Kontroverse Diskussion in Rosenheim entfacht

Fütterungsverbot ruft Taubenfreunde auf den Plan

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Taubenfütterung
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Rosenheim - Am 27. Februar beschloss die Stadt Rosenheim in der Stadtratssitzung wieder ein Tauben-Fütterungsverbot zu erlassen. Dieses Verbot ruft nun Taubenschützer auf den Plan und entfacht eine Diskussion.

Eine kurze Diskussion entspann sich, als der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, den 27. Februar, mit zwei Gegenstimmen, eine Erneuerung des Tauben-Fütterungsverbots im Stadtgebiet beschloss.

Gemäß der Verordnung...

  • ist es verboten, im Stadtgebiet verwilderte Tauben zu füttern. Das erfasst auch das Auslegen von Futter- und Lebensmitteln, die von Tauben erfahrungsgemäß angenommen werden.
  • kann mit Geldbuße belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig dem zuwiderhandelt. 

Taubenfreunde werden aktiv

Nicht nur zwei Mitglieder des Stadtrates sprachen sich gegen das Fütterungsverbot aus, sondern auch Taubenfreunde sind bereits auf das Verbot aufmerksam geworden und haben unsere Umfrage im damaligen Artikel auf ihrer Facebook-Seite "ARGE-Stadttauben-Projekte" mit dem Aufruf "Ganz schnell abstimmen und teilen! Bis jetzt katastrophal: Bitte schreibt auch dorthin und klärt auf!!!" geteilt. Hier das Abstimmungsergebnis aus unserem Artikel:

Auch ein offener Brief der sich mit dem Thema Rosenheimer Taubenfütterungsverbot befasst, wurde auf der überregionalen Facebookseite geteilt. Wir erhielten auch zahlreiche Emails, in denen sich Menschen gegen das Füterungsverbot aussprechen und beispielsweise Futterspender vorschlagen. Zudem kommentierten Taubenfreunde unter unserem damaligen Artikel über den Beschluss des Fütterungsverbotes und machen ihre Sicht der Dinge klar: 

"Leider ist eine Taube für viele nur noch ein "kotproduzierendes Etwas", dem es gilt, den Kampf anzusagen, es zu verjagen, ja sogar zu vernichten. So tobt dann auch in unseren scheinbar so friedlichen Städten ein Kampf gegen einen Vogel. Je spektakulärer und brutaler, um so besser scheint mancher zu denken. So ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, zum Beispiel Taubennester zusammen mit den Jungtieren einfach wie Müll zu entsorgen. Wenn es um Tierquälereien an Tauben geht, ist für viele Menschlichkeit ein Fremdwort. Ohne Frage ist eine zu große Anzahl von Tauben ein Problem. Dies gilt für den Menschen und nicht zuletzt für die Taube selbst. Doch müssen wir in einer zivilisierten Gesellschaft Probleme auch zivilisiert lösen, da alles andere unwürdig ist. In diesem Sinne möchte das Stadttaubenprojekt Frankfurt sich der Verantwortung stellen und seinen Beitrag zur sinnvollen, problemorientierten, ökologischen und vor allem ethisch vertretbaren Lösung leisten. Betreute Taubenhäuser in denen ein Gelegeaustausch stattfindet, sind kombiniert mit Aufklärungsmaßnahmen, die einzige sinnvolle, kostengünstigen und langfristig erfolgversprechende Methode Taubenbestände zu reduzieren." Das schreibt beispielsweise der Kommentator Stummel.

Es gibt unter unseren Lesern aber auch Befürworter des Fütterungsverbotes: "Man muss sich am Max-Josefs-Platz in Ro nur die Front der Commerzbank (neben dem Bensegger) anschauen, dann hat sich das Thema Taubenfütterung schnell erledigt... Allerdings ist das auch eine kritische Stelle, da mit dem Asiaten-Imbiß und der Müllerbrot-Filiale gleich zwei potenzielle Nahrungsquellen vor Ort sind.", schreibt der Leser Sandro.

Vor zwei Jahren schon einmal Thema:

Bereits vor zwei Jahren war das Fütterungsverbot einmal Thema im Stadtrat. Damals mahnte Zweiter Bürgermeister Anton Heindl (CSU) mit den Worten "Keinem tun Sie damit einen Gefallen, weder den Tieren noch den Bewohnern und Besuchern von Rosenheim" die Einhaltung des Verbots an. Auch unter unseren Lesern wurde das Thema damals kontrovers diskutiert. 

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