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Sinn des Rosenheimer Tauben-Fütterungsverbots diskutiert

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Rosenheim - Eine kurze Diskussion entspann sich, als der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, den 27. Februar, mit zwei Gegenstimmen, eine Erneuerung des Tauben-Fütterungsverbots im Stadtgebiet beschloss.

"Die Stadt erließ bereits in der Vergangenheit eine entsprechende Verordnung", so die Stadtverwaltung, "Diese verlor jedoch automatisch nach 20 Jahren ihre Gültigkeit." Daher sei ein Neuerlass erforderlich. Inhaltlich bleibe die Verordnung aber gleich.

Gemäß der Verordnung...

  • ist es verboten, im Stadtgebiet verwilderte Tauben zu füttern. Das erfasst auch das Auslegen von Futter- und Lebensmitteln, die von Tauben erfahrungsgemäß angenommen werden.
  • kann mit Geldbuße belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig dem zuwiderhandelt. 

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"Warum muss man denn alles immer verbieten?", klagte Rudolf Hötzel (Republikaner), "Was ist denn dann mit einer alten Oma oder kleinen Kindern, die nur mal ganz unschuldig die Tiere füttern wollen? Muss es da dann gleich Bußgelder hageln?" Er mahnte an, statt solcher Maßnahmen, welche die Bürger benachteiligen würden, seien nachhaltigere Methoden, wie der Einsatz von Raubvögeln sinnvoller. 

Gabriele Leicht (SPD) entgegnete, es sei durchaus sinnvoll, gegen das Füttern der Tiere vorzugehen. "Gerade, wenn sie an die alten Leute und Kinder denken wollen. Diese Tiere übertragen schließlich allerhand Krankheiten, die man sich beim Füttern aus der Hand durchaus einfangen kann." Darüber hinaus seien zum Zweck des Fütterns ausgekippte Brottüten immer wieder ein unschöner Anblick, beispielsweise im Riedergarten oder am Max-Josefs-Platz. Dem schloss sich auch Daniel Artmann (CSU) an. "Man kann die schädliche Wirkung des Taubenkots auch überall im Stadtgebiet sehen."

Erste Bürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) wies darauf hin, dass Aufklärung und Gespräch einem Bußgeld immer vorausgehen würden. "Das ist eine 'kann-' und keine 'muss-'Anweisung in der Verordnung."

Vor zwei Jahren schon einmal Thema:

Bereits vor zwei Jahren war das Fütterungsverbot einmal Thema im Stadtrat. Damals mahnte Zweiter Bürgermeister Anton Heindl (CSU) mit den Worten "Keinem tun Sie damit einen Gefallen, weder den Tieren noch den Bewohnern und Besuchern von Rosenheim" die Einhaltung des Verbots an. Damals wurde das Thema auch unter unseren Lesern kontrovers diskutiert. 

In einer Umfrage auf rosenheim24.de sprachen sich am Ende allerdings mit 83,13 Prozent der Stimmen die Mehrheit der Befragten dafür aus.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Soeren Stache

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