

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Dezernent Heinz Bösl verteidigten das Vorhaben: "Nur so können wir den Bedarf auch darstellen. Es wird hier keine günstigere Lösung geben.", Bauer stellte zudem den Leuchtturm-Charakter des Lokschuppens in den Vordergrund. "Rosenheim ist nicht reich an Denkmälern." Der Lokschuppen sei ein Sinnbild dafür, "was uns zu dem gemacht hat, was wir waren. Wir können stolz darauf sein. Jeder Cent lohnt sich!"

Große Fördertöpfe bieten große Möglichkeiten

In Sachen finanzieller Unterstützung der Maßnahmen durch Mittel aus der Städtebauförderung und einem weiteren, europäischen Programm, zeigte sich die Stadtverwaltung zuversichtlich: Sicher mehr als 3,8 Mio. Euro könnten hier aus den verschiedenen Töpfen am Ende zur Verfügung stehen. Von den SUR-Gemeinden habe man die Zusage erhalten, dass sonst keine Anträge in der Region Rosenheim auf den Weg gebracht werden sollen. Das Pensum könne also voll von der Stadt ausgeschöpft werden, ergänzte Bauer.

Beim Brandschutz für die Räume des Stadtjugendrings war sich das Gremium hingegen einig: Ohne Gegenstimme verabschiedete der Stadtrat die Planungen.Für brutto 2,4 Mio. Euro sollen die Mängel dort künftig beseitigt werden. 

Die ersten Ausschreibungen für die Arbeiten sollen schließlich noch in diesem Jahr erfolgen. Zur Umsetzung soll die ausstellungsfreie Zeit im Jahr 2018 genutzt werden. Mit einer Fertigstellung rechnet die Verwaltung dann 2019, für das Bistro und die Verwaltungsräume wird 2020 angepeilt.

Rubriklistenbild: © re/pa

Kommentare