Mitarbeiter hängen "seit Monaten im Unklaren"

Real-Märkte in Rosenheim und Traunstein: Übernimmt jetzt Edeka?

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Wie es mit den Real-Filialen in Rosenheim und Traunstein weitergeht, ist weiterhin unklar.
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    Isabelle Skubatz
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Rosenheim/Traunstein - Dass der Handelskonzern Metro die Supermarkt-Kette Real verkaufen wird, steht spätestens seit Anfang Oktober fest. Doch wie geht es mit den großen Filialen in Rosenheim und Traunstein weiter?

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Bundeskartellamt "grünes Licht" für den Deal von Metro mit dem Immobilien-Investor Redos gegeben. Geeinigt hatten sich die beiden Firmen übrigens bereits im Mai 2019 - und zwar über einen Verkauf von insgesamt 286 Real-Standorten. Einige Filialen will Metro jedoch (zunächst) weiter behalten - zumindest für die nächsten drei Jahre. Redos will die Märkte übrigens nicht selbst betreiben, sondern (gewinnbringend) weiterverkaufen. 

Als heißer Übernahme-Interessent gilt derzeit Edeka. Hier steht die Genehmigung des Bundeskartellamts jedoch noch aus. "Die Behörde könnte den Verkauf blockieren, wenn in einigen Städten dadurch Supermarkt-Monopole entstehen. Genau auch aus diesem Grund will Metro offenbar einige Real-Märkte weiterführen", berichtete vor kurzem das Magazin Chip.

Was passiert in Rosenheim und Traunstein?

Auch in Rosenheim und Traunstein stehen zwei große Märkte von Real. Mitarbeiter und Kunden hängen seit der Verkaufsankündigung in der Luft. Wie geht es dort weiter? Sind diese Filialen auch vom Verkauf betroffen? Wenn ja, wer übernimmt diese Märkte? Und sind damit auch möglicherweise Arbeitsplätze in Gefahr?

"Aktuell gehen die Angebote der Händler ein und werden gesichtet. Es kann jetzt ein paar Wochen dauern, bis alle Angebote für die einzelnen Standorte ausgewertet sind, zumal auch Überlappungen zu erwarten sind. Danach sollen die Pakete geschnürt und im Anschluss beim Bundeskartellamt zur Anmeldung eingereicht werden", teilte eine Metro-Sprecherin jetzt auf Anfrage von rosenheim24.de und chiemgau24.de mit. Konkrete Aussagen zu den Standorten Rosenheim und Traunstein traf sie jedoch nicht.

Die Belange der Mitarbeiter sollten beim Verkauf der Standorte berücksichtigt werden, hieß es weiter. Ansonsten hielt sich die Sprecherin jedoch bedeckt: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns während der laufenden Verkaufsverhandlungen nicht zu einzelnen Standorten äußern können."

Kritik kam unterdessen von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die endlich Klarheit für die rund 34.000 Beschäftigten der Handelskette gefordert hat. Sie würden "seit Monaten im Unklaren" gelassen, hieß es. Die Beschäftigten müssten aber wissen, wie ihre Zukunft aussehe, und Verdi als ihre Vertretung müsse am Verfahren beteiligt werden.

mw/ics

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