Nach tödlichen Unfällen auf Miesbacherstraße

Aufsteller spricht über Beweggründe für weiße Kreuze in Rosenheim 

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Zwei Kreuze erinnern an Ramona und Melanie, die am 20. November 2016 an diesem Ort verunglückten. Das dritte Denkmal für einen vor zehn Jahren an gleiche Stelle verstorbenen Motorradfahrer.

Rosenheim - Lange wurde gerätselt, wer die drei weißen Kreuze an der Miesbacher Straße aufgestellt hat. Nun meldete sich der Verantwortliche selbst und erklärt seine Beweggründe.

An der Miesbacher Straße stand am Unfallort zuerst ein Kreuz, ein Mahnmal, das an den schrecklichen Unfall aus dem Jahr 2016, bei dem zwei junge Mädchen sterben mussten, erinnerte. Anfang September wurden drei neue, zusätzliche Kreuze aufgestellt, ganz in weiß. Weshalb gerade drei weiße Kreuze an der Stelle stehen, darüber ließ sich nur spekulieren. Auch wer sie aufgestellt hatte, war lange nicht bekannt.

Am Freitag hat sich nun doch der Verantwortliche zu erkennen gegeben. Es handelt sich dabei um Sebastian Gröber, der die verstorbene Ramona und Melanie flüchtig kannte, wie der OVB berichtet. Für sie und einen vor zehn Jahren an gleiche Stelle verstorbenen Motorradfahrer wollte er ein Denkmal setzten. "Ich hatte schon den Eindruck, dass die Menschen an solchen Stellen langsamer fahren, dass sie den Fuß vom Gaspedal nehmen", sagt Gröber. Laut Ordnungsamt dürfen die Kreuze an Ort und Stelle stehen bleiben.

Rückblick:

Bei dem Unfall am 20. November 2016 auf der Miesbacher Straße in Rosenheim wurden zwei junge Frauen tödlich verletzt. Die 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R. stammten beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte den Crash schwerst verletzt. Ein Golf-Fahrer aus Ulm war mit seinem Wagen in das Fahrzeug der Mädchen gekracht. Der Autofahrer aus Ulm wurde in der Folge zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. 

Das Amtsgericht Rosenheim sprach auch die beide anderen Autofahrer, welche an dem Unfall beteiligt gewesen waren, bei der ersten Verhandlung der fahrlässigen Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Ein BMW-Fahrer aus Riedering wurde im März 2019 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt, ein Fahrer aus Kolbermoor im Mai 2018 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung

Danach gingen beiden BMW-Fahrer in Berufung. Diese wurde Mitte November vor dem Landgericht Traunstein verworfen. Doch damit ist der Fall noch nicht endgültig erledigt. Beide Anwälte zeigten sich mit dem Urteil unzufrieden.

Nur zwei Tage später kündigten sie an Revision einzulegen, da der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" nach Ansicht der Anwälte vom Gericht missachtet wurde.

ma

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