Rosenheimer Kinder schnupperten Krankenhausluft

Teddybärkrankenhaus öffnete wieder seine Türen

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Dr. ted. Nico Hanny und sein Team, die Teddydocs, hießen auch 2018 wieder alle Kinder mit ihren kranken Kuscheltieren herzlich willkommen.

Rosenheim - Ein Krankenhaus der besonderen Art hat vom 10. bis 14. April in Rosenheim seine Pforten geöffnet: Im Teddybärkrankenhaus wurde Kindern spielerisch die Angst vor dem Arztbesuch genommen.

Von 10. bis 14. April öffnete das Rosenheimer Teddybärkrankenhaus zum zweiten Mal seine Türen und ließ über 550 Kinder und ihre Kuscheltiere staunen. Das Projekt fand mit Unterstützung von Startklar Oberbayern, der Sparkassenstiftung und vielen Weiteren in den Räumen des Stadtjugendrings statt. 50 Teddydocs, hauptsächlich Medizinstudenten versorgten die kleinen Patienten. 

Initiator des Projekts ist Nico Hanny, Medizinstudent aus Erlangen, welcher nun seit zwei Jahren mehr als 1.000 Stunden Ehrenamtsarbeit investiert hat. Ursprünglich kommt er aus Rosenheim und wollte das Projekt, das er in Erlangen kennenlernte, auch den Rosenheimer Kindern nicht vorenthalten.

Fast wie im echten Leben

Die Kinder lernen durch verschiedene Stationen, die sie mit ihrem Teddydoc durchlaufen, einige Vorgänge der medizinischen Versorgung kennen. Von der Aufnahme, an der jeder Teddy gewogen und vermessen wird, geht es direkt weiter zur der Untersuchung. Hier können die Kinder ihr eigenes und das Herz ihres Kuscheltiers abhören, die Temperatur wird gemessen und es wird Kuscheltier-Blut abgenommen. 

Eine Besonderheit der Teddybärklinik ist das Röntgen und das MRT, das Nico Hanny mit seinem Vater gebaut hat. Die Behandlung oder sogar eine Operation erfolgt im von den RoMed Kliniken ausgestatteten OP. Die Kinder bekommen einen OP-Kittel mit Mundschutz und können aktiv bei der Behandlung helfen. 

Danach geht es zum abschließenden Apotheken- und Zahnarztbesuch, bei dem die Kinder das richtige Zähneputzen vermittelt bekommen. Im Anschluss wartet dann noch der Krankenwagen vom Bayerischen Roten Kreuz, den sich die Kinder ansehen dürfen. Durch diesen Ablauf wird den Kindern, mit viel Liebe zum Detail, ein interaktives und lehrreiches Erlebnis geboten.

„Puh. Das war nochmal knapp“

Kuscheltier-Hund Günther ist 31 cm groß und wiegt 200 g. Tim ist mit ihm und seiner gesamten Kindergartengruppe ins Teddybärkrankenhaus gekommen, weil er unbedingt Hilfe braucht. Günthers Nase tut sehr weh und Tim weiß sich nicht mehr zu Helfen. Ein wenig schüchtern erzählt er am Aufnahmetisch, dass sein Hund nicht mehr aufhören kann Feuer zu spucken

Da muss natürlich einer der  Teddydocs helfen. Dr. ted. Vroni hat gerade ihren letzten Patienten versorgt und übernimmt Tims Fall. Zusammen mit Tim sieht sie sich die verletzte Nase genauer an und die beiden entscheiden, dass Günther auf jeden Fall ins MRT muss um zu sehen, ob nicht noch mehr fehlt. 

Als die Aufnahmen vorliegen bemerkt Tim etwas Komisches. „Da ist ja ein Auto in meinem Günther! Er ist bestimmt sauer und spuckt deshalb Feuer!“. Schnell entscheiden Dr. ted. Vroni und Tim, dass eine Notoperation nötig ist, um das verschluckte Spielzeugauto aus dem Kuscheltier zu  entfernen. Zusammen holen die Beiden das Auto aus Günthers Bauch und versorgen die Nase. „Puh. Das war nochmal knapp“, sagt Tim, als er die Medikamente für Günther aus der Teddyapotheke abholt. 

Kinder spielerisch die Angst vor Arztbesuchen nehmen

Kinder haben oft Angst vor den Arztbesuchen, weil sie nicht einschätzen können, was auf sie zukommt. Durch den Wechsel von der Patienten- in die Beobachter- oder sogar Hilfsarztrolle lernen sie spielerisch Teile der medizinischen Behandlung, Instrumente und allgemeine Abläufe kennen und bemerken, dass es nichts Schlimmes ist, zum Doktor zu gehen und die meisten Untersuchungen auch nicht schmerzhaft sind

Über 1.000 Stunden hat Nico Hanny nun schon in dieses Projekt gesteckt. Auch weil es ihm so am Herzen liegt, versucht er den Krankenhausbesuch so realitätsnah zu gestalten, wie möglich. Nicht viele gehen gerne zum Arzt, doch er möchte Kindern zeigen, dass man keine Angst davor haben muss. Und schon im Teddybärkrankenhaus kann man erste Erfolge sehen. Denn wenn Kinder ihren Teddys selbst Impfspritzen verpassen, ihren Mundschutz gar nicht mehr ablegen wollen und Spaß am Zähneputzen finden oder sogar eine Eisbärengeburt an ihrem eigenen Geburtstag miterleben, sieht man keine ängstlichen Patienten mehr.

 

Pressemeldung Startklar Soziale Arbeit Oberbayern gGmbH

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